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ZDF-Intendant verteidigt Ausladung von Danger Dan: "Unzweifelhaft Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand"

von Glenn Riedmeier in News national
(21.07.2026, 14.46 Uhr)
"Anstalt"-Macher schießen gegen eigenen Arbeitgeber
ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler
ZDF/Tim Thiel
ZDF-Intendant verteidigt Ausladung von Danger Dan: "Unzweifelhaft Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand"/ZDF/Tim Thiel

Seit Ende vergangener Woche erhitzt eine Entscheidung des ZDF die Gemüter: Äußerst kurzfristig wurde der linke Liedermacher und Rapper Danger Dan aus der Jubiläumssendung von  "Die Anstalt" wieder ausgeladen. Eigentlich sollte er dort zusammen mit dem Pianisten Igor Levit den Song "Keine Angst" präsentieren. Dies sorgte nicht nur bei einigen Zuschauern für Unmut, auch die drei Moderatoren der Satiresendung - Max Uthoff, Claus von Wagner und Maike Kühl - kritisierten massiv den ihrer Ansicht nach ungerechtfertigten Eingriff ihres Arbeitgebers. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung verteidigt nun ZDF-Intendant Norbert Himmler die Entscheidung - räumt aber gleichzeitig Fehler ein.

Die Kurzfristigkeit der Ausladung müssen wir uns vorwerfen lassen, äußert sich Himmler selbstkritisch. Wir hätten früher die Grundsatzfrage stellen müssen, am besten schon vor der eigentlichen Einladung. Die Entscheidung, Danger Dan auszuladen, hält der Intendant hingegen für richtig.

Himmler: "Unzweifelhaft Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand"

Himmler erläutert in der SZ: Wir haben es hier meiner Ansicht nach unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun, der in 'freundliche Grüße' an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter mündet. Spätestens bei der letzten Strophe ist klar, dass es keine zweite Ebene, dass es keine Ironie, keine Konjunktive gibt, auf die man sich zurückziehen könnte. Es habe sich herauskristallisiert, dass in dem Auftritt illegale Aktionen und Gewalt denkbare Optionen zu sein scheinen.

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Aus diesem Grund entschied das ZDF kurz vor der Aufzeichnung, den Auftritt von Danger Dan und Igor Levit zu streichen. Der Liedtext könne als Aufruf zu Gewalt verstanden werden. Ein solcher Aufruf steht im Gegensatz zu unseren Programmrichtlinien, erläuterte Oliver Heidemann, Leiter ZDF-Hauptredaktion Show. Zuvor habe es eine intensive redaktionelle Bewertung des Songs gegeben, in die auch das Justitiariat des ZDF eingebunden war.

Himmler: "Uns redet niemand in unsere Arbeit rein"

Im SZ-Interview widerspricht ZDF-Intendant Norbert Himmler der von Danger Dan und Igor Levit via Instagram getätigten Behauptung, dass das Justitiariat den Liedtext zunächst durchgewunken habe: Diese Darstellung ist schlicht falsch. Das Justitiariat hat die Entstehung der Sendung begleitet und frühzeitig und eindeutig davor gewarnt, das Lied ununterbrochen bzw. unwidersprochen auf der Bühne zu inszenieren. Man habe in enger Absprache mit drei Moderatoren versucht, den Auftritt so zu gestalten und einzuordnen, dass er vertretbar gewesen wäre. Auf der Zielgeraden sei auf der Grundlage der Hinweise des Justitiariats die Geschäftsleitung eingebunden worden. Man sei dann zu dem Schluss gekommen, dass das Dilemma im Format 'Die Anstalt' nicht zu lösen war.

Dem Vorwurf, dass das ZDF seine Programm-Entscheidungen nicht unabhängig treffen würde, widerspricht Himmler deutlich: Uns redet niemand in unsere Arbeit rein und das ist auch gut so. Dafür sind wir staatsfern und unabhängig finanziert. Was das ZDF soll, was es darf und was es nicht darf, steht in unseren Programm-Richtlinien.

