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Landschaften sind keine statischen Räume. Sie verändern sich durch menschliche Nutzung, durch industrielle Eingriffe, durch Naturereignisse. Die unicato-Ausgabe "Landschaftstransformationen" versammelt Kurzfilme, die diesen Wandel sichtbar machen und Landschaft als Spiegel gesellschaftlicher, historischer und natürlicher Prozesse begreifen. Drehort ist die Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis. Auch hier wird sichtbar, wie Landschaft im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft neu gestaltet wird. In mehreren Kurzfilmen erkunden Filmschaffende Landschaften, die von menschlichen Eingriffen und Naturereignissen geprägt sind. Sie erzählen von stillen Entdeckungen im Wald, von der Faszination für das Moor als Gedächtnis, von Heimatverlust im Ahrtal und von der schleichenden Zerstörung ganzer Landstriche durch den Braunkohleabbau in der Lausitz. *Filme in der Sendung: "Saarvocado" von Victor Orozco Ramirez (experimenteller Dokumentarfilm, DE, MX 2025, 8 min): In den saarländischen Wäldern, die wie ein Bob-Ross-Gemälde anmuten, stößt der Filmemacher beim Wandern auf alte Bunker und stellt sich Fragen nach Schönheit, Zerstörung und dem Kreislauf des Lebens. * "Schichten" von Fabian Schubert-Heil (Experimentalfilm, DE 2025, 12 min): Eine Fotografin verschwindet im Moor. Ein Erzähler sucht nach ihr und folgt ihrem Weg. Auf ihren Schritten begegnet er Menschen und einer Landschaft. Eine Landschaft der Erinnerung, ein ewiges Gedächtnis, in dem nichts vergeht. Schichten aus Zeit, Torf und Kohlendioxid, geschichtete Geschichte. "Schulweg" von Lena Tondello (Dokumentarfilm, DE 2025, 8 min): Im Juli 2021 verloren durch die Flutkatastrophe weit über hundert Menschen ihr Leben. Jahre später geht der Wiederaufbau noch immer nur schleppend voran. Ein Versuch, zu erkunden, was es bedeutet, einen Teil seiner Vergangenheit unwiederbringlich zu verlieren. "blaubeeren - cerne jagody" von Maja Nagel und Julius Günzel (Dokumentarfilm, DE 2013, 15 min): Edith Penk besucht täglich eine stattliche Buche. Sie sammelt Blaubeeren in der Muskauer Heide. Doch der heranrückende Tagebau bedroht diese Landschaft. Gäste in der Sendung: unicato-Moderator Markus Kavka spricht mit Filmemacherinnen und Filmemachern über ihre persönlichen Zugänge zum Thema Landschaftstransformation und darüber, wie sich veränderte Umgebungen in ihren filmischen Arbeiten widerspiegeln. Der mexikanische Animationskünstler Victor Orozco Ramirez lebt im Saarland. In seinem Film "Saarvocado" richtet er zunächst den Blick auf die für ihn exotische Schönheit saarländischer Wälder. Mit der Entdeckung von Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg entsteht ein ambivalentes Spannungsfeld zwischen Natur und Nachkriegsspuren. Die Filmschaffenden Maja Nagel und Julius Günzel haben über fast 14 Jahre hinweg das Abtragen der Muskauer Heide durch den Braunkohleabbau filmisch begleitet. Vom schleichenden Heimatverlust erzählt der erste Teil ihrer Langzeittrilogie "blaubeeren - cerne jagody". Fabian Schubert-Heil studierte an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Hamburg und spricht über seine Verbindung zum Moor, dessen Geschichte und die filmische Gestaltung seines Films "Schichten". Lena Tondello stammt aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, jenem Ort, an dem im Juli 2021 weit über hundert Menschen infolge der Flutkatastrophe ihr Leben verloren und unzählige weitere ihre Häuser und wichtigsten Erinnerungen. Im Rahmen ihres Studiums an der Internationalen Filmschule Köln entstand ihr erster Film "Schulweg", der sich mit den persönlichen Folgen des Hochwassers im Ahrtal auseinandersetzt.
(MDR)
Länge: ca. 60 min.







