1930 wurden in Athen erstmals Überreste eines antiken Scherbengerichts entdeckt, eine aus archäologischer Sicht beachtliche Ausbeute von 13.000 Fragmenten. Die Tonscherben sind heute wertvolle Zeugen, die von den Anfängen der Demokratie erzählen.
Die Renaissance-Spezialistin Claire Judde de Larivière ergründet, inwieweit das als besonders fair geltende System in Venedig Wahlbetrug verhindern konnte und den Patriziern ein konfliktfreies Zusammenleben ermöglichte.
Elsa Devienne erzählt die Sozial- und Kulturgeschichte des Objekts, das seit dem frühen 20. Jahrhundert auf den Stränden der Welt mal mehr, mal weniger präsent war – je nachdem, ob Sonnenbräune gerade „in“ war.
Mit moderner Street-Art setzt sich im Anschluss auch die YouTuberin Manon Bril auseinander. Sie stellt aktuelle Kunstprojekte auf den Straßen von Paris vor, die die Relevanz des Bilderrahmens verdeutlichen.
Die Friedenspfeife - Zwischen Konflikt und Versöhnung
Um das Jahr 1598 gehen die Franzosen in Nordamerika wieder auf Entdeckungsreise und begegnen dort indigenen Völkern, die am Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms leben.
Nicolas Delalande beleuchtet anhand der Steuererklärung die Geschichte des Machtverhältnisses zwischen staatlicher Kontrolle und dem Widerstand dagegen.
Indienne-Stoffe: Konsum im Zeitalter der Aufklärung
Zu Gast bei Patrick Boucheron (Bild) sind heute die Kunst- und Wissenschaftshistorikerin Noémi Etienne und die französische YouTuberin Manon Bril: Was sagen uns die Indienne-Stoffe über unsere Welt?
Die Utensilien, die man heute bei einer Verlosung, beim Lotto oder anderen Glücksspielen benutzt, sind genau die gleichen wie vor fünf- oder sechshundert Jahren: simple Jetons aus Holz, Kugeln oder eine Lottotrommel.
Das Ostrakon - Per Scherbengericht ins Durch Scherbengerichte konnte unliebsamen oder zu mächtigen Personen das Misstrauen ausgesprochen werden. Auf einer Tonscherbe, dem sogenannten Ostrakon, wurde der Name desjenigen eingraviert, der in die Verbannung geschickt werden sollte.
Der Historiker Nicolas Delalande zeigt auf, wie Staat und Sozialwissenschaften die erfassten Informationen nutzen und wie mitunter dagegen mobil gemacht wird.
Die Friedenspfeife - Zwischen Konflikt und Versöhnung
Heute kennen wir sie vor allem als Accessoire des "Indianers", ein postkoloniales Klischee. Doch was verbirgt sich genau hinter dem Phänomen der Friedenspfeife?
Emmanuel Laurentin erklärt, wie Mikrofon und Massenkommunikation untrennbar miteinander verbunden sind: Wer erhört werden will, ergreift mit dem Handmikro öffentlich das Wort.
Patrick Boucheron: Die Bedeutung des Fußballtrikots geht über das Sportliche hinaus. Beispielsweise wird dem deutschen Trikot durch das Symbol des Adlers und durch die Nationalfarben eine politische Bedeutung beigemessen.
Patrick Boucheron erklärt die Symbolhaftigkeit des Helms, den die Europäer in der Kolonialzeit zum Schutz vor der tropischen Sonne trugen – der aber auch das Vorurteil des Rassenunterschiedes zwischen Kolonisierten und Kolonialherren verstärkte.
Das Individuum verwechselt sein Selbst mit seiner Selbstdarstellung: Die Geschichte des Ganzkörperbildes ist eng mit der Demokratisierung der Porträtfotografie verbunden und löste im Industriezeitalter einen Kult des Körpers und des Erscheinungsbildes aus.
Justus von Liebig ist Chemiker in einer Zeit, in der die Chemie noch in den Kinderschuhen steckt. Anfang der 1820er Jahre studiert er erst in Deutschland und dann in Frankreich bei Koryphäen ihres Fachs: Karl Kastner in Bonn und Joseph Gay-Lussac in Paris.
Die Dokumentation schildert anhand dieses Kleidungsstücks die Geschichte eines Kaiserreichs, dem es gelang, unterschiedliche Gemeinschaften zu regieren.
Der Kulturhistoriker Jakob Vogel erläutert, wie die Globalisierung der Lebensmittelindustrie bei einkommensschwächeren Schichten zu einer stark auf Würzmitteln und Zusatzstoffen basierenden Ernährungsweise beigetragen hat.
Der Bilderrahmen ist ein Gegenstand, den es schon seit langem gibt. Dennoch schenken wir ihm kaum Beachtung, wenn wir uns auf die Gemälde konzentrieren, die er in Szene setzt.
"Faire l'histoire", épisode Le Parasol avec Elsa Devienne : Indispensable instrument de la panoplie du parfait vacancier, le parasol s'installe sur les plages à partir des années 1960
Dem deutschen Chemiker Justus von Liebig gelang mit der Umwandlung von Rindfleisch in ein nahrhaftes Konzentrat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein bahnbrechender Fortschritt auf dem Gebiet der Lebensmittelverarbeitung.
Der Siegeszug des Sonnenschirms steht für die Erschließung neuer Sommerurlaubsziele und den Beginn des Massen-Badetourismus. Elsa Devienne stellt die Geschichte dieses vielseitigen Objekts vor.
Patrick Boucheron erklärt, dass das Essen mit Besteck für die Menschen in der Vergangenheit den Unterschied zwischen Zivilisation und Barbarei verdeutlichte. Die chinesischen Stäbchen nehmen dabei eine ganz eigene Position ein.