Das Weltheiligtum der Katholiken feiert Geburtstag. Am 18. November 2026 jährt sich zum 400. Mal die Weihe des Petersdoms in Rom. Hier haben sich die bedeutendsten Künstler der Renaissance verewigt. Aber auch Tausende Handwerker, Lieferanten und Arbeiter hinterließen ihre Spuren: Sie errichteten gewaltige Kräne, karrten tonnenschwere Steine heran, verbrannten antiken Marmor zu Kalk. Über 120 Jahre bis zur Fertigstellung schufteten sie auf der größten Baustelle der Welt. Sechs Tage die Woche arbeiteten sie oft bis tief in die Nacht im Schein von Fackeln und Öllaternen. Ihr Arbeitsplatz war nicht ungefährlich, gut 200 Handwerker ließen auf der Megabaustelle ihr Leben. Und doch zählte die Dombauhütte zu den begehrtesten Arbeitgebern von Rom, denn man zahlte gut und regelmäßig. Das belegen Lieferlisten, Abrechnungen und Kreditscheine, alte Dokumente, die nach und nach erforscht werden. Auch beschäftigte die "Fabbrica" zahlreiche Frauen, Künstlerinnen ebenso wie Arbeiterinnen. Vieles von ihrem Leben und Wirken kommt jetzt ans Licht. Wie sah ihr Alltag aus? Wo lebten und arbeiteten Roms Steinmetze, Kalkbrenner und Fuhrwerkleute inmitten einer arkadischen Ruinenlandschaft, die nur noch rund 40.000 Einwohner zählte? Und welche Rolle spielten Glaube und Kirche in jener Zeit, wo Päpste sich auch als weltliche Herrscher verstanden? Ließen sie die Ruinen von Tempeln und Thermen plündern, um ihre Paläste mit antiken Marmorschätzen auszustatten? Auch im Petersdom entdeckt man Säulen und andere Prunkstücke aus den großen Kaiserforen.
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