1921 wurde die Avus eröffnet: Die jeweils etwa zehn Kilometer langen Geraden wurden durch zwei Kehren verbunden. Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, die die Entwicklung des Automobils in Deutschland vorantreiben sollte. Von Anfang an gab es jedoch auch Kritik. Bei Regen verwandelte sich die Avus in eine glatte, gefährliche Rutschbahn. Schon die ersten Rennen in den 1920er Jahren forderten zahlreiche Todesopfer. Für die Nationalsozialisten wurde die Avus zum Symbol deutscher Überlegenheit. Und sie wurde durch eine gigantische Steilkurve ergänzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Berlin schnell, die Avus wieder als Veranstaltungsort für die Massen zu aktivieren. Die 1950er Jahre erinnerten wieder an alte Glanzzeiten. Doch die Probleme der Strecke blieben: Die Steilkurve forderte immer wieder Opfer, wie den Franzosen Jean Behra, der 1959 tödlich verunglückte. Dieses Rennwochenende bildete eine Zäsur in der Geschichte der Rennstrecke. In den folgenden Jahren stand die Avus weiter in der Kritik: Sie war einfach zu gefährlich. 1967 kam dann das Aus für die Steilkurve, Rennen gab es aber weiterhin - mit tragischen Unfällen. Doch die Avus war für viele Berliner immer auch ein Symbol der Freiheit: Nach der mühsamen Durchquerung der DDR konnte man sich zu Zeiten der deutschen Teilung ohne Tempolimit in die Innenstadt von West-Berlin bewegen. Heute ist die Avus - die erste Straße der Welt, die ausschließlich Kraftfahrzeugen vorbehalten war - noch immer in der Erinnerung ihrer Fans lebendig: Rennstrecke und Legende.
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Großer Preis von Deutschland für Sportwagen auf der Avus, 11. Juli 1926. Der Mercedes 2,0-Liter-8-Zylinder-Rennwagen mit Kompressor von Adolf Rosenberger (Startnummer 19), ging durch einen dramatischen Unfall vollständig in Trümmer.
Hans Herrmann - der ehemalige Formel-1-Fahrer verunglückte 1959 beim Großen Preis von Deutschland auf der AVUS schwer. Der Schwabe erlitt wie durch ein Wunder nur leichte Verletzungen.
Der Wagen des ehemaligen Formel-1-Fahrers Hans Herrmann verunglückte 1959 beim Großen Preis von Deutschland auf der AVUS schwer. Doch der Schwabe erlitt wie durch ein Wunder nur leichte Verletzungen.
Internationales Avus-Rennen, 30. Mai 1937: Rudolf Caracciola (Startnummer 35) auf Mercedes-Benz Stromlinien-Rennwagen W 125 mit 8-Zylinder-Motor M 125 F
Internationales Avus-Rennen, 30. Mai 1937. Rudolf Caracciola (Startnummer 35) auf Mercedes-Benz Stromlinien-Rennwagen W 125 mit 8-Zylinder Motor M 125 F.