Auf einer Wellenlänge: Mit seinen Freundinnen quatscht Martin Müller über alles: Gott und die Welt, Musik und Urlaubspläne, Politik und Gerechtigkeit. Auch im Privatleben setzt Martin Müller auf das Motto "Einfach ausprobieren was geht". In seiner Wohnung ist alles auf seine Körpergröße zugeschnitten.
Nina Hestermann liebt es, für viele Menschen zu kochen. Beim Mittagstisch, den der Verein "Zusammen in der Postsiedlung" jeden Mittwoch für die Nachbarn organisiert, kommt ihre Hilfe gut an.
Seit 2011 macht Ihab Yassin jetzt schon "Parkour" und nennt sich scherzhaft selbst "Little Parkour Hulk". Seine Fans feiern ihn in den sozialen Netzwerken.
Zu seiner Behinderung zu stehen, war für Ihab Yassin nicht immer leicht. Auch aus diesem Grund hat er sich für das Studium der Sozialen Arbeit eingeschrieben.
Sascha Ubrig arbeitet in der Interessenvertretung der Lebenshilfe Berlin als Selbstvertreter. Eines seiner größten Anliegen ist die umfassende Einbindung von leichter Sprache in den Lebensalltag.
Janis McDavid: "Ich möchte die Menschen dazu motivieren, an ihre vermeintlichen Grenzen zu gehen und über den Tellerrand zu schauen. Denn was ist schon normal? Wir müssen endlich aufhören in solchen Kategorien zu denken!"
In der Postsiedlung in Darmstadt ist der Zusammenhalt groß. Sigrid (l.) und Nina Hestermann (r.) können auf die Unterstützung ihrer Nachbarn bauen. Im Hintergrund stehen Stefan Reuschlein, Bastian Ripper und Ruth Schäfer.
"Ich wollte schon immer das gleiche machen wie meine Freunde: Motorradfahren, Radfahren, beim Festival campen, arbeiten gehen – selbstbestimmt leben halt." Martin Müllers Motto seit der Kindheit: Sich nicht in die Erwartungen fügen, die Nicht-Behinderte an behinderte Menschen haben.
Die aktuelle Besetzung der Band "Station 17". Aus einem kreativ-sozialen Projekt, das Musiker mit und ohne Behinderung miteinander verbindet, entwickelte sich eine international bedeutende Formation: Drei Jahrzehnte, elf Alben, über 800 Konzerte, Zusammenarbeit mit Künstlern wie Fettes Brot, DJ Koze oder den Toten Hosen. Von den acht Bandmitgliedern ist Sebastian Stuber (2.v.l.) am längsten Teil von "Station 17". Er singt, spielt Synthesizer, hat das absolute Gehör und ist blind.
Sascha Ubrig arbeitet in der Interessenvertretung der Lebenshilfe Berlin als Selbstvertreter. Eines seiner größten Anliegen ist die umfassende Einbindung von leichter Sprache in den Lebensalltag.
Sigrid (l.) und Nina Hestermann (r.) sind froh, in der Postsiedlung in Darmstadt so eine gute Nachbarschaft gefunden zu haben. Im Hintergrund stehen Stefan Reuschlein, Bastian Ripper und Ruth Schäfer.
Kerstin Held gibt ihren Kindern ein Zuhause. Richard ist Autist und kam mit Alkohol im Blut zur Welt. Er ist schwerstbehindert und musste über einen meterlangen Schlauch beatmet werden. Entgegen der Einschätzungen der Ärzte braucht er diesen nun nicht mehr und genießt seine neu gewonnene Freiheit.
Martin Müller hat Träume, Motorrad fahren ist so einer. Bei einer Körpergröße von 1,32 Metern kein einfach zu realisierender Traum, aber auch das will Müller selbst in der Hand haben. Auf der beruflichen Ebene hat er aus seiner Einschränkung einen Vorteil gemacht: Martin Müller berät Unternehmen bei der Entwicklung von technischen Lösungen für Menschen mit Behinderungen. Künstliche Intelligenz ist für ihn kein Schreckgespenst, sondern ein Baustein zur Lösung von praktischen Problemen.
Kerstin Held ist Pflegemutter von vier Kindern und Inklusionsaktivistin. Jonathan, der Jüngste, ist mächtig gewachsen Er wird beatmet, künstlich ernährt und ist fast blind. Auch er hat sich bestens entwickelt.
Kerstin Held ist Pflegemutter von vier Kindern und Inklusionsaktivistin. Dass Pflegekinder mit Behinderung in Heimen unterkommen statt an Familien vermittelt werden, findet sie einen Skandal. "Wenn man mir das Mama-Sein abspricht und sagt, wir sind keine Familie, sondern ein Kinderheim, dann ist das das Verletzendste, was man mir sagen kann." Held ist überzeugt, dass sich ihre Schützlinge so gut entwickeln, weil sie eine Mama und ein Zuhause haben.
Für ihr Stück "Der Mythos beginnt! Ein Schwesternprojekt" stehen, von links: Christina, Theresa und Elisabeth Schelhas in Berlin auf der Bühne. Drei Schwestern, die einander als "dreiköpfiges Orakel" schonungslos die Meinung sagen. Was ist anders, wenn eine Schwester das Down-Syndrom hat und spielt das überhaupt eine Rolle?
Menschen mit Behinderung haben ein Wahlrecht. Aila Wittig darf in diesem Jahr zum ersten Mal wählen. Sie möchte eine Partei wählen, die die Rechte von Menschen mit Behinderung stärkt.