Folgeninhalt
Michel Houellebecq wurde im Februar 1958 auf der Insel La Réunion geboren. Sein Vater, ein Bergführer, und seine Mutter, eine Anästhesistin, kümmerten sich nur wenig um ihn. Mit sechs Jahren wurde er seiner Großmutter anvertraut, einer Kommunistin, deren Namen er als Pseudonym annahm. Houellebecq wurde Internatsschüler des Lycée Henri Moissan in Meaux. Bereits seine Schulkameraden spürten, dass er ein intellektuelles Potenzial und einen Abstand zu den Ereignissen hatte, die für einen Jungen seines Alters außergewöhnlich waren, und nannten ihn "Einstein". Mit 16 Jahren entdeckte er den amerikanischen Schriftsteller Howard P. Lovecraft, in dessen Selbstaussage "Ich beteilige mich nie an dem, was mich umgibt, ich bin nirgends an meinem Platz" sich der junge Houellebecq wieder erkannte. 1980 schloss er ein Studium an der "Ecole supérieure d'agronomie" als Diplom-Agraringenieur ab. Im gleichen Jahr heiratete er die Schwester eines Studienfreundes. 1981 wurde sein Sohn Etienne geboren. Nach seiner Scheidung begab sich Houellebecq wegen Depressionen mehrmals in psychiatrische Behandlung. Mit 20 Jahren begann er Lyrikzirkel zu besuchen und lernte 1985 Michel Bulteau kennen, den Direktor der Nouvelle Revue de Paris, der als Erster seine Gedichte veröffentlichte und ihm vorschlug, in der bei den Editions du Rocher herausgegebenen Reihe "Les infréquentables" zu publizieren. Dort erschien 1991 Houellebecqs biografischer Essay über Howard P. Lovecraft unter dem Titel "Gegen die Welt, gegen das Leben". Im selben Jahr wurde er als Referent in der Verwaltung der französischen Nationalversammlung eingestellt. 1991 erschien sein Aufsatz "Rester vivant, méthode". Sein 1992 publizierter Gedichtband "Suche nach Glück" wurde mit dem Tristan-Tzara-Preis ausgezeichnet und 1997 in einem Band mit "Rester vivant" neu herausgegeben. 1994 publizierte der Verlag Maurice Nadeau Houellebecqs ersten Roman "Ausweitung der Kampfzone", der in viele Sprachen übersetzt wurde und den Autor einem breiten Publikum bekannt machte. Sein zweiter Gedichtband "Der Sinn des Kampfes" wurde 1996 mit dem Prix de Flore ausgezeichnet. 1998 erhielt Houllebecq für sein Gesamtwerk den Großen Literaturnationalpreis für Junge Talente. Im selben Jahr publizierte er seinen Essayband "Die Welt als Supermarkt", eine Sammlung von Kritiken und Chroniken, sowie seinen zweiten Roman "Elementarteilchen", der in über 25 Sprachen übersetzt und mit dem Prix Novembre ausgezeichnet wurde. 1999 schrieb er zusammen mit dem Regisseur Philippe Harel das Drehbuch zu der Verfilmung des Romans "Ausweitung der Kampfzone". Außerdem erschien sein Gedichtband "Wiedergeburt". Houellebecq wohnte ab 2000 einige Jahre in Irland in einem Haus namens "The White House", wo er einen großen Teil seines dritten Romans "Plattform" verfasste, der 2001 erschien. 2002 weilte er einige Zeit in Berlin. Wegen eines verstümmelten Interviews in der Zeitschrift "Lire" wurde Houellebecq im September 2002 von verschiedenen muslimischen Vereinigungen und vom Rektor der Großen Moschee von Paris wegen "Beleidigung" und "Anstiftung zum Rassenhass" angeklagt. Doch da sich zahlreiche Intellektuelle und Leser für ihn einsetzten und dank des Geschicks seines Anwaltes, wurde er freigesprochen. Der Prozess verletze Houellebecq so tief, dass er beschloss, nie wieder Interviews zu geben und Frankreich zu verlassen. Er zog sich nach Spanien zurück, wo er einen neuen Roman schrieb, den er auch selbst verfilmen will. Im August 2005 erschien das Werk unter dem Titel "La possibilité d'une île" und gleichzeitig in deutscher Übersetzung "Die Möglichkeit einer Insel".
(arte)
Länge: ca. 52 min.


![[UPDATE] "Steal" mit "Game of Thrones"-Star: Trailer und Starttermin enthüllt](https://bilder.wunschliste.de/gfx/pics/Im-Buero-Herrscht-Ploetzlich-Helle-Aufregung.jpg)


