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Über 20 Jahre hielt die BUWOG-Affäre Österreich in Atem. Das Ergebnis: 4 Jahre Haft für den ehemaligen Finanzminister Karl Heinz Grasser, dem damaligen Sunny-Boy der österreichischen Politik. Verurteilt wurde er wegen Untreue, Geschenkannahme, Bestechlichkeit und Beweismittelfälschung. Bereits sieben Monate saß er in Haft in Innsbruck, derzeit sitzt er seine Strafe mit Fußfesseln ab. Auch seine Mittäter, der ehemaligen FPÖ-Politiker Walter Meischberger und der Lobbyist Peter Hochegger wurden zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt. Worum ging es: Bei der Privatisierung von 60 000 Bundeswohnungen verriet - laut Gerichtsurteil - Karl Heinz Grasser beim Bieterverfahren dem späteren Sieger, der österreichischen IMMOFINANZ das Gegenangebot der Konkurrenz von 960 Millionen Euro. Damit ermöglichte er der IMMOFINANZ gemeinsam mit seinen Mittätern, genau um eine Million Euro mehr zu bieten, nämlich 961 Millionen Euro, und damit den Zuschlag für die 60 000 Bundeswohnungen zu erhalten. Jahre später stellte sich durch einen Zufallsfund der Finanzbehörden herauf, dass die drei Freunde, Grasser, Meischberger und Hochegger, genau 9,6 Millionen Euro von der siegreichen Finanzgesellschaft heimlich erhalten hatten. Also genau 1 % der bezahlten Summe für die Bundeswohnungen. Dies war das "Erfolgshonorar" für den Geheimnisverrat, wieviel die IMMOFINANZ bieten müsse, um den Zuschlag für die Wohnungen zu bekommen. Also persönliche Bereicherung der drei Täter. Es folgten jahrelange Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und ein jahrzehntelanger Prozess, der schließlich im März 2015 mit der Verurteilung Täter endete. Die neue Dokumentation "Die BUWOG-Affäre" zeichnet die Affäre und deren Hintergründe exakt nach.
(ORF)







