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Mensch Franziskus!

Der unberechenbare PapstD/I/RA, 2018

ZDF und claudio peri
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Filminfos

Deutsche TV-Premiere: 13.03.2018 (ZDF)
Er ist bekennender Fußballfan und gelernter Chemietechniker. Er liebte einst den Tango - und wohl eine junge Frau. Vor fünf Jahren wurde er zum Papst gewählt. Seither hat Franziskus vieles anders gemacht als seine Vorgänger: keine roten Schuhe, kein Appartement im Papstpalast, dafür Gesten der Demut und Bescheidenheit. Ein Pontifex, der viele begeistert - und manche im Vatikan entsetzt. Schon bei seinem ersten Auftritt versetzt der neu gewählte Papst Franziskus die Welt in Erstaunen.
Statt in prunkvollen Gewändern tritt er in einer schlichten weißen Soutane auf den Balkon des Petersdoms: für Traditionalisten eine Missachtung der päpstlichen Würde. Für viele Reformer innerhalb der Kirche ein Zeichen der Hoffnung. Auch bei vielen Gläubigen genießt der Papst bald Kultstatus. Franziskus wird Papst in einer Zeit des Umbruchs: Skandale um Missbrauch und Korruption erschüttern den Vatikan. Der katholischen Kirche laufen die Mitglieder in Scharen davon. Alle Hoffnungen ruhen deshalb auf dem Neuen aus Lateinamerika.
Er soll in Rom den "Saustall aufräumen", so eine Anhängerin gegenüber "ZDFzeit". Papst Franziskus legt einen fulminanten Start hin. Er kritisiert die eigene Kurie scharf. Er geht hart gegen Geldwäsche und Korruptionsfälle in der Vatikanbank vor. Er tauscht Führungspersonal im Vatikan aus, sogar einige seiner engsten Mitarbeiter. Damit schafft er sich nicht nur Freunde.
"Er hat viele kompetente Leute entlassen und Chaos verursacht", erzählt ein Insider. Plötzlich kommen die ersten Kritiker aus der Deckung. Besitzt der Erzbischof vom anderen Ende der Welt überhaupt die Fähigkeit, die Kurie und die Weltkirche zu reformieren? Wie schwierig es ist, etwas zu verändern, merkt Franziskus nicht zuletzt im Kampf gegen sexuellen Missbrauch. "ZDFzeit" trifft den Schweizer Daniel Pittet, der als Kind von einem Priester über Jahre hinweg vergewaltigt wurde. Ein Fall unter vielen weltweit. Der Papst findet tröstende Worte.
Aber die Aufarbeitung insgesamt stockt, weil die Kurie nicht mitzieht. Die Mehrheit der Bischöfe verweigert dem Papst die Gefolgschaft, als er Homosexuelle anerkennen möchte. Offene Opposition gab es beim Vorstoß des Papstes, wiederverheirateten Geschiedenen den Empfang der Kommunion zu erlauben. Wie viel Modernisierung lässt die traditionsreiche konservative Weltkirche überhaupt zu? Franziskus lässt sich nicht beirren. Immer wieder besucht er Flüchtlinge. Er trifft Verbrecher in Gefängnissen und reist zu den Ärmsten der Armen.
Er wird nicht müde, die Profitgier der Wirtschaft zu geißeln. Bergoglio: "Das Geld muss uns dienen, es darf nicht regieren." Der Papst, ein Radikaler? Als Spätberufener legt Jorge Mario Bergoglio eine steile Karriere bei den Jesuiten hin. Mit Mitte 30 steht er an der Spitze des mächtigsten katholischen Männerordens in ganz Argentinien. Bergoglio gilt damals als autoritär und arrogant. Bis heute ist seine Rolle in der Militärdiktatur der 70er Jahre nicht restlos geklärt. Mit Anfang 50 hält Bergoglio inne.
Eine Spur führt nach Boppard am Rhein. Dorthin zieht er sich zurück, um seinen Weg zu überdenken. Zurück in Argentinien, scheint es mit der Karriere vorbei zu sein. Doch es kommt anders: 2013 wird er völlig unerwartet als erster Lateinamerikaner an die Spitze der katholischen Kirche gewählt. Da ist Bergoglio schon 76 Jahre alt. Als Papst begeistert der Argentinier die Gläubigen.
Zu seinen Messen kommen die Menschen zu Tausenden. Doch nach fünf Jahren Pontifikat beginnt der Zauber des Anfangs zu verblassen. Seine Gegner sind zahlreich - und sie sind mächtig. "In den letzten 100 Jahren hat es nie einen solchen Widerstand gegen den Papst gegeben", so Vatikan-Experte Marco Politi gegenüber "ZDFzeit". "ZDFzeit" zieht Bilanz: Was hat Papst Franziskus bisher erreicht? Wie viel Zeit bleibt dem 81-Jährigen noch? Kann er seinen Feinden trotzen? Familie, Vertraute und Gegner lassen den Menschen Jorge Mario Bergoglio hinter dem Amt des Papstes aufscheinen.
(ZDF)
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