Das glühend heiße Zentrum Australiens ist die Heimat der Roten Riesenkängurus. Sie sind die Helden des Outbacks, denn sie haben es wie kaum ein anderes Säugetier geschafft, sich an das äußerst karge Leben auf dem roten Kontinent anzupassen. Heute sind sie die größten Beuteltiere der Erde. Diese Naturdokumentation erzählt ihre spannende Geschichte. Alles dreht sich um Rusty, das Känguru-Männchen kämpft vom Moment seiner Geburt an ums Überleben. Gerade erst noch nackt, blind und nicht größer als ein Gummibärchen auf die Welt gekommen, muss Rusty allein den Weg in den Beutel seiner Mutter finden. Es ist die erste Bewährungsprobe, die jedes Känguru-Baby bestehen muss. Im Beutel angekommen, saugt sich der Winzling an einer Zitze fest. Über ein halbes Jahr lang wird der Kleine im Beutel bleiben und von seiner Mutter gehegt und gepflegt. Seltene Aufnahmen aus dem Inneren des Kängurubeutels gewähren erstaunliche Einblicke in Rustys Kinderzimmer. Rote Riesenkängurus sind Überlebenskünstler. Zuhause in einer der lebensfeindlichsten Regionen der Erde, sind sie immer auf dem Sprung. Monatelange Trockenheit und extreme Hitze gehören im Herzen Australiens dazu. Es gibt keine Jahreszeiten, das Klima ist unberechenbar. Darauf haben sich auch die Känguru-Weibchen eingestellt. Die Mutter hat drei Jungtiere gleichzeitig. Außer dem Winzling Rusty, der im Beutel an einer Zitze hängt, säugt sie an der anderen Zitze ein älteres Geschwister-Känguru, das den Beutel bereits verlassen hat. Jedes Baby bekommt seine eigene Milchsorte, angepasst ans Kindesalter. Das dritte Geschwisterkind, ein noch kaum entwickelter Embryo, wartet in Mutters Bauch auf "den richtigen Moment". Erst, wenn alle Voraussetzungen stimmen, wird er sich weiterentwickeln. In langen Dürrezeiten, wenn Futter und Wasser knapp werden, muss sich die Mutter im schlimmsten Fall von allen drei Jungtieren trennen, auch von Rusty. Doch sobald sich die Umweltbedingungen verbessern, kann sie sehr rasch wieder mit der Fortpflanzung beginnen. Rote Riesenkängurus sind rastlos, immer auf der Suche nach fressbaren Gräsern und Grünzeug. Auf ihren beiden äußerst kräftigen Hinterbeinen hüpfen sie durchs Outback. Kängurus haben im Verhältnis mehr Muskelmasse als alle anderen Säugetiere. Außerdem speichern sie Energie in ihren Sehnen und Bändern. So wird das Hüpfen zur äußerst effizienten Methode, sich fortzubewegen. Ab einer Geschwindigkeit von 18 km/h verbrauchen Kängurus beim Hüpfen weniger Energie als Vierbeiner beim Laufen. Entsprechend schlecht stehen die Chancen für Angreifer wie Dingos, wenn sie die Verfolgung eines gesunden, ausgewachsenen Kängurus aufnehmen. Rusty boxt sich durch: als junges Känguru, Halbstarker, Erwachsener. Immer wieder muss er sich bei Rangeleien mit anderen gleichaltrigen Männchen beweisen. Dann ist es so weit: Er tritt den Boxkampf gegen das stärkste Männchen der Gruppe an. Wird er es schaffen, den alten Riesen zu besiegen? Dann würde ihm allein die Gunst der Weibchen gehören. Doch selbst dann wäre es längst nicht die letzte Herausforderung, die Rusty zu meistern hat. Denn Australien ist immer für eine Überraschung gut. Und Kängurus sind es erst recht!...
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Neugierig ist das Rote Riesenkänguru offensichtlich – und recht zutraulich zu Tierfilmer Thoralf Grospitz. Die meisten in der Wildnis lebenden Roten Riesenkängurus sind allerdings äußerst scheu!
Überlebenskünstler: Rote Riesenkängurus hüpfen große Distanzen auf der Suche nach frischem Grün und kommen mit viel weniger frischem Wasser aus als viele andere Säugetiere.
Baby im Beutel: Nicht größer als ein Gummibärchen das Neugeborene der Roten Riesenkängurus, wenn die Mutter es zur Welt bringt. Allein krabbelt es nach der Geburt in den Beutel der Mutter und saugt sich dort an einer Zitze fest.
Rote Riesenkängurus sind äußerst schnelle Hüpfer – kurzzeitig schaffen sie Geschwindigkeiten von 50 bis 65 km/h, aber auch über längere Zeit können sie mit 40 km/h durchs Outback springen.
Die Männchen der Roten Riesenkängurus sind deutlich größer als die Weibchen - ausgewachsen beinahe doppelt so groß! Außerdem erkennt man sie am rötlichen Fell, das der Weibchen ist meist grau-blau.
Um der glühenden Hitze im Zentrum Australiens zu entgehen, ruhen Rote Riesenkängurus tagsüber oft im Schatten und beginnen abends zu fressen, wenn es etwas kühler wird...
Kein anderes Säugetier ist derart muskulös wie die Roten Riesenkängurus - die größten und stärksten Männchen stehen in der Gunst der Weibchen ganz oben.
Bei ihren Boxkämpfen geht es darum, welches Kängurumännchen das Stärkste ist. Diese beiden Halbstarken sind noch im Training und nicht darauf aus, sich ernsthaft zu verletzen.
Bei ihren Kickboxkämpfen können Kängurumännchen auÃer den Armen auch beide Beine einsetzen â ihr kräftiger Schwanz hilft ihnen dabei, sich abzustützen und das Gleichgewicht zu halten.
Kleiner Held im Outback: Die ersten sechs Monate verbringt das junge Känguru ausschließlich im Beutel der Mutter – dann beginnt es, die Weiten im Herzen Australiens zu entdecken.