Meeresschildkröten sind weltweit bedroht. Wilderer stehlen ihre Eier, Fischernetze werden zur tödlichen Falle. Eine Spurensuche zwischen Nicaragua, Senegal und Florida. Obwohl sie seit 160 Millionen Jahren in den Ozeanen leben, schafft es der Mensch, Meeresschildkröten in wenigen Jahrzehnten auszurotten. Begehrt als Delikatessen, gefährdet durch Fischernetze. Der Film zeigt, wie sich Menschen weltweit für den Schutz einsetzen. Obwohl alle Meeresschildkröten weltweit unter Schutz stehen, gelten sie in vielen Ländern noch als Delikatesse. Zehntausendfach landen sie auf den Tellern, und ihre Eier werden von Wilderern aus den Nestern am Strand gestohlen. Am Pazifikstrand im Norden von Nicaragua verfolgt der Autor Michael Nieberg mit seinem Team Wilderer. Jede Nacht warten die illegalen Jäger auf Weibchen der Oliv-Bastardschildkröte und der Grünen Meeresschildkröte, um sie bei der Eiablage zu beobachten und alle Eier zu stehlen. "Beinahe 100 Prozent aller Eier werden entnommen, so kann sich die Art hier in der Gegend nicht weiter vermehren", berichtet Daniela Berg. Sie hat am Strand von Venice eine Schildkröten-Schutzstation gegründet. Jede Nacht versucht sie mit Freiwilligen, den Wilderern zuvorzukommen und die Eier in ihrer bewachten Anlage auszubrüten. Im Senegal werden die Meeresschildkröten durch Fischerei gefährdet, landen entweder direkt auf dem Teller in armen Fischerdörfern oder verenden als Beifang in den kilometerlangen Netzen industrieller Trawler. Dass die Meeresschildkröten immer noch gern gegessen werden, hat auch mit rückläufigen Fischbeständen zu tun. Aber der Verzehr ist nicht ungefährlich: Einige Schildkrötenarten bilden Gifte, die eine seltene, teilweise tödlich verlaufende Erkrankung nach dem Verzehr des Fleisches auslösen. Ein ganz anderes Bild bietet sich dem Team in den USA: In Florida, in den Dünen von Juno Beach, liegt das "Loggerhead Marinelife Center", eine Tierklinik ausschließlich für Meeresschildkröten, ausgestattet mit Röntgengeräten, OP-Saal und MRT. "Die meisten wurden durch Bootsschrauben verletzt - oder durch Fischernetze und -leinen", berichtet Tierärztin Heather Barron. Zu Forschungszwecken werden einige Meeresschildkröten mit Peilsendern versehen, so können die Forscher vom "Loggerhead Marinelife Center" die oft mehrere Tausend Kilometer langen Reisen beinahe live verfolgen. "Es sind faszinierende Wesen, die letzten Dinosaurier auf der Erde", schwärmt Forschungsleiter Justin Perrault.
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