Parkinson-Patient Christian Lorek steht eine besondere OP bevor: Mit der „tiefen Hirnstimulation“ soll das Zittern seiner Hände gestoppt werden, ein typisches Symptom der Parkinson-Krankheit. Dafür werden zwei Elektrodenkabel rund acht Zentimeter tief in sein Gehirn implantiert. Sie senden von dort dauerhaft Stromimpulse aus. Doch wird die Therapie wirken? Auch bei Epilepsie könnte das Verfahren eingesetzt werden. Doch Epilepsie-Patient Tim Sturm scheut einen Eingriff in sein Gehirn. Kann ihm ein erst kürzlich zugelassenes Schädeldecken-Implantat helfen, das von außerhalb durch den Kopfknochen hindurch das Gehirn mit Strom stimuliert? Im Kampf gegen schwere Depressionen ist die tiefe Hirnstimulation noch im Versuchsstadium. Am Uniklinikum Freiburg erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Verfahren und sehen bei ihren Probanden immer wieder erstaunliche Erfolge: Waren sie vorher von extremen psychischen Belastungen und Suizidgedanken geplagt, so zeigen sie unter der Strombehandlung wieder Lebensfreude. Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Marseille wollen zunächst das Gehirn auf Zell-Ebene verstehen, um die Möglichkeiten der Stromtherapien zu erweitern. Gemeinsam mit Materialforschern suchen sie nach dem perfekten Implantat, das flexibel und stabil zugleich sein sollte. Ärzte, Betroffene und Forschende aus Deutschland, Frankreich und England geben Einblick in bahnbrechende Therapien und neue technologische Entwicklungen. Die Wissensdoku macht deutlich: Neuro-Implantate für das Gehirn können Patienten eine Perspektive bieten.
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Die Tiefe Hirnstimulation (THS) ist zur Behandlung von Parkinson bereits seit längerem zugelassen. Wie genau die Stimulation mit Strom im Gehirn wirkt, wird jedoch nach wie vor erforscht.