Mit dem Auto durch die Burg:
Das Wasserschloss Gondorf, ehemaliger Stammsitz der Herren von der Leyen, steht im Weg. Es ist das letzte Hindernis auf der linken Moseluferstraße zwischen Kochern und Koblenz. Damit der Autoverkehr aber fließen kann, wird mitten durch das denkmalgeschützte Bauwerk eine fünf Meter hohe und neun Meter breite Durchfahrt gebaut. Seitdem führt die B416 durch das Schloss.
Große Kunst für kleine Leute? Die Staatliche Kunsthalle in Karlsruhe hat eines der innovativsten Museumskonzepte für Kinder
Nach einem Aufruf in der Zeitung kamen über 100 Kinder in die Kunsthalle Karlsruhe. Nun finden jede Woche drei Kunstführungen für Kinder statt. In Deutschland ist das ein Novum. Die Kinder wollen die Bilder nicht nur betrachten, sie wollen auch selber malen. Das wird im Kindergarten gemacht. Die Malschule im Museum ist im Dezember 1969 aber noch ein Wunschtraum, denn das Museum hat bisher nur 1000 Mark für die Kunsterziehung zur Verfügung.
Kinderkunstführung in der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe.
Das Auto wird im Südwesten als Transportmittel immer beliebter und braucht entsprechend immer mehr Pflege. Dafür sorgen neue Tankstellen, auch Benzin-Boutiquen genannt. Dort wird nicht nur ein umfassender Service für das Auto angeboten. Neben der vollautomatisierten Autowäsche stellt der Tankwart auch schon mal dem Fahrer einen Kasten Bier in den Kofferraum
Ein schwäbischer Bäcker aus Berlin liefert zum hundertjährigen Bestehen des Schwabenvereins die geliebten Brezeln, zu 40 Pfennig das Stück. Unter den Exil-Schwaben ist das Laugengebäck so beliebt, dass sie bis zu 20 Kilometer fahren, um sie zu kaufen. Zum Festprogramm gehören natürlich auch Tänze in heimischen Trachten. Die sogenannten Kudamm-Württemberger sind besonders stolz auf die früheren Berühmtheiten des Schwabenvereins in Berlin: Theodor Heuss und Graf Zeppelin. Doch die Vereinsschwaben in Berlin werden immer weniger. Das mag darin begründet sein, dass sie sich in der Stadt gut integriert haben.
An der Pädagogischen Hochschule sind zum Wintersemester 1969 vier von fünf Studienfänger weiblich. Die Hälfte aller Abiturientinnen will Lehrerin werden, die andere Hälfte hat zu Beginn des Studiums häufig noch keinen konkreten Berufswunsch. Und die Zahl der Abiturientinnen, die nicht wissen, was sie studieren und später mal arbeiten sollen, nimmt seit Jahren zu und liegt weit höher als bei den männlichen Abiturienten.
Der bekannte Modeschöpfer Heinz Oestergaard präsentiert in Koblenz seine Arbeit. Mit wenigen Pinselstrichen auf der Tafel und Models auf dem Laufsteg zeigt Oestergaard, was Frauen in der Herbstsaison 1969 tragen. Es ist eine Mode, die in erster Linie der Vernunft folgt: Sie ist nicht extravagant und nur selten verspielt. Bei den Haus- und Straßenkleidern dominieren großkarierte Stoffe mit eher blassen Farben. Sowohl das Design der Kleider als auch der Preis folgen der Maxime des Modemachers Oestergaard, dass Mode für alle da sein soll.
Im November 1969 leben 1550 Saarbrückerinnen und Saarbrücker, darunter 1000 Kinder, in menschenunwürdigen Unterkünften. In sogenannten Obdachlosensiedlungen leben Familien auf engstem Raum. Ein Bad haben die Wohnungen in der Regel nicht, die Toiletten befinden sich außerhalb der Häuser und werden von mehreren Familien gemeinsam genutzt.