Benefiz-Spielshow mit Ingo Dubinski. Dubinski bekommt am Anfang jeder Sendung in der Art von Kobra, übernehmen Sie die Aufgabe gestellt, eine gute Tat zu vollbringen, für die eigentlich die Mittel fehlen, z. B. einen Spielplatz oder ein Bärengehege zu bauen oder einem Kinderzirkus zu helfen, dem sein altes Zelt davongeflogen ist. Geld hat er keines zur Verfügung, und auch die Zeit ist streng auf wenige Tage begrenzt - er ist darauf angewiesen, Freiwillige und Unternehmen zur kostenlosen guten Tat zu überreden.
Lange vor der Welle der Doku-Soaps und Heimwerkersendungen verband Jetzt oder nie deren Elemente mit einem Wettlauf gegen die Zeit, einem sozialen Hintergrund und der Herausforderung, Menschen zu überreden, sich in den Dienst einer guten Sache zu stellen. Manchmal ging es auf ganz ungeplante Weise schief: In der Pilotfolge soll in Pfaffenhofen eine Skateboard-Bahn gebaut worden sein, die niemand wollte und kurz darauf konsequenterweise wieder verschwand. Auf Kritik stieß die Art, wie die Firmen präsentiert wurden, die mithalfen, das Unmögliche möglich zu machen. Denn auch die ARD machte das eigentlich Unmögliche möglich und versprach den Sponsoren, nicht nur, wie eigentlich vorgeschrieben, im Abspann aufgelistet, sondern "in Wort und Bild" genannt zu werden. Dies sei ein "Ausnahmefall der öffentlich-rechtlichen Werberichtlinien", versprach die Produktionsfirma G.A.T. in einer Ausschreibung: "Dieses TV-Engagement liefert hohe Sympathiewerte mit garantierten Kontakten und vielseitigen, zusätzlichen Auswertungsmöglichkeiten." Andererseits widersprach es zumindest dem Geist des Rundfunkstaatsvertrages, der gerade diese Art des Sponsorings verbot.
Jetzt oder nie brachte es auf 17 Folgen von 45 Minuten, die erst im Vorabendprogramm, ab 1993 montags um 20.15 Uhr liefen. Das Format stammte aus Großbritannien und hieß dort "Challenge Anneka". Anneka Rice war die Moderatorin.