Auf der Suche nach einer seltenen Storchenart ist der Ornithologe Fernando mit seinem Kajak auf einem Fluss im Norden Portugals unterwegs. Über sein Handy hält er Kontakt zu seinem Partner Sérgio, doch die Gegend ist so abgelegen, dass die Verbindung immer wieder abbricht. Überwältigt von der Schönheit der Natur, gerät Fernando in eine Stromschnelle, kentert und verliert das Bewusstsein. Als er wieder erwacht, haben ihn zwei chinesische Pilgerinnen aus dem Wasser gezogen, die ganz eigene, bizarre Pläne mit ihm haben. Fernando muss sich vor seinen Helferinnen retten und allein durch den dichten Wald kämpfen, vorbei an mysteriösen Hindernissen und erotischen Begegnungen. Der Weg führt ihn an seine körperlichen und geistigen Grenzen. Wie durch ein Wunder wird er am Ende ein anderer Mann sein. João Pedro Rodrigues, der seit seinem Debütfilm "O Fantasma" (2000) zu den wichtigsten Regisseuren Portugals und den aufregendsten Auteurs des queeren Kinos zählt, hat mehrfach betont, dass "Der Ornithologe" sein bislang persönlichster Film ist. Fernandos Odyssee durch eine betörend surreale Dschungelwelt ist zugleich eine zeitgemäße und höchst intime Interpretation der Legende des Heiligen Antonius, dem portugiesischen Landesheiligen. Ein Film wie ein Traum von Tod, Auferstehung und Märtyrertum, der sexuelle und spirituelle Grenzen auflöst und die Hauptfigur an das Ende einer Suche geführt, die schon lange vor der Kajakfahrt begonnen hat. Bei den Filmfestspielen in Locarno wurde "Der Ornithologe" als Meisterwerk gefeiert und Rodriguez mit den Silbernen Leoparden für die Beste Regie ausgezeichnet.
(rbb)
João Pedro Rodrigues löst mit seiner kontemplativen und traumhaften Filmwelt die Grenzen zwischen Spiritualität und Katholizismus, Wirklichkeit und Traum, Glaube und Verstand auf. "Der Ornithologe", seine queere Adaption des heiligen Antonius von Padua, wurde auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet – unter anderem 2016 in Locarno für die beste Regie. Gekonnt verbindet er katholische und spiritistische Motive zu einem zutiefst poetischen Film. Auch die Profession seines Protagonisten kommt nicht von ungefähr. Rodrigues selbst hatte, bevor er sich dem Kino zuwandte, Biologie mit Schwerpunkt Vogelkunde studiert.
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