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"Babylon Berlin": So endet die Erfolgsserie nach fünf Staffeln

von Vera Tidona
(01.10.2026)
Recap zur finalen Staffel um Gereon Rath und Charlotte Ritter
"Babylon Berlin" ging mit der fünften Staffel zu Ende.
X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film

Der international viel beachtete und mit Preisen überhäufte Serienhit  "Babylon Berlin" (2016 bis 2026) ist eine der teuersten deutschen Serienproduktionen, basierend auf der Gereon-Rath-Romanreihe von Volker Kutscher. Nun hat die finale fünfte Staffel die Serie nach zehn Jahren und insgesamt 48 Episoden zum Abschluss gebracht.

Nach vier Jahren Wartezeit fiel das Zuschauerinteresse zum Staffelstart der auf zwei Ausstrahlungstermine verteilten Folgen (am 19. und 25. September ab 20.15 bzw. 22.20 Uhr im Ersten, jeweils im Viererpack) jedoch eher verhalten aus. Ein Grund könnte sein, dass sämtliche Folgen des Serienfinales schon vorab in der ARD Mediathek abrufbar waren, die hier inzwischen mehr als 1,89 Millionen VoD-Zugriffe verzeichnen. Während im Ersten der Staffelauftakt noch 2,48 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 12,9 Prozent insgesamt und 7,2 Prozent bei den Jüngeren erreichte, nahm das Interesse im weiteren Verlauf der Ausstrahlung stetig ab. Im Vergleich dazu unterhielt der Auftakt der vierten Staffel vor drei Jahren noch satte 3,78 Millionen insgesamt bei einem Marktanteil von 15,1 Prozent, obwohl die Staffel bereits ein Jahr zuvor auf dem Pay-TV-Sender Sky One gelaufen war.

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Den Serienmachern, Produzenten und Regisseuren Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handloegten wurde allein für die ersten beiden achtteiligen Staffeln ein Budget von rund 40 Millionen Euro von der ARD in Zusammenarbeit mit dem Pay-TV-Anbieter Sky zugesprochen. Die dritte und vierte Staffel wurde aufgrund des enormen Erfolgs sogleich auf jeweils zwölf Episoden massiv aufgestockt. Nachdem Sky als mitfinanzierender Sender nach den vier Staffeln aus der Produktion ausgestiegen war, hat die ARD nun die verbleibenden acht Episoden der fünften und damit beschlossenen finalen Staffel allein produziert.

Dementsprechend aufwendig und hochwertig gestaltet ist die Serie, die neben der (fiktiven) Krimihandlung um die beiden zentralen Ermittler Gereon Rath (Volker Bruch) und Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) auch historische und geschichtliche Ereignisse und Personen im Berlin der 1920er und 1930er Jahre während der Weimarer Republik bis zur Machtergreifung der NSDAP unter Adolf Hitler vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aufarbeitet.

Wir werfen im Folgenden einen Blick auf das Finale der Serie und warum der Buchautor massive Kritik übt.

X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/WDR/SWR/HR/Radio Bremen/Beta Film

Machtübernahme der Nazis und Gereon Raths Verschwinden

Die fünfte Staffel von "Babylon Berlin" - angelehnt an den Roman "Märzgefallene" - beginnt im Frühjahr 1933, während der Machtergreifung der Nationalsozialisten, angefangen mit der Ernennung von Adolf Hitler (Clemens Schick) zum Reichskanzler durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (Günter Lamprecht). Fortan treiben die Nationalsozialisten ihr Ziel der Abschaffung des Rechtsstaats mit eiserner Härte voran und machen auch vor der Roten Burg nicht halt. Kritiker werden auf offener Straße eingeschüchtert, verschleppt oder ermordet. Die Machtübernahme gipfelt schließlich im Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 und dessen Folgen.

Unterdessen wird die Sprechstundenhilfe des Psychiaters Dr. Forster (Ulrich Noethen) ermordet, der eine enge Verbindung zu Gereons Bruder Dr. Anno Schmidt (Jens Harzer) pflegt und zum Hauptverdächtigen wird. Charlotte Ritter übernimmt gemeinsam mit Gereon die Ermittlungen gegen Dr. Forster. Doch als sie ihn festnehmen will, verschwindet er und mit ihm Gereon Rath. Gereons plötzliches Verschwinden macht sie misstrauisch und schon bald muss sie feststellen, dass Gereon wohl einige Geheimnisse vor ihr verbirgt.

X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/WDR/SWR/HR/Radio Bremen/Beta Film

Derweil deckt Kommissar Böhm (Godehard Giese) eine Verbindung bei mehreren Morden durch Strangulation auf. Er schließt sich eher widerwillig mit Kommissarin Charlotte Ritter zusammen, nachdem die von der SA unterwanderte Politische Polizei ihm den Fall entzogen hatte. Im Verlauf der Ermittlungen wird deutlich, dass die Mordserie an ehemaligen Frontsoldaten und deren Verbindung bis ins Jahr 1918 und zu Adolf Hitlers verschwundener Krankenakte führt. Die Akte soll den Beweis liefern, dass Adolf Hitler über sein Kriegsleiden in seiner späteren Darstellung nicht ganz die Wahrheit gesagt hat. Behandelt wurde er damals im Lazarett von Dr. Forster, der neben seinen weiteren Patienten als Einziger die Wahrheit kennt - was ihn in tödliche Gefahr bringt.

