57 tlg. brit. Krimiserie von Brian Clemens ("The Professionals"; 1977-1983).
Major George Cowley (Gordon Jackson) ist Kopf der Spezialeinheit CI5, die gegen all diejenigen Terroristen, Spione und Verräter kämpft, die den anderen Sicherheitskräften bisher entwischen konnten, und zwar mit den Methoden, die die anderen aus guten Gründen nicht anwenden dürfen. Cowley, der nur dem Premierminister unterstellt ist, erteilt die Aufträge, die dann der zynische Bodie (Lewis Collins), früher Fallschirmspringer, und der sensible Doyle (Martin Shaw), früher Polizist, ausführen. "CI" steht für "Central Intelligence", und wie alle guten Agenten sind natürlich auch Bodie und Doyle nummeriert: Sie sind Agent 3.7 bzw. Agent 4.5.
Die Botschaft der Profis war klar: Wer gegen das Böse kämpft, darf alles und muss sich nicht blöde kontrollieren lassen. Irgendwelche Grundregeln, wie man mit Gefangenen oder Verdächtigen umzugehen hatte, galten nicht für die CI5, allerdings wollte Doyle im Unterschied zu Bodie manchmal erst Fragen stellen, bevor er schoss oder zuschlug. Wichtig im Kampf gegen den Terrorismus schien aber vor allem die Fähigkeit, im Londoner Straßenverkehr einen Ford Capri mit der Handbremse zur abrupten Kehrtwende bewegen zu können.
In Großbritannien war die Serie die zweiterfolgreichste nach Dallas und damit die erfolgreichste britische Serie überhaupt. Auch in Deutschland wurden Die Profis ein Klassiker. Die Serie war mit ungewöhnlich vielen Actionszenen, Spezialeffekten und Drehs vor Ort gespickt. Dazu kamen coole Sprüche, die den Krimi auflockerten. Trotz aller Brutalität versuchte die Serie das aktuelle Weltgeschehen aufzugreifen: Eine Folge ("Terror kennt keine Grenzen") beschäftigt sich mit der Entführung eines Geschäftsmanns durch deutsche Terroristen, die sich Helmut-Meyer-Gruppe nennt. Manche Drehbücher waren eher seltsam: Eine komplette Folge ("Mein ist die Rache") träumt Doyle, während er schwer verletzt im Koma liegt und überlegt, ob er lieber überleben oder sterben will. Eine Folge der ersten Staffel ("Rassenhass"), in der der Ku-Klux-Klan daran beteiligt ist, schwarze Mieter aus einem Haus zu werfen, wurde nicht im englischen Fernsehen gezeigt - in ihr wirkt auch Bodie zunächst ziemlich rassistisch.
Weil die Hauptdarsteller Shaw und Collins fast alle Stunts selbst machten, bedeutete ein Drehtag für sie 16 Stunden Arbeit. Keiner der beiden wollte seinen Vierjahresvertrag verlängern, und so wurde die Serie auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs eingestellt. Hinzu kam, dass Stimmung und Arbeitsbedingungen offenbar nicht gut waren und Shaw und Collins sich nicht ausstehen konnten - schon seit einer Folge von Mit Schirm, Charme und Melone, bei der sie beide mitgewirkt hatten. Diese Abneigung war durchaus erwünscht: Ursprünglich hätte Anthony Andrews Shaws Partner spielen sollen, aber die beiden waren befreundet, was nicht die beabsichtigte Schärfe auf dem Schirm produziert hätte. Shaw hatte eigentlich sogar schon nach einem Jahr aussteigen wollen, weil er um sein Image als ernstzunehmender Schauspieler fürchtete. Er sagte später, er habe das Angebot nur angenommen, weil es gerade kein anderes gab, und nicht vermutet, dass die Serie überhaupt lange laufen würde. Aufgrund von Streitigkeiten über die Gage erwirkte er einen Gerichtsbeschluss, dass die Serie ab 1988 in Großbritannien im terrestrischen Fernsehen nicht wiederholt werden durfte.
Autor Brian Clemens hatte vorher Mit Schirm, Charme und Melone erfunden. Daraufhin bekam er vom britischen Fernsehsender London Weekend Television den Auftrag, eine neue Serie im Stil der erfolgreichen Füchse zu schaffen: Die Profis. Andere Produzenten wagten mit anderen Schauspielern den Versuch einer Fortsetzung: Die Profis - nächste Generation.
Das ZDF zeigte die Serie mittwochs um 21.20 Uhr und ließ etliche Folgen weg, die dem Sender zu brutal waren. Fünf Jahre später liefen sie in deutscher Erstausstrahlung am späteren Samstagabend in Sat.1. Eine einzelne ausgefallene Folge wurde bei einer späteren Wiederholung in Kabel 1 nachgereicht, vorher schon im Lokalfernsehen.