Der Name Alice Guy sagt vermutlich nur einigen besonders bewanderten Cinephilen etwas. Dabei war die Französin, die 1873 in Saint-Mandé geboren wurde und 1968 in den Vereinigten Staaten starb, die erste Regisseurin und Produzentin in der Filmgeschichte. Schon früh verstand sie, dass mit dem Kino eine neue Kunst geboren war, die sich wunderbar zum Geschichtenerzählen eignete. In rund 1.000 Filmen lotete Alice Guy ab 1896 die Möglichkeiten dieser im Französischen als "siebte Kunst" bezeichneten neuen Gattung aus. Sie war für die damalige Zeit außergewöhnlich produktiv und drehte als Einzige diesseits und jenseits des Atlantiks. Eisenstein und Hitchcock lobten ihre Arbeit, doch die Filmhistoriker ignorierten sie komplett, und das schon zu ihren Lebzeiten. In den letzten Lebensjahren versuchte Alice Guy mit verzweifelter Energie, ihre Filme wiederzufinden und die Kritiker auf sich aufmerksam zu machen - doch vergeblich. Die Dokumentation erzählt das ebenso fantastische wie tragische Schicksal eines Mädchens, das aus einer guten, aber verarmten Familie stammte und als Frau in der von Männern beherrschten Filmbranche ein großartiges Werk schuf. Auch die Regisseurin selbst kommt zu Wort, um ihre Version des damaligen Geschehens zu erzählen und endlich den ihr gebührenden Platz in der Filmgeschichte einnehmen zu können. Mit ihren kreativen, in die Zukunft weisenden Produktionen war Alice Guy eine Wegbereiterin des heutigen Kinos: unglaublich frei, modern und kühn. Neben den Memoiren und anderen Schriften von Alice Guy sowie Interviews und Tonaufzeichnungen verleihen auch Catel Mullers Farbillustrationen von Schlüsselmomenten im Leben der Protagonistin dem Film eine ganze besondere Atmosphäre.
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Alice Guy, in ihren Filmen setzte sie sich mit Antisemitismus, Migration, der Lage der Arbeiter, der Stellung der Frau und mit Gewalt gegen Kinder auseinander. Ein Großteil ihres Werks gilt heute als verschollen.
1907 heiratete Alice Guy den Kameramann Herbert Blaché. Gemeinsam gründeten sie 1910 mit George A. Magie die Solax Company, die rasch zu einer der führenden US Produktionsfirmen wurde.
Im Pariser Arbeiterviertel Belleville inszeniert Alice Guy mit improvisierten Mitteln ihre ersten Einakter. Aus zufälligen Entdeckungen wie Rückwärtslauf, Überblendung oder Doppelbelichtung entstehen dabei Grundlagen der modernen Filmsprache.
Alice Guy-Blaché wurde im März 1895 zu einer internen Vorführung des Kinematographen der Gebrüder Lumière eingeladen – Es war die Geburtsstunde des Kinos.