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8

Barocke Weihnachten

A, 2020

ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • 8 Fans
  • Wertung0 127797noch keine Wertungeigene: -

Filminfos

Die Dokumentation lässt mit Spielszenen in historischen Gewändern auf Schloss Hof und Schloss Niederweiden im niederösterreichischen Marchfeld die barocken Weihnachtstraditionen wieder aufleben. Dazu zählen auch kulinarische Besonderheiten. Am Tag der Heiligen Katharina, dem 25. November, wird mit dem Kathreinstanz der Advent eingeleitet. Dann müssen die Bauern ihre Abgaben an die Gutsbesitzer leisten - zum Teil in Naturalien wie etwa Geflügel oder Eier. Die adeligen Anwesen sollen für den Winter vorbereitet und Nahrungsmittel haltbar gemacht werden.
Händler aus dem Süden bringen kostbare Zitrusfrüchte und Gewürze in die Österreichisch-Ungarische Monarchie. In der Barockzeit kommt nicht das Christkind mit Geschenken, sondern auch der Heilige Nikolaus. Er übergibt polierte Äpfel, vergoldete Nüsse, Lebkuchen, Orangen, aber auch lebende Tiere wie ein kleines Huhn oder einen zahmen Hasen, die dann auf dem Gutshof versorgt werden. Während der Nikolaus, Gräfin und Graf an die Kinder des Schlosses Geschenke verteilen, feiert das Gesinde seinen eigenen Nikolaustag - mit Bedacht, weil die Fastenzeit ja eigentlich nicht unterbrochen ist. Eine wärmende Fischsuppe, zum Beispiel mit Karpfen aus den Gewässern der March-Auen, passt da gut. Krapfen sind ebenfalls ein beliebtes Essen am Nikolaustag.
Schmalzgebackenes wird jedoch genauso an kargen Adventtagen aufgetischt. Die Formen und Rezepte sind vielfältig, immer gehaltvoll und leicht zuzubereiten. Frisches Fleisch ist eine Kostbarkeit in einer Zeit ohne Kühlmöglichkeit, wie wir sie heute kennen. Selbst auf dem kleinsten Bauernhof versucht man, ein Schwein zu halten. Das Fleisch hilft, den Winter zu überstehen oder kann gegen das eine oder andere notwendige Gut eingetauscht werden. Die wichtigsten Formen, Schweinefleisch haltbar zu machen, sind das Einpökeln und Selchen.
Im Barock entsteht eine beliebte Wurst, die damals wie heute gerne gegessen wird: die Bratwurst. Mit reichlich Zimt und Pfeffer gewürzt, schmeckt auch nicht mehr ganz frisches Fleisch noch länger gut. Geselchte und getrocknete Varianten werden gerne als Vorräte angelegt, während frische Bratwürste für das Schlachtfest vor Weihnachten vorgesehen sind. Der 24. Dezember ist bis zur Mette ein strenger Fasttag, aber danach darf geschlemmt werden - wie an den folgenden Feiertagen auch. Im Barock gibt es noch keinen Weihnachtsbaum und keine Plätzchen.
Reiche Haushalte gönnen sich feine Limonikrapfen, Marzipantorten oder das neueste Modegetränk: eine "heiße Schokolade", dick eingekocht und gezuckert. Ein Stück Christstollen sollte jeder bekommen - mit Zucker-Butter-Belag ist er allerdings nur der Herrschaft vorbehalten. Was seit dem Mittelalter zu den Weihnachtsspeisen gehört, ist Lebkuchen. Er bleibt für einige Monate frisch, zerbricht nicht, gilt als guter Reiseproviant und als kostbares Gastgeschenk. Je mehr Gewürze beigefügt werden, desto wohlhabender ist der Haushalt, aus dem er stammt.
(3sat)
Daten
Länge: ca. 45 min.
Deutsche TV-PremiereDo, 24.12.2020 (3sat)
Originalsprache:Deutsch
Kostenlose Start- und Streambenachrichtigung:
Cast & Crew

im Fernsehen

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Kommentare, Erinnerungen und Forum

Bilder

  • Gugelhupf für die süße Nachspeise.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Zimtstangen als eines der teuersten Gewürze der damaligen Zeit.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Die Herrschaften vor Schloss Hof.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Model für Lebkuchen aus dem Jahre 1820.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Der Kesselflicker dabei die teuren Töpfe der Adelsfamilie zu reparieren.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Weihnachtsmesse mit den Herrschaften in der ersten Reihe.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Festtagstorte wird von dem Gesinde für die Weihnacht der Herrschaften zubereitet.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Gesinde sitzen zusammen und essen die beliebten Krapfen.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Der junge Graf beim Naschen mit den Mägden.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Die Männer der Herrschaft auf der Jagd nach dem Fasan für das Essen zu Weihnachten.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Mägde bei den Vorbereitungen der Speisen für das Festmahl der Herrschaften.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Mägde essen sättigenden Haferbrei.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Das Gesinde bereitet in der Barockküche eine Fischsuppe für die Herrschaften vor.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Marzipandekoration der Festtagstorte, von Hand gefertigt.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Modeln, die für die Bemusterung der Lebkuchen verwendet werden.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Das Gesinde fertigt die bunte Marzipandekoration für die Festtagstorte an.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Marzipandekoration der Festtagstorte, von Hand gefertigt.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader
  • Mägde essen sättigenden Haferbrei.
    Bild: © ORF/Produktion West/Gerhard Mader

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