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Der Baltische Weg

Eine Menschenkette für die FreiheitD/EW/LV, 2025

Arte
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Filminfos

Im Sommer 1989 liegt eine besondere Stimmung in der Luft - eine Mischung aus Freiheitsdrang und Mut. Die Reformpolitik Michail Gorbatschows ab Mitte der 1980er Jahre gibt den baltischen Staaten Auftrieb bei ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Daraus entsteht eine ehrgeizige und symbolische Aktion: eine über 600 Kilometer lange Menschenkette von Tallinn in Estland über Riga in Lettland bis nach Vilnius in Litauen. Sie soll weltweit auf das Unrecht der sowjetischen Besatzung aufmerksam machen. Trotz fehlender moderner Kommunikationsmittel wie Mobiltelefone oder Internet gelingt es, diesen beeindruckenden Protest zu organisieren und bekannt zu machen. Neue Eiszeit Für die baltischen Staaten zeigt sich Russland heute als ein revisionistischer Nachbar, der die bestehende europäische Ordnung in Frage stellt.
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 wächst die Sorge, dass auch Estland, Lettland und Litauen Ziel russischer Aggressionen werden könnten , schließlich gehörten sie einst zum sowjetischen Machtbereich. Nationale Selbstbestimmung nach leidvoller Geschichte 1989 brodelt es in vielen Teilen des sogenannten Ostblocks. In der DDR, der Tschechoslowakei, Georgien oder Moldawien gehen die Menschen damals auf die Straße. Moskau beobachtet mit wachsender Nervosität die aufkommenden Proteste, die Vorboten des Zerfalls der Sowjetunion sind. Diese Bewegungen geben der Sehnsucht nach nationaler Selbstbestimmung Auftrieb und führen in den 1990er Jahren schließlich zur Unabhängigkeit zahlreicher Staaten - darunter auch der baltischen Republiken, die 1939 durch ein geheimes Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes zu einem Teil des sowjetischen Einflussbereichs wurden. Mit der Besetzung durch die Sowjetunion im Jahr 1940 hatte der stalinistische Terror Einzug gehalten.
Hunderttausende Menschen wurden bis in die 1950er Jahre nach Sibirien deportiert, um jeglichen Widerstand zu brechen. Allein die "Märzdeportationen" von 1949 trafen über 90.000 Menschen. Ein 600 Kilometer langer Meilenstein Um international Aufmerksamkeit zu gewinnen und auf das Unrecht des Hitler-Stalin-Pakts hinzuweisen, organisiert die Oppositionsbewegung am 23. August 1989 eine über 600 Kilometer lange Menschenkette. Sie reicht von Vilnius in Litauen über Riga in Lettland bis nach Tallinn in Estland entlang der "Via Baltica", einer Fernstraße, die das Baltikum durchquert. Dieser "Baltische Weg" wird zu einem der eindrucksvollsten und friedlichsten Proteste der Umbruchjahre in der Sowjetunion.
Er markiert einen Meilenstein auf dem Weg der baltischen Staaten in die Unabhängigkeit. Über diesen historischen Tag berichten in der 45-minütigen Doku nicht nur Organisator:innen und Teilnehmer:innen, sondern auch eine Radio-Redakteurin, die den Protest begleitete, sowie eine Dirigentin und ein Pilot, der trotz Flugverbots Blumen als Zeichen der Hoffnung über der Menschenkette abwarf. Sie alle trotzten den Einschränkungen der Sowjetmacht und riskierten viel, um für ihre Freiheit einzustehen. Ihre Geschichten sind Teil einer friedlichen Revolution, die Hoffnung macht. "Der baltische Weg" ist ein Film von South & Browse im Auftrag von ARD/SWR und arte. Eine längere Fassung des Films war 2025 bereits auf arte zu sehen.
(ARD)
Daten
Länge: ca. 51 min.
Deutsche TV-PremiereDi, 05.08.2025 (arte)
Originalsprache:Deutsch
Kostenlose Start- und Streambenachrichtigung:
Cast & Crew

Der Baltische Weg Streams

"Der Baltische Weg" ist als Video/Stream erhältlich:
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im Fernsehen

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    Bilder

    • In einem Park in Litauen werden die Monumente aus der Sowjetzeit aufbewahrt. Spätestens seit dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 sind sie im Stadtbild nicht mehr gewünscht.
      Bild: © SWR/Maximilian Wolf
    • Bis zu 2 Millionen Menschen haben am 23. August 1989 an der Menschenkette durch alle drei baltischen Länder teilgenommen, um für ihre Unabhängigkeit zu demonstrieren.
      Bild: © SWR/Gediminas Svitojaus
    • Die russische Botschaft in Tallinn, Estland: Mit Plakaten, Blumen und Kerzen drücken die Menschen ihre Anteilnahme für die Bevölkerung in der Ukraine aus.
      Bild: © SWR/Maximilian Wolf
    • Der Pilot Petras Beta und seine Frau Irene Betiene haben viel riskiert, als sie trotz Flugverbot gestartet sind, um Blumen über der Menschenkette abzuwerfen.
      Bild: © SWR/Maximilian Wolf
    • Der Wunsch nach Freiheit ist groß: Schon zur Mittagszeit bahnt sich ein Verkehrschaos an, da mehr Menschen an der geplanten Kette teilnehmen wollen, als erwartet.
      Bild: © SWR/Antanas Stanevicius
    • Daiva Sviglinskiene aus Litauen arbeitet beim Radio. 1989 hat sie mitgeholfen, die Menschenkette möglich zu machen, da das Radio das wichtigste Kommunikationsmittel für diese Aktion war.
      Bild: © SWR/Maximilian Wolf
    • Die Flagge ihres Großvaters bewahrt Ginta Petra in einer Schmuckschatulle auf. Er hatte sie während der Sowjetzeit auf dem Dachboden versteckt, die Nationalflagge Lettlands war damals verboten.
      Bild: © SWR/Maximilian Wolf

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