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TV-Kritik/Review: The Magicians

Verfilmung von phantastischer Romanvorlage startet zäh - von Stephanie Monecke (25.02.2016)
TV-Kritik/Review: The Magicians

The Magicians
In der magischen Schule Brakebills kann Quentin (Jason Ralph) endlich wieder frei atmen


Der junge Quentin Coldwater (Jason Ralph) fühlt sich kurz vor seinem Highschool Abschluss in seinem Leben ziemlich verloren. Statt an der wirklichen Welt Anteil zu nehmen flüchtet er sich lieber in Fantasy-Romane. Auch der bevorstehende neue Lebensabschnitt stimmt ihn nicht euphorisch sondern deprimiert aufgrund eines Gefühls der Nutzlosigkeit. Quentin glaubt nirgends dazuzugehören, ist ratlos wie er mit seinem Leben weitermachen soll und hat wegen der Depressionen sogar medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Dabei ist Quentin kein typischer Außenseiter, denn tatsächlich hat er Freunde, die auch mit beginnender Verzweiflung versuchen, ihn einzubinden. Es scheint also ein Interessenkonflikt vorzuliegen, da er ganz bewusst die Einsamkeit und die magische Welt der Bücher wählt. Erst, als er auf schicksalhafte Weise zum mysteriösen Brakebills College für magische Pädagogik geführt wird, erwachen seine Lebensgeister.

Denn es handelt sich um eine geheimen Schule, die herangehende Magier ausbildet. Quentin entdeckt, dass die Magie, die er in Form von Zaubertricks immer so geliebt hat, tatsächlich real ist. Auch optisch wird das deutlich untermalt, als Quentin aus seiner dunklen, tristen Welt, wo die Straßen New Yorks grau und kalt dargestellt werden, heraus auf den Rasen der Uni tritt, wo alles in hellen bunten Farben erstrahlt.

Leider ist bei "The Magicians" zu offensichtlich, dass hier eine "Harry Potter als Spät-Teenager"-Variante geschaffen werden soll. Auf genau diese Altersgruppe zeigt sich die Serie jedenfalls ausgerichtet. Wie beim "Jungen, der überlebte" ist man neugierig wohin einen die Reise in die mysteriöse neue Parallel-Welt führen wird. Es beginnt damit, dass sich die College-Anwärter einem schriftlichen Test stellen müssen. Wer die Prüfung besteht, darf seine praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Für die, die nicht bestehen geht es zurück ins "normale" Leben - ohne Erinnerungen an diesen besonderen Ort. Neben dem magischen Aspekt herrscht in Brakebills allerdings das gewöhnliche Collagetreiben, Cliquen bilden sich hier jedoch meist unter den verschiedenen Magier-Gruppen. Vertreten sind Heiler und Illusionisten, Gedankenleser und Medien sowie die physische Magie der Telekinese und Levitation. Teenager-typisch hat auch an dieser Schule jeder sein Päckchen zu tragen.

Es wird schnell klar, dass das Brakebills College nicht der einzige magische Ort ist und es verschiedene Parallel-Welten zu geben scheint. Darunter die Welt, die in Quentins geliebten Fantasy Büchern beschrieben wurde. Doch auch in unserer Welt ist Brakebills nicht der einzige Hort der Magie , denn Magier finden sich auch außerhalb der Schultore. Auf diese trifft Quentins langjährige Freundin Julia (Stella Maeve): Auch sie wurde zunächst ans magische College gelockt, bestand die Prüfung allerdings nicht und wurde zurück geschickt. Obwohl man ihr die Erinnerungen nehmen wollte, hat sie Brakebills nicht vergessen. Seither ist sie niedergeschlagen und weiß nicht wie sie mit ihrem neuen Wissen und Weltbild normal weiterleben soll. Ihre Verzweiflung über den Ausschluss aus der Magier-Welt macht sie schließlich zu einem leichten Ziel für einen zwielichtigen Magier, der Interesse an ihrer Begabung hat. Nach einem fragwürdigen Test, folgt sie ihm, ohne dass er groß bitten muss. Sie ist dermaßen unglücklich über die Tatsache nicht auserwählt worden zu sein, dass sie jede Chance auf weitere Magie ohne zu zögern annimmt. Der Ort, an den sie der Fremde für einen weiteren Test mitnimmt, ist das genaue Gegenteil des hell gezeichneten Brakebills: Ein altes Gebäude, dessen Innenleben noch dunkler dargestellt wird, als die Straßen New Yorks. Dort wird Julia nach einem weiteren Test zum Teil der Gruppe erklärt. Dabei ist ersichtlich, dass es sich hier um eine düstere, gefährliche Seite der Macht handelt. Ein baldiges magisches aufeinander treffen von Quentin und seiner besten Freundin ist demnach schon vorprogrammiert, ein Konflikt zwischen ihnen somit unausweichlich.

