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Im neuesten Spin-Off der
Im vergangenen November sind die letzten beiden "FBI"-Spin-offs fast gleichzeitig eingemottet worden:
Einen gravierenden Unterschied zu den "FBI"-Serien gibt es dann aber doch, und der hat unmittelbar damit zu tun, dass das Versprechen des Serientitels nur halb eingehalten wird. Bekanntermaßen darf die CIA keine Geheimoperationen auf US-amerikanischem Boden durchführen - ein Dilemma, das die Serie dadurch löst, dass sie dem handlungsdominierenden CIA-Agenten Colin Glass einen FBI-Mann an die Seite stellt: Special Agent Bill Goodman. Um aus dieser herbeikonstruierten Prämisse Kapital zu schlagen, macht "CIA" das Naheliegendste draus: eine Buddy-Konstellation zweier charakterlich komplett verschiedener Persönlichkeiten.

Das heißt: Anders als in "FBI" und den beiden bisherigen Spin-offs steht keine komplette Task Force im Zentrum des Geschehens, sondern eine sogenannte fusion cell der beiden Behörden, die im Wesentlichen aus besagtem Duo besteht. Hinzu kommen dann noch, im Büro, Nikki Reynard, Deputy Chief der New Yorker CIA-Abteilung, sowie die junge Analystin Gina Gosian, die hier das tut, was in solchen Serien Analysten immer tun: zwei Sekunden auf einer Tastatur herumtippen und damit Zugriff haben auf gefühlt sämtliche Kameras, Mikrofone und Datenbanken der Welt.
Besetzt wurden in den beiden Hauptrollen zwei Schauspieler, die sich geschmeidig in die schematischen Rollenprofile einfügen: CIA-Agent Colin Glass, ein weltgewandter Haudegen, der sich um Gesetze und Regeln nicht schert, wird gespielt vom Waliser Tom Ellis, bekannt als
Ihm gegenüber steht mit
Womit wir bei den Fällen selbst wären. Obwohl da nach nur zwei Episoden selbstredend kein abschließendes Urteil gefällt werden kann, ist von Beginn an eine gewisse Grundroutine zu beklagen. Gerade der erste Fall, der sich um den illegalen Handel mit Energie- und Strahlenwaffen und einen möglichen "Test"-Anschlag auf New York dreht, krankt an mangelnder Spannung und recht uninteressanten Figuren. Zu entschuldigen ist das allenfalls damit, dass es in der ersten Episode vor allem darum gehen muss, die Hauptfiguren einzuführen.

Die zweite Episode ist dann prompt etwas aufregender geraten, was vor allem an Melinda Michael (
Plotmäßig ist hier definitiv noch jede Menge Luft nach oben. Vieles wirkt schleppend und regelrecht konfus, obwohl mit Regieveteranen wie Ken Girotti (der zahlreiche "Most Wanted"-Episoden inszenierte) oder
Nicht verschwiegen werden sollte in diesem Zusammenhang die problematische Entstehungsgeschichte von "CIA". Der Serie waren nacheinander gleich zwei Showrunner abgesprungen - erst "Most Wanted"-Macher David Hudgins, dann Warren Leight, ein Zentralgestirn des "Law & Order"-Universums. (Provisorisch erledigt den Job nun, sozusagen nebenher, "FBI"-Showrunner Mike Weiss.) Hinzu kam, dass die Darstellerin der CIA-Chefin ausgewechselt wurde, als die Dreharbeiten bereits liefen. Eine Folge dieses Kuddelmuddels ist, dass nun gleich fünf Autoren als Serienschöpfer gelistet werden - neben Wolf, Hudgins und Leight noch der Ex-CIA-Mitarbeiter David Chasteen plus Marvel-Autorin Nicole Perlman (
Etwas Hoffnung macht, dass zwischen Ellis und Goodman recht zügig eine brauchbare Buddy-Chemie zündet, die auch schwache Fälle überbrücken helfen könnte. Mit Necar Zadegan (

Noch dazu wird gleich in der ersten Folge ein übergreifender und spannungsfördernder Mystery-Plot lanciert: Valentine steckt Goodman, dass sich unter den New Yorker CIA-Leuten ein Maulwurf versteckt. Da wir Zuschauer bislang überhaupt nur drei infrage kommende Personen kennen, schärft sich bei jeder Szene der Blick: Wer könnte es sein? Colin Glass jedenfalls erweist sich spätestens in der zweiten Episode als jemand, dessen Aussagen auch das Publikum keinesfalls trauen sollte.
In kleineren, möglicherweise wiederkehrenden Parts von Zuarbeitern und Informantinnen tauchen ein paar bekannte Seriengesichter auf, Jake Matthews aus
In solchen, das Katastrophische geradezu putzig verharmlosenden Szenen macht sich denn auch am ehesten bemerkbar, wie (vor-)gestrig diese Art von Procedural über die "Helden" US-amerikanischer Geheimdienste geworden ist. Gewiss, als niedrigschwellige Krimiunterhaltung mag das alles immer noch funktionieren wie eh und je. Der Eskapismus stößt jedoch schnell an seine Grenzen, wenn man die honorigen Agenten mit ihrem Diversity-Kollegium und ihrer ausgesprochen weltoffenen Einstellung mit den derzeitigen US-amerikanischen Realitäten abgleicht. Denn da wird das CIA vom ultrarechten Texaner John Ratcliffe geleitet und das FBI vom bekennenden QAnon-Anhänger Kash Patel. Für den zu arbeiten hätten sich die legendärsten FBI-Agenten der TV-Geschichte, Dale Cooper (
In "CIA" wird Topspion Glass mit bewunderndem Pathos als jemand beschrieben, der sich im südamerikanischen Dschungel unter Lebensgefahr für seinen schwulen venezolanischen Informanten einsetzte. Es sind weichgezeichnete Heldenbilder, die im Programm des Senders CBS, der seit 2025 zur Trump-nahen Mediengruppe Paramount Skydance gehört, wie Märchen aus längst vergangenen Zeiten wirken.
Die Serie "CIA" wird in den Vereinigten Staaten seit dem 23. Februar wöchentlich auf CBS ausgestrahlt. Ein deutscher Starttermin ist noch nicht bekannt.
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