"Das ZDF hatte lange genug Zeit, sich den Text anzuschauen"

Claus von Wagner, Max Uthoff und Maike Kühl (v. l.)
Claus von Wagner, Max Uthoff und Maike Kühl (v. l.) ZDF/Jens Hartmann

Max Uthoff, Claus von Wagner und Maike Kühl sehen dies logischerweise völlig anders und äußerten sich in einem Interview mit dem Branchendienst DWDL "fassungslos", "ungläubig" und "wütend". Es sei vor allem unprofessionell gewesen. Das ZDF hatte lange genug Zeit, sich den Text anzuschauen, stellte von Wagner klar. Die Songzeilen, die eine Anleitung zum Widerstand gegen rechtsextreme Strukturen und Zeilen enthalten, hätte man als Anlass für eine Diskussion nehmen können und darüber diskutieren können, wie weit Kunstfreiheit reicht und wo vielleicht eine Grenze durch die Lyrics des Songs überschritten wurde, so Kühl. Das alles habe das ZDF aber nicht gewollt und den Künstler eigenständig, gegen unseren Protest, wieder ausgeladen.

Auch Danger Dan selbst sieht in der Ausladung einen Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Gegenüber dem Spiegel meinte der Sänger, der bürgerlich Daniel Pongratz heißt, er rufe niemanden dazu auf, in den kriminellen Untergrund zu gehen. Stattdessen gehe es darum, wie wirksame Antifaschismusstrukturen aufgebaut werden können. Ich verabscheue Gewalt und Im besten Fall gäbe es gar keine Gewalt, sagt Danger Dan. Aber das Problem ist: Sie ist schon längst politische Realität. Über seinen Song "Keine Angst" sagt er: Dieses Lied ist nicht lustig, es ist nicht im Konjunktiv geschrieben. In diesen letzten fünf Jahren hat sich die Situation so zugespitzt, dass nicht mehr viel Raum ist, um noch Witze zu machen. Genau dieser Umstand dürfte allerdings das Problem gewesen sein, das schließlich zur Ausladung geführt hat.

Die 100. Folge von "Die Anstalt", die unter dem Titel "Die AntifAnstalt" läuft, wurde bereits am Wochenende online auf ZDF.de bereitgestellt und wird am heutigen Dienstagabend um 22.15 Uhr linear im ZDF ausgestrahlt. Darin nehmen die drei Moderatoren direkt Bezug auf die Ausladung von Danger Dan und bringen ihre Enttäuschung und Betroffenheit darüber zum Ausruck. Das ZDF wiederum bezog bereits am Samstag in einer Sonderausgabe des Kulturmagazins  "aspekte" Stellung zu der Entscheidung.



