Genau an den Strand, an dem sie selbst geschlüpft sind, kehren die Weibchen der Meeresschildkröten nach 20 bis 30 Jahren ihrer Reisen quer durch die Ozeane zurück. Was aber, wenn dieser Strand inzwischen alles andere als ein guter Niststrand ist? Putzig sehen sie aus, wenn sie mit kräftigen Bewegungen ihrer Flossen über den Strand wuseln. Aber nur ein Junges von tausend, so schätzt man, wird eines Tages zu einer ausgewachsenen Meeresschildkröte heranwachsen. Es ist eines der erstaunlichsten Phänomene der Tierwelt: Genau an den Strand, an dem sie selbst geschlüpft sind, kehren die Weibchen nach 20 bis 30 Jahren Wanderungen quer durch die Ozeane zurück. Der innere Kompass, der diese Rückkehr an den Heimatstrand steuert, ist noch immer nicht erforscht. Doch was geschieht, wenn dieser Strand inzwischen alles andere als ein guter Niststrand ist? Wenn womöglich Nestplünderer nachts auf die sanften Riesen warten? Für "Welt der Tiere" ist ein BR-Team nach Borneo gereist - zusammen mit Hiltrud Cordes, einer Deutschen, die dort seit Jahren ein wachsames Auge auf die Strände der Meeresschildkröten wirft.
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Wer mag es ihr vergönnen, wenn sie sich über jedes Schildkrötenbaby mächtig freut? Dr. Hiltrud Cordes ("Hilli"), die Protagonistin der Sendung, am Strand von Sangalaki/Indonesien. Dank des Einsatzes ihrer Initiative, der "Turtle Foundation", konnten bereits über 1 Million junger Meeresschildkröten an diesem wichtigsten Niststrand wieder schlüpfen. Eiersammler haben hier seit einigen Jahren nichts mehr verloren.
Gerade hat das Turtle-Baby das Licht der Welt erblickt, da begegnet es auch schon den ersten Gefahren. Am Strand trachten ihm Krabben, Warane und Greifvögel nach dem Leben - im Wasser sind es dann räuberische Fische. Schafft es die ersten beiden Tage und findet außerhalb des Korallenriffs günstige Strömungen, die es auf die hohe See hinaustreiben, dann ist das Leben schon etwas sicherer geworden.
In Flachwassergebieten, die für die Meeresschildkröten oft wichtige Fressgründe sind, lauern noch immer Gefahren. Immer wieder finden die Artenschützer große Netze, in denen sich dutzende verfangen haben. Bis nach China wird das Fleisch der sanften Meeresreptilien geschätzt.
Die Derawan-Inseln besitzen einige der prachtvollsten Korallenriffe der Welt. Einige Inseln zählen zu den wichtigsten Nistplätzen und Nahrungsgründen für die Grüne Meeresschildkröte. Doch lediglich die Insel Sangalaki besitzt den vollen Schutzstatus. Seit 6 Jahren zeigt die deutsche Schildkröten-Stiftung/ "Turtle Foundation" mit ihren Rangern hier permanent Flagge und bewacht Korallenriffe und Strände.
Eine Grüne Meeresschildkröte im Korallenriff von Sangalaki. Die weiblichen Tiere kommen zur Eiablage genau den Strand zurück, an dem sie selbst vor 20 bis 30 Jahren geschlüpft sind. Wie sie das schaffen, das konnte die Forschung bis heute nicht klären. Ein innerer Kompaß spielt dabei eine Rolle. Bislang wurden kristalline Stoffe im Gehirn der Tiere nachgewiesen, die mithelfen können, die magnetische Erdstrahlung zu registrieren.
Auf der Insel Balembangan plündern Eiersammler noch jeden Tag sämtliche Nester der Meeresschildkröten. Schon bald will Dr. Hiltrud Cordes ("Hilli") von der "Turtle Foundation" hier ein für allemal Abhilfe schaffen. Die abgelegenen Inseln vor Borneo stellen die Artenschützer jedoch vor große logistische Probleme.