Stella Maeve
Auf dem weg zur "Dunklen Seite": Julia (Stella Maeve)
Wo es gute Macht gibt, da ist auch immer böse vertreten, ganz nach dem Yin und Yang Prinzip. So drohen natürlich auch dem College einige Gefahren. Unter anderem gibt es das "Biest", ein Wesen aus einer der Parallel-Welten, welches bereits in der Auftaktfolge vorgestellt wird - mit dramatischem Ausgang. Es scheint sich um einen großen Gegner zu handeln, den die Schule schon lange fürchtet. In Quentin glaubt man offensichtlich den "Auserwählten" gefunden zu haben: Einen Retter mit außergewöhnlicher Macht, die es möglich macht, dem "Biest" und anderen dunklen Mächten die Stirn zu bieten. Abgesehen von ein paar Münzen- und Kartentricks hat Quentin bisher jedoch keine wahre Magie betrieben. Unverständlich bleibt daher zunächst, warum er schon im Vorfeld seiner Brakebills-Aufnahme mit hohem Interesse beobachtet wurde und man ganz offensichtlich großes von ihm erwartet, nachdem ihm zwischenzeitlich vermittelt wird, es gäbe so etwas wie Schicksal und "geborene Helden" nicht.

"The Magicians" ist eine in unserer Gegenwart verankerte Fantasy-Serie über heranwachsende Jugendliche, die allmählich die Magie und Macht entdecken die in ihnen steckt. Dabei versuchen die Autoren, verschiedene Welten einzuführen. In diesem Wust an neuen Informationen und komplexen Zusammenhängen bleibt jedoch zu Anfang für die jungen Protagonisten wie auch die Zuschauer noch vieles unklar, was mitunter recht verwirrend ist. Damit, dass die Autoren die Zuschauer nur durch die Augen der Hauptfiguren in diese Welt eintreten lassen, tun sie ihrem Werk keinen Gefallen.

Verschlimmernd Hinzu kommt die große Bedrohung, bei der die Hoffnung auf Rettung an den Studenten, allen voran Quentin, hängt. Sind denn unter den Lehrkörpern keine herausragenden Magier? Es läuft also klischeehaft alles auf das Prinzip des "einen großen Helden" hinaus, der die Fähigkeiten von Freund und Feind in den Schatten stellen wird. Das kennt man leider schon zu genüge. Dass Hauptdarsteller Jason Ralph seine Rolle authentisch und sympathisch rüberbringt, steht außer Frage. Trotzdem will die Handlung insgesamt einfach nicht richtig zünden. Die Charaktere bleiben in Darstellung und Anlage sehr blass und vorhersehbar, ihnen fehlt das Faszinierende, als dass der Zuschauer großes Interesse an ihnen entwickeln würde. Lediglich Hale Appleman macht in seiner Darstellung als flamboyanter Brakebills-Student Eliot neugierig. Zwar scheint bei "The Magicians" das Potential durch, im Laufe der Staffel noch unterhaltsamer zu werden, jedoch hat mich die Serie nach den ersten beiden Folgen bereits verloren. Für das Zeitalter von "Peak -TV" mit dem Überangebot an hochwertiger Serien muss eine Serie sich schneller etablieren.


Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten beiden Episoden der Serie.

Meine Wertung: 2/5

Stephanie Monecke
© Alle Bilder: Syfy


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