Drei Menschen, drei Träume - drei Schicksale, die sich kreuzen: Jean, René und Janine stammen aus verschiedenen Gegenden, Milieus und Generationen. Jean kommt aus einer bürgerlichen Kleinstadtfamilie. Er will "es zu etwas bringen", in der Politik oder als Schriftsteller. Doch alle Wege zum Erfolg führen zunächst in die Hauptstadt. Also zieht er nach Paris. René ist ein ehrgeiziger Bauernsohn, der das Landleben satt hat und von einem besseren Leben träumt. Er verläßt den elterlichen Hof und wird in der Stadt in einem mittelständischen Unternehmen angestellt. Fünfzehn Jahre später hat er es geschafft, sich zum technischen Direktor einer Textilfirma hochzuarbeiten. Doch die Zeiten ändern sich schneller, als sich René anpassen kann: Das Unternehmen wird von einem großen europäischen Konzern verschlungen, und René wird ein neuer Direktor vor die Nase gesetzt. Die neue Situation an seinem Arbeitsplatz bringt schließlich Renés ganzes Leben durcheinander. Janine, Tochter eines Metallarbeiters, wächst in einer bescheidenen Zweizimmerwohnung in Paris auf. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als "aus ihrer Haut zu schlüpfen". Gegen den Willen ihrer Eltern setzt sie alles daran, Schauspielerin zu werden. Sie lernt Jean kennen und lieben. Jean verläßt Frau und Kinder, um mit ihr zusammen zu leben. Doch seiner Frau Arlette gelingt es schließlich mit "den Waffen einer Frau", Jean zurückzugewinnen. Zwei Jahre später wird Janine in derselben Firma als Stylistin angestellt, in der René sich auf dem absteigenden Zweig befindet. Ihre Wege kreuzen sich. Jean, René und Janine kämpfen um die Verwirklichung ihrer Träume, sind abwechselnd Gewinner, Verlierer, glücklich, ängstlich und verzweifelt...: kurz: sie leben. Anhand dreier menschlicher Schicksale und mit Hilfe der Erkenntnisse moderner Verhaltensforschung analysiert Alain Resnais Film das menschliche Verhalten. MEIN ONKEL AUS AMERIKA ist eine gelungene Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm, die Thesen der Verhaltensforschung sowohl stützt als auch ironisiert und eine Fülle von Denkanstößen vermittelt.
(arte)
Länge: ca. 126 min.
Deutscher Kinostart: 18.09.1981
Original-Kinostart: 21.05.1980 (F)
FSK 16
Cast & Crew
- Regie: Alain Resnais
- Drehbuch: Jean Gruault, Henri Laborit
- Buchvorlage: Writings, Henri Laborit
- Produktion: Philippe Dussart
- Musik: Arié Dzierlatka
- Kamera: Sacha Vierny
- Schnitt: Albert Jurgenson