Frauen, Männer und Kinder säumten die Straßen einer Stadt in Österreich, deren Häuser hinter einem Meer aus Hakenkreuzfahnen und Transparenten verschwunden waren.
Einzigartige Farbfilmaufnahmen aus Klagenfurt belegen in dieser Folge von "Alltag unterm Hakenkreuz" die Euphorie, mit der viele Österreicher Adolf Hitler bei einem Besuch im April 1938 empfingen.
Die Aufnahmen von der Front und aus der Heimat stammen von Personen, die direkt und unmittelbar in die Geschehnisse der Kriegsjahre involviert waren.
Es sind etwa die Filmdokumente eines Panzerjägers, der an vorderster Front zum Einsatz kommt, eine der gefährlichsten Aufgaben, die ein Soldat des Zweiten Weltkriegs haben konnte. Er fängt mit seiner Kamera die heiteren Momente des Soldatenlebens ein, aber auch Grauen, Leid und Tod.
Prof. Dr. Sönke Neitzel ist am Lehrstuhl für Modern History / Global Security an der Universität Glasgow beschäftigt. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist das Zeitalter der Weltkriege.
Österreich nach 1938 - Männer in Tracht mit Hakenkreuzschleife. Private Farbfilmaufnahmen aus Klagenfurt zeigen die Euphorie, mit der viele Österreicher Adolf Hitler bei einem Besuch im April 1938 empfangen haben. Hitler hatte mit einem Aufstand gerechnet, als er 1938 in Österreich einmarschierte. Doch die Österreicher empfingen den Diktator mit großer Begeisterung.
Friedrich Gercke stand in einer Nachschubeinheit hinter der kämpfenden Truppe. Seine Kamera fing ein, was nach Ende des Gefechts passierte und bietet so einen unverfälschten Eindruck aus dem Soldatenalltag.
"Alltag unterm Hakenkreuz", "Arzt an der Front." Die vierte Folge der von Friedrich von Thun präsentierten Dokumentationsreihe "Alltag unterm Hakenkreuz" basiert auf Filmaufnahmen von Doktor Fritz Trautmann. Der Mediziner arbeitete im Zweiten Weltkrieg als Stabsarzt an der Front - zunächst in Frankreich, später in der Sowjetunion. In seiner freien Zeit ist die Kamera sein ständiger Begleiter.Mit ihr dokumentierte er den Alltag der Soldaten und die dramatischen Folgen des Krieges für die umkämpften Städte und Dörfer. Zuerst einen erfolgreichen Vorstoß - bis sich das Blatt im Zweiten Weltkrieg wendet und die Deutschen sich immer weiter nach Westen zurückziehen müssen. "Alltag unterm Hakenkreuz" zeigt hauptsächlich privat gefilmte Aufnahmen, die nicht für Propagandazwecke gedreht wurden. So vermittelt die Reihe einen neuen, unverstellten Blick auf den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg.
Die deutschen Soldaten wurden an ihren Einsatzorten mit einer völlig neuen, oft exotischen Welt konfrontiert. In ihrer spärlichen Freizeit konnten sie manchmal sogar die Sonne genießen.
Hitler hatte mit einem Aufstand gerechnet, als er 1938 in Österreich einmarschierte. Doch die Österreicher empfingen den Diktator mit großer Begeisterung.
Dr. phil. Gerhard Botz ist emeritierter Universitäts-Professor der Universität Wien. Er ist zudem Gründer und Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Historische Sozialwissenschaft.
Die meisten Deutschen erfuhren erst nach Kriegsende von der Frau, die 13 Jahre lang mit dem Diktator zusammengelebt und die er in den letzten Kriegstagen geheiratet hat.