In der Ost-Berliner Villa des populären Schauspielers Manfred Krug und seiner Frau Ottilie versammeln sich am 20.11.1976 elf Menschen. Es sind Autoren, Regisseure und prominente Schauspieler, die Künstler-Elite der DDR. Unter ihnen Jurek Becker, Stefan Heym, Christa Wolf, Ulrich Plenzdorf, Frank Beyer, Heiner Müller. Sie treffen sich mit drei Herren ganz anderer Machart: Werner Lamberz, Eberhard Heinrich und Heinz Adameck sind Abgesandte der Partei, Vertreter der Macht im Staate. Drei Tage sind vergangen seit der Ausweisung des Sängers Wolf Biermann und der darauf folgenden Unterzeichnung eines Protestes gegen diese Maßnahme. Eine unerhörte Aktion im SED-Staat. Die Versammelten sind die Unterzeichner, und sie gehören zu den populärsten Bürgern der DDR. Manfred Krug muss geahnt haben, was ihn nach dieser seltsamen Tafelrunde erwartet, dennoch zeigt er eine enorme Zivilcourage. Er nimmt das Gespräch heimlich mit Tonband auf. Er kennt das Risiko, doch er kann nicht anders. Dieses Treffen muss protokolliert werden. Die Folgen des Treffens in der Ost-Berliner Schauspieler-Villa sind ein Stück Zeitgeschichte. Jeder der Anwesenden ist gezwungen, sein Verhältnis zu sich selbst, seinem Beruf und seinem Staat zu überdenken, wenn nicht neu zu definieren. Der Staat erweist sich als unfähig, anders als mit Druck und Einschüchterung zu reagieren. Entgegen aller Versprechungen gibt es Konsequenzen. Manfred Krug wird mit einem - nie ausgesprochenen - Berufsverbot belegt. Berlin-Pankow, 19.4.1977. Nach einem halben Jahr erzwungener Untätigkeit steht der Entschluss fest. Manfred Krug stellt einen Ausreiseantrag. Spätestens jetzt trennt sich im großen Freundeskreis die Spreu vom Weizen. Die Frage lautet nicht, wer ebenfalls gehen wird, sondern vielmehr, wer lässt sich verbiegen, lässt sich korrumpieren? Wer hat den Mut, jetzt noch Kontakt aufrechtzuerhalten? Die Partei droht und lockt, stellt sich taub, schickt Unterhändler. Für Krug und seine Familie werden die kommenden Wochen zur Nervenprobe. "Abgehauen" ist ein Stück Autobiografie und ein Stück Zeitgeschichte. 1976 unterschrieben bekannte DDR-Autoren, Regisseure und Schauspieler eine Petition, die sich gegen die Ausweisung des Liedermachers Wolf Biermann richtete. Mit Berufsverbot belegt, verließen viele die DDR - auch Manfred Krug. Damals hatten sich auch viele einfache Menschen hinter die Künstlerpetition gestellt, was einem ersten Akt der Rebellion gegen das DDR-Regime gleichkam. Das MDR FERNSEHEN sendet den Film anlässlich des 80. Geburtstags von Manfred Krug.
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Auf youTube kann man den Film derzeit in voller Länge und guter Qualität sehen.
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Werner Lamberz (Hermann Lause, rechts), Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED, ignoriert Krugs (Peter Lohmeyer) Ausreiseantrag. Er teilt dem populären Schauspieler mit, daß er entschlossen sei, um ihn zu kämpfen. Krug weiß, was das im Klartext bedeutet...
MDR Fernsehen ABGEHAUEN, "Zum 75. Geburtstag von Manfred Krug", am Mittwoch (08.02.12) um 23:30 Uhr. Das Ehepaar Manfred (Peter Lohmeyer) und Ottilie Krug (Karoline Eichhorn).
Engagiert vertreten Stefan Heym (Jürgen Hentsch, rechts) und Christa Wolf (Ute Lubosch) ihre Haltung zur Ausbürgerung von Wolf Biermann und ihr Verhältnis zum Staat gegenüber hohen Parteifunktionären. (Links Manfred Gorr als Gerhard Wolf)
Der Ausreiseantrag ist gestellt, die Koffer werden gepackt. Eine zermürbende Zeit der Ungewissheit und des Wartens hat begonnen. Manfred Krug (Peter Lohmeyer) versucht, seiner Frau Ottilie (Karoline Eichhorn) Mut zu machen.
MDR Fernsehen ABGEHAUEN, "Zum 75. Geburtstag von Manfred Krug", am Mittwoch (08.02.12) um 23:20 Uhr. Zwei Freunde, die sich einig sind: Manfred Krug (Peter Lohmeyer, rechts) und Jurek Becker (Uwe Kockisch) protestieren gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns.
MDR Fernsehen ABGEHAUEN, "Zum 75. Geburtstag von Manfred Krug", am Mittwoch (08.02.12) um 23:20 Uhr. Es ist soweit: Beim Abschied von seinem Freund Manfred Krug (Peter Lohmeyer, rechts) ist Salowski (Peter Donath) am Ende seiner Nervenkraft.
Manfred Krug (Peter Lohmeyer) bereitet eine Aktion vor, die ihn Kopf und Kragen kosten könnte. Er will die Diskussion zwischen drei hohen Parteifunktionären und den Unterzeichnern des Protestbriefes gegen die Biermann-Ausbürgerung heimlich mitschneiden.
MDR Fernsehen ABGEHAUEN, "Zum 75. Geburtstag von Manfred Krug", am Mittwoch (08.02.12) um 23:30 Uhr. Bei den Dreharbeiten: Regisseur Axel Beyer (2.v.l) mit dem Darsteller des Manfred Krug (Peter Lohmeyer, re) und Hermann Lause (vorn links), Darsteller des Werner Lamberz, einem Mitglied des ZK der SED.