Konsumieren, regional und umweltverträglich, das kann so einfach sein - folgt man den Siegeln und Labels, die das suggerieren. Sie sollen Vertrauen schaffen, doch oft steckt mehr Marketing als Realität dahinter. Die Flut an Eigenkreationen, unklaren Definitionen und Werbebegriffen bei Siegeln und Labels macht es Verbrauchern schwer, sich zurecht zu finden. Gerade in der Textilbranche hat sich eine wahre Siegel-Industrie entwickelt. Viele Hersteller erfüllen zwar formale Mindeststandards, umgehen aber strenge Kontrollen, indem sie nur einen Teil ihrer Kollektion zertifizieren lassen. Viele Marken erfinden sogar eigene Hauslabels, die keinerlei Kontrolle unterliegen. Auch bei Lebensmitteln wird getrickst: Auf Obst und Gemüse prangen immer häufiger regionale Siegel. Doch "aus der Region" ist kein geschützter Begriff. Oft reicht es, wenn das Produkt in der Region verpackt oder gelagert wird. Bei verarbeiteten Lebensmitteln genügt es manchmal, dass nur ein kleiner Anteil der Zutaten tatsächlich aus der angegebenen Region stammt. Moderator Jo Hiller zieht am Ende seiner Reise durch die Siegel-Welt eine ernüchternde Bilanz.
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