2023 veranstaltete das Amsterdamer Rijksmuseum, das Nationalmuseum der Niederlande, die bis dahin größte Sonderausstellung zum Werk von Jan Vermeer (1632-1675). Mit zahlreichen internationalen Leihgaben gehörte sie zu den größten Werkschauen, die dem bedeutenden Maler des 17. Jahrhunderts je gewidmet wurden. Sie versammelte bekannte Gemälde wie "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" (Mauritshuis, Den Haag), "Der Geograph" (Städel Museum, Frankfurt am Main), "Briefschreiberin und Dienstmagd" (National Gallery of Ireland, Dublin), "Frau mit Waage" (National Gallery of Art, Washington, D.C.) und die von Marcel Proust geliebte "Ansicht von Delft" (Mauritshuis, Den Haag). In Delft lebte und arbeitete Jan Vermeer, der vor allem für seine ruhigen, besinnlichen Interieurs, eine beispiellose Verwendung von hellem, farbigem Licht und seine illusionistischen Perspektiven bekannt wurde. Mit etwa 35 Gemälden hinterließ er ein relativ kleines Oeuvre. Da seine Bilder jedoch zu den wertvollsten Schätzen von Museumssammlungen zählen, werden sie selten auf Reisen geschickt, die Amsterdamer Retrospektive war ein logistischer Kraftakt. Die Ausstellung bot Kuratoren und Forschern die einmalige Gelegenheit, die Gemälde des Malers miteinander zu vergleichen und dabei auch auf modernste materialtechnische Untersuchungen zurückzugreifen: So konnten sie Vermeers Werk weiter entschlüsseln und narrativ neu aufbereiten.
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Jan Vermeers „Mädchen mit rotem Hut“ (1664-1667) gilt als eine seiner zahlreichen Darstellungen von Fantasiemodellen, die, soweit bekannt, nicht als Porträts bestimmter Personen gedacht waren.