Während sich Charlotte ernste Sorgen um seinen Verbleib und den des mutmaßlichen Täters macht, befindet sich Gereon mit dem Tatverdächtigen Dr. Forster auf Anraten seines Bruders auf der Flucht nach Paris, während die SA ihnen dicht auf den Fersen ist. Schließlich kann der Kommissar den Flüchtigen, der erwiesenermaßen mit den Morden nichts zu tun hat, an die Verbündeten in Paris zu seinem Schutz übergeben. Rath selbst wird jedoch bei seiner Rückkehr nach Berlin mit einem kurzen Abstecher zum Kölner Karneval am Rosenmontag von der SA verhaftet, schwer misshandelt und in einem ihrer Gefängnisse inhaftiert. Dort muss er miterleben, wie politische Gegner des neuen Regimes verschleppt und gefoltert werden. Regierungsrat Günter Wendt (Benno Fürmann) lässt Gereon Rath schließlich frei. Jedoch befindet er sich weiterhin in tödlicher Gefahr, denn die Mörder aus dem Kreise der SA haben erneut einen tödlichen Anschlag auf ihn vor, dem er nur knapp entkommen kann.

X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/WDR/SWR/HR/Radio Bremen/Beta Film



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Leserkommentare

  • Plumpaquatsch schrieb via tvforen.de am 05.10.2026, 15.18 Uhr:
    Habe zwar die Bücher nicht gelesen, aber dass hier eine nach meinen Informationen völlig frei erfundene "Hitler-Backstory" als letzten Endes zentrales Element in die Staffel hineingeschrieben wurde, nämlich dass er eigentlich ein Kriegs-"Zitterer" war und er diese eines "Führers" wohl sehr unwürdige Tatsache unter allen Umständen geheimhalten will, geht meiner Ansicht nach überhaupt nicht - auch nicht bei "Frei nach Motiven" des Buches!
    Was soll das? Einzelne Episoden kommen daher fast wie eine Dokumentation / Geschichtsstunde, wie eben die erste Zeit nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war (Reichstagsdebatten, SA-Straßen-Terror), und dann so ein erfundener Thriller-Nonsens? Das erinnert mich ja fast schon an "The Boys from Brazil", jenen Spielfilm von 1978, wo geklonte kleine "Hitler-Babys" in Südamerika quasi gezüchtet und großgezogen werden! :-)
    Sorry, liebe Macher, aber wenn ihr uns schon mit dieser letzten Staffel mehr oder weniger unverblümt klarmachen wollt, bitte auf keinen Fall AfD zu wählen, dann bitte mit tatsächlichen historischen Ereignissen als Unterbau der Handlung, aber nicht so.
    Ähnlich inhaltlich in die Hose ging ja auch die unsägliche letzte "Zukunfts"-Staffel von "Charité". Traurig, was aus einstmals so tollen Serien am Ende wurde...
  • J_Doe schrieb via tvforen.de am 03.10.2026, 19.00 Uhr:
    Die Serie endet. Und man muss sagen, es wurde auch Zeit, die Handlung dieser letzten Staffel ist einfach nur hanebüchener Unsinn. Mit den Büchern hat das nichts mehr zu tun
  • chrisquito schrieb via tvforen.de am 04.10.2026, 11.40 Uhr:
    J_Doe schrieb:
    Die Serie endet. Und man muss sagen, es wurde auch
    Zeit, die Handlung dieser letzten Staffel ist
    einfach nur hanebüchener Unsinn. Mit den Büchern
    hat das nichts mehr zu tun

    Wobei ja zu Beginn erwähnt wird, dass das nach Kutschers Buch Märzgefallene gedreht worden ist, aber sehr, sehr frei, wenn man sich die Zusammenfassung des Buches anschaut - da hast du wohl recht. Eigentlich könnte die Serie ja auch noch weitergehen, da es auch mit Lunapark noch einen Nachfolgeband gibt.
  • User 395925 schrieb am 02.10.2026, 23.48 Uhr:
    Leider hat diese Serie komplett den Faden verloren. Vorher war es eine recht komplexe Krimiserie vor dem Hintergrund der entsprechenden Zeit(Geschichte).
    Die letzte Staffel eher eine Geschichtsdokumentation mit fragwürdigen Szenen und kruden Behauptungen, in der im Hintergrund eine Kriminalgeschichte gestrickt wurde.
    Schade um die Serie. Es kam mir vor, als ob es hier wieder um Belehrungen und mahnende Zeigefinger ging. Hinweis: ich bin gegen jede menschenfeindliche Diktatur!
    Auch ich habe nicht immer alles verstanden bei dem Genuschel und Geflüster, da kann ich dem User Kaschi nur zustimmen.
    Alles in allem hat die letzte Staffel, so toll die Schauspieler und aufwendige Produktion an sich sind, aufgrund der abschweifenden Themen enttäuscht. Und da bin ich nicht die Einzige in meinem Bekanntenkreis.
    Ich kann den Frust des Buchautors verstehen.
  • Kaschi schrieb via tvforen.de am 01.10.2026, 17.06 Uhr:
    Ich fand es oft schwierig, der Handlung zu folgen bei dem Genuschel/Geflüster. Gucke mir jetzt die komplette Serie per Mediathek an, weil ich da ggf. zurückspulen kann.