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Die Magermilchbande
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Deutsche Erstausstrahlung: 20.09.1979 (ARD)

In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs wurden Hunderttausende Schüler aus den von Bomben bedrohten Großstädten evakuiert. Ganze Schulklassen mussten weit fort von zu Hause und kamen in so genannte Kinder-Landverschickungslager. Kurz vor Kriegsende, im April 1945, ist eine Berliner Schulklasse, die in der Nähe der böhmischen Stadt Pilsen untergebracht war, auf der Flucht vor der heranrückenden Front. Der Personenzug in Richtung Bayern, in dem sich die Jungen mit ihren Lehrern befinden, bleibt mit Lokschaden stehen. Zu Fuß geht es auf der Landstraße weiter. Das Ziel ist der nächste Bahnhof. Max Milch, der Magermilch genannt wird, nimmt mit seinen Freunden Peter und Adolf eine Abkürzung durch den Wald. Adolf läuft sich Blutblasen. In einem böhmischen Dorf mit Wehrmachts-Lazarett verbindet man Adolfs Fuß. Der alte Lehrer Karrer spürt die Jungen auf. Ein NS-Unteroffizier nimmt die vier in einem Wehrmachts-Fahrzeug mit. Die Magermilchbande hat eine Flucht mit vielen Irrwegen und Gefahren vor sich.

(BR)

mit Richard Knotek (Max Milch), Karl Lange (Pfarrer), Rüdiger Friedrichs (King), Ernst Fritz Fürbringer (Lehrer Karrer), Gabriele Hirmann (Tilli), Harald Dietl (Bauer Lederer), Ditta Kaplan (Bille), Wolfgang Kieling (Soldat), Manfred Seipold (Soldat), Thomas Vacek (Peter Reuther), Raul Schranil (Bürgermeister), Lenka Korinek (Helga), Katharina Lopinski (Sophie Scherdel), Radoslav Brzobohaty (Captain Rushing), Nadja Urbanek (Sekretärin), Reinhard Kolledhoff (Maluche), Marianne Hoppe (Doda Merz), Lis Verhoeven (Ada Winter), Sidon Sirovy (Adolf Zeesen), Libusa Nedej (Köchin), Heinrich Narenta (Röhling), Eva Bumbry (Tante Erna), Peter Vorisek (Dieter), Götz-Olaf Rausch (Konzelmann)

Regie: Thomas Fantl

Drehbuch: Oliver Storz

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Fernsehlexikon

7 tlg. dt. tschechoslowak. historische Jugendserie von Oliver Storz, Dieter Hildebrandt, Barbara König und Frank Baer nach dem gleichnamigen Buch von Frank Baer, Regie: Thomas Fantl.

Die Berliner Kinder Max Milch (Richard Knotek), genannt Magermilch, Peter Reuther (Thomas Vacek) und Adolf Zeesen (Sidon Sirovy) sind gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem Weg zurück vom Land, wohin sie wie viele andere Kinder evakuiert worden waren, nach Hause. Sie flüchten vor der heranrückenden Front von Böhmen nach Bayern. Der Lehrer Karrer (Ernst Fritz Fürbringer), der sie begleitet, stirbt bei einem Fliegerangriff. Sie müssen sich allein durchschlagen. Als sie die Waise Tilli (Gabriele Hiermann) finden, nehmen sie sie in ihre Gruppe auf. Später kommt noch die Schülerin Bille (Ditta Kaplan) dazu. Sie treffen zwei desertierte Wehrmachtssoldaten (Wolfgang Kieling und Manfred Seipold) und schlagen sich nach Bayern durch. Auch nach Kriegsende dürfen sie noch nicht sofort zurück nach Berlin und werden bei dem mürrischen Bauern Lederer (Harald Dietl) einquartiert. Sie versuchen ihren amerikanischen Bewachern zu entkommen und bringen sich dabei in große Gefahr. In Schwandorf kümmert sich die junge Flüchtlingsfrau Sophie Scherdel (Katharina Lopinski) um sie.

Die Kinder lernen den fremden Lebensstil der siegreichen amerikanischen Soldaten kennen. Peter freundet sich mit King (Rüdiger Friedrichs) an, der für die Amerikaner arbeitet. Dessen Freundin, die Sängerin Helga (Lenka Korinek), flirtet mit dem amerikanischen Offizier Captain Rushing (Radoslav Brzobohaty), um an Transportgenehmigungen heranzukommen. Rushings Sekretärin (Nadja Urbanek) hilft den Kindern, bis Marktredwitz in der Oberpfalz zu kommen, wo Adolfs reiche Großtante Doda Merz (Marianne Hoppe) sie in ihrer Villa aufnimmt. Adolf erfährt, dass seine Eltern umgekommen sind. Sophie Scherdel nimmt ihn und Tilli bei sich zu Hause in Hof auf. Die drei älteren Mitglieder der Magermilchbande schaffen es endlich, sich durch die sowjetische Zone nach Berlin durchzuschlagen. Ob ihre Familien überlebt haben, bleibt aber offen.

Frank Baer schrieb das Buch, auf dem die Reihe beruht, auf der Grundlage von Berichten von 400 erwachsenen Berlinern, die als Jugendliche in NS Kinder-Landverschickungslagern waren und deren Rückkehr in die Heimat von traumatischen Erlebnissen begleitet war. Der direkte Weg zurück nach Berlin war abgeschnitten, viele Kinder wurden von ihren Klassen getrennt oder von ihren Lehrern allein gelassen, und die Bewohner im Bayerischen Wald waren von der Ankunft Zehntausender erschöpfter und verängstigter Kinder überfordert.

Die Serie wurde mit erheblichem Aufwand an verschiedenen Orten in der Tschechoslowakei gedreht. Die 50 minütigen Folgen liefen im regionalen Vorabendprogramm. 2005 brachte der Bayerische Rundfunk die Serie technisch auf Hochglanz und zeigte sie in 14 halbstündigen Folgen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

im Fernsehen

Zurzeit nicht im deutschen Fernsehen.

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