Der Film verfolgt mehr als eineinhalb Jahre den Arbeitsalltag in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Landesklinikum Tulln und nähert sich einfühlsam an das Thema "psychische Erkrankungen" an. Im Fokus stehen die Schicksale von Kindern und Jugendlichen, die wegen unterschiedlichster psychischer Probleme in Behandlung sind. Der Dokumentarfilm verzichtet auf Interviews und Off-Kommentare, konzentriert sich stattdessen auf einen präzisen Beobachterblick. "Alle fragen sich, warum ich so seltsam bin. Keiner weiß eine vernünftige Erklärung", sagt Leonie überlegt und ruhig. Und: "Ich hoffe, ich werde mich bald ändern, sodass ich wie die anderen sein kann." Diese Szene bringt die seelische Belastung zum Ausdruck, unter der das junge Mädchen wegen seiner Krankheit leidet, aber auch den hohen Anpassungsdruck, "normal" zu werden. Kameramann Johannes Hammels hält mit seiner mobilen Kamera zahlreiche Interaktionen fest, wie die eines Jungen, der von einer Lehrerin der Abteilungsschule trotz großen Widerstands geduldig zum Lernen bewegt wird. Oder die Diskussion eines Oberarztes mit einer jungen Patientin, deren Arme voller Ritznarben sind, über den Verlauf ihrer Behandlung, die Medikation und die Zuverlässigkeit ihrer Selbstkontrolle. Im Fokus des Dokumentarfilms steht ebenso das unermüdliche Engagement des Teams rund um Klinikleiter und Autor Paulus Hochgatterer, das seine Schützlinge hoch professionell betreut. In Abteilungsbesprechungen diskutieren das ärztliche und pflegerische Betreuungsteam nicht nur Diagnosen und Behandlungen, sondern wiederholt auch Strategien, wie Kinder bei Verdacht auf Misshandlung und Missbrauch möglichst langfristig und schonend geschützt werden können. Eine große Herausforderung, denn das Team begleitet seine Schutzbefohlenen nur eine kurze Zeit, bevor diese wieder in ihren Alltag zurückkehren. Eine weitere Herausforderung ist der akute Personalmangel, der ebenfalls thematisiert wird. Constantin Wulffs Dokumentarfilm "Wie die anderen" ist auch eine Untersuchung einer Institution und ihrer gesellschaftlichen Funktion: Wie viel Hilfe kann eine Klinik leisten, und wie viel Druck, wie die anderen zu werden, entsteht im Rahmen dieser Unterstützung? Wie sehr ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie fähig, Leben positiv zu beeinflussen? Psychische Beeinträchtigungen rufen in der Öffentlichkeit immer noch Verunsicherung und diffuse Ängste hervor. Der Film thematisiert diese sensible Problematik und setzt ein beeindruckendes Zeichen für die Enttabuisierung und gegen Stigmatisierung.
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