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Der dreiteilige Film "Blutspur der Zigaretten-Mafia" aus der Reihe "ARD Crime Time" rekonstruiert die Ermittlungen zu einer der größten Verbrechensserien in der deutschen Kriminalgeschichte. Zwischen 1992 und 1997 wurden mehr als 100 überwiegend junge Männer und Frauen auf grausame Weise getötet. Sie fielen den Auseinandersetzungen innerhalb der vietnamesischen Zigaretten-Mafia zum Opfer, als der Kampf um Absatzmärkte und Macht eskalierte. Die Dokumentation zeichnet das Geschehen anhand dreier Doppelmorde in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin nach und verknüpft diese Verbrechen mit den Transformationsprozessen in der ostdeutschen Gesellschaft und der vietnamesischen Community nach der Wiedervereinigung. Die Produktion beleuchtet, dass viele vietnamesische DDR-Vertragsarbeiter nach der Wiedervereinigung Arbeit und sicheren Aufenthaltsstatus verloren und sich aus wirtschaftlicher Not dem Verkauf unversteuerter Zigaretten zuwandten. Das einträgliche Geschäft zog in kurzer Zeit mafiöse Strukturen an und führte zur Herausbildung krimineller Banden, deren Mitglieder häufig illegal über Osteuropa einreisten. Im Mittelpunkt steht der rasche Aufstieg des damals 23-jährigen Bandenchefs Ngoc Thien, genannt "der Barmherzige", der in den 1990er-Jahren rund zwei Drittel des illegalen Zigarettenmarkts in Ostberlin kontrollierte. Sein Versuch, dieses Machtgebiet auf Ostdeutschland auszuweiten, löste einen blutigen Mafiakrieg aus. Das verbreitete Angst und brachte die vietnamesische Community zum Schweigen, was die Ermittlungsarbeit der Behörden erheblich erschwerte. Der Film zeigt, wie Polizei und Ermittler schließlich mit gezielten Aufrufen in der vietnamesischen Gemeinschaft und über ein anonymes Hinweistelefon entscheidende Informationen erhielten und 1996 die Ngoc-Thien-Bande zerschlagen konnten. In der Folge begann in Berlin der bis dahin größte Mafia-Prozess Deutschlands, in dem der Chef dieser Bande maßgeblich durch die Aussage seiner ehemaligen Geliebten als Kronzeugin verurteilt wurde. Mit der detaillierten Rekonstruktion der Ermittlungen und ihrer Hintergründe trägt die "ARD Crime Time"-Dokumentation zur Aufarbeitung eines weitgehend vergessenen Kapitels der deutschen Nachwendegeschichte bei.
(ARD)
Länge: ca. 30 min.