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Leserkommentare

  • Hellsfoul schrieb am 26.07.2026, 08.59 Uhr:
    Was ist hier denn los. In den Kommentaren wird jemand verteidigt, der ganz klar zur linken Gewalt aufruft. Letzte Strophe:
    "Es ist eh klar was zu tun ist, ich sag nichts mehr dazu / Liebe Grüsse an Lina, Gucci, Maja und Nanuk"
    Und die genannten Personen, das sind verurteilte Straftäter.
    Stellt euch vor, der Brandanschlag auf das Umspannwerk wäre bei euch daheim passiert. Würdet ihr das immer noch gut heißen?
    Mit solchen Aktionen bewirkt man genau das Gegenteil, von dem was man eigentlich will.
  • BeklopptesTV schrieb am 27.07.2026, 10.35 Uhr:
    Das ist das traurige "Neue Normal" in Deutschland, gefördert durch den ÖRR und bestimmter Parteien :-(
  • Stadtreinigung schrieb am 23.07.2026, 02.01 Uhr:
    Kein Problem, die Folge war doch der Hammer, das Lied gabs ja trotzdem in der  der Sendung! Davon abgesehen ist ZDF eh eher nen Populisten Sender und die meisten Dokus auf ZDF sind eher so influencer Standard "Qualität" deshalb easy. Und die Sendung hatte durch das Echo noch viel mehr Zuschauer. Besser hätte es nicht laufen können. Grüße an die Anstalt und Danger Dan sowie an alle die nicht blaubraun verstrahlt sind.
  • User 728678 schrieb am 22.07.2026, 12.34 Uhr:
    Ich find‘s richtig.
    Möchte mir gar nicht vorstellen was los wäre, wenn dasselbe Lied, jedoch mit Aufruf auf Jagd auf die linke Szene veröffentlich würde, und im Öffentlich Rechtlichen ausgestrahlt werden sollte.
    „Nur“ weil es zur Jagd auf Rechts aufruft, kann es doch nicht plötzlich okay sein!
    Sind wir jetzt schon wieder so weit daß die RAF als Freiheitskämpfer eingestuft werden, oder wie?
    Ich bin nicht der Meinung das Satire alles darf. Und das alles, was man irgendwie durchmogeln will, ganz schnell als Satire eingestuft wird….
  • Beitrag entfernt
    Beitrag redaktionell entfernt.
  • Fira schrieb am 21.07.2026, 22.13 Uhr:
    Ich kann das ja einerseits schon ein bisschen verstehen. Aber hätte man sich mit den „Anstalt“-Machern zusammengesetzt und sich angehört, was die nämlich konkret geplant haben, hätte es die Extra-Ausgabe von „Aspekte“ vielleicht gar nicht mehr gebraucht. Ich habe mir beide Sendungen angeschaut und fand es etwas rätselhaft, da hier wohl wirklich die Kommunikation fehlte. Offenbar hatte man bei „Aspekte“ keine Ahnung, was in der „Anstalt“ geplant war, und so entschied man einfach über deren Köpfe hinweg, dass es in der „Anstalt“ keinen Platz für eine einordnende Auseinandersetzung gäbe. 🙄🤷🏻‍♀️
  • User_389305 schrieb am 21.07.2026, 17.28 Uhr:
    Ein wirkliches Armutszeugnis für das ZDF. Unglaublich!
  • Old School schrieb am 21.07.2026, 17.05 Uhr:
    👍👏🏼 Wurde auch mal Zeit! Es kann nicht sein das linker Terror salonfähig ist und man ungestraft nach der RAF singen darf, aber die AFD verbieten wollen! Dann muß man auch sagen weg mit der SED-Nachfolgepartei Die Linke.
  • Old School schrieb am 23.07.2026, 17.57 Uhr:
    Aha, hier ist so ein Kandidat, nennt sich noch Stadtreinigung! Ein Schelm wer ... Denke mal er schließt von sich auf andere, hat sich nen neuen bzw. zusätzlichen Account zugelegt und taucht hier die letzten Tage plötzlich mit diesem Namen auf. 🙄
    Vritra, klar doch - aber wenn sie dran sind gehts los! sind 40 Jahre DDR nicht genug?
  • Stadtreinigung schrieb am 23.07.2026, 02.10 Uhr:
    @oldschool, du hast "aus versehen" mit deinen beiden Fake Accounts hintereinander geopostet. Das du hier mit frei erfundenen Populisten Müll AFD Werbung machst kann ich Dir noch nicht mal übel nehmen, ist ja jetzt Mainstream. Und zum Bürgergeld (jetzt Grundsicherung) kannst du Dir auch schwarz was dazu verdienen.
  • Vritra schrieb am 22.07.2026, 14.55 Uhr:
    Die Linke ist nicht bestrebt die Demokratie und den Rechtstaat abzuschaffen, die AfD schon.
  • Old School schrieb am 22.07.2026, 06.37 Uhr:
    Und in der DDR wurde das braun rot überstrichen und das selbe System wurde als Sozialismus verkauft! 😆
  • Atlantos schrieb am 22.07.2026, 01.39 Uhr:
    Und in der CDU  waren viele ehemalige NSDAP Mitglieder ...
  • upsi schrieb am 21.07.2026, 16.17 Uhr:
    Im Text steht „einige Zuschauer“ hätten sich an der Ausladung gestört.
    Da frag ich mich, wie man „einige“ definiert.

    Desweiteren beteuert Dr. Himmler, man ließe sich nicht reinreden, ins Geschäft.
    Das wiederum krieg ich nicht zusammen damit, dass das ZDF sich an Sanktionslisten hält, die von der USA vorgeschrieben wurden.

    Das sind schräge Zeiten inzwischen und ich hoffe, viele lassen sich von Danger Dan und Igor Levit zu Widerspruch und Widerstand inspirieren.

    Nicht, dass in einiger Zukunft für die jetzigen Widerständler Kränze niedergelegt werden, so wie gestern für Staufenberg.

    Wehret den Anfängen!
  • Stadtreinigung schrieb am 23.07.2026, 02.13 Uhr:
    Ja die müssen halt auch Prioritäten setzen, ich denke die Mitarbeiter hätten die zigtausend Morddrohungen in folge der Ausstrahlung nicht ertragen. Und ob nicht eine ausgeführt geworden wäre, weißte bei dem ganzen niedrig IQ Pack auch nicht.