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TV-Kritik/Review: "Lanterns": True Detectives auf Alienjagd
von Gian-Philip Andreas(16.08.2026)

"Green Lantern"-Superhelden bevölkern die Comics von DC seit 1940 - doch anders als Super- oder Batman steht die große Karriere auf der Leinwand und/oder dem Bildschirm noch aus. Jetzt befreit das neu aufgestellte DC Universe den spektakelsatten Stoff um intergalaktische Strafverfolgung von seinem Sci-Fi-Ballast und setzt ihn stattdessen als wuchtige HBO-Serie neu aufs Gleis:
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Doch "Lanterns" ist keine quietschbunte Comicsause, sondern eine Serie, die bisweilen so aussieht, als habe jemand
Das bringt auch mit sich, dass die acht Episoden (von denen wir vorab sieben sehen durften) für ein Publikum funktionieren müssen/sollen, das sich mit DC Comics im Allgemeinen und mit der vor 86 Jahren etablierten Figur Green Lantern im Speziellen nicht auskennt. So ist es zum Beispiel wichtig zu wissen, dass es nicht nur eine einzige "grüne Laterne" gibt, sondern gleich mehrere Tausend, aufgeteilt auf die Sektoren des Universums. Ende der 1950er-Jahre wurden die Comics rund um den Protagonisten nämlich interstellar ausgeweitet: Wo Green Lantern zuvor "nur" ein Superheld mit grünem Zauberring war, waren die Green Lanterns (im Plural) fortan Mitglieder des sogenannten Green Lantern Corps, eines intergalaktischem FBI.

Ebenso wichtig ist es zu erfahren, dass ein paar dieser Mitglieder legendärer waren bzw. sind als andere: der Ex-Testpilot Hal Jordan etwa, erster Green Lantern auf Erden, oder der Afro-Amerikaner John Stewart, 1972 eingeführt. Oder auch Ultra-Chauvi Guy Gardner. Letzterer tauchte, mit absurdem Topfschnitt gespielt von
Hal Jordan ist auch hier der "offizielle" Green Lantern auf Erden. Der ewig sympathische
Darin wird Hal vom intergalaktischen Wächterrat (den "Guardians of the Universe") der erwähnte John Stewart als "Azubi" zugeteilt, als möglicher Stellvertreter für den absolut undenkbaren Fall, dass Green Lantern beim Beschützen der Erde vor Meteoriten, Aliens oder anderen Katastrophen mal einen Stellvertreter benötigen sollte. Hal ist schon über die bloße Vorstellung empört!

Stewart ist das genaue Gegenteil von Jordan: jung, schwarz, ehrgeizig und die Rolle als Weltenretter extrem ernst nehmend. Anders als Hal wurde John nicht von der Macht der Laterne höchstselbst ausgewählt, sondern durch den Wächterrat gecastet. Natürlich krachen hier Welten aufeinander: Eingangs noch wirkt der Clash der unterschiedlichen Temperamente ein bisschen erzwungen, doch nach und nach pendelt sich die Chemie zwischen Chandler und Aaron Pierre (dessen faszinierende Augen aus
In der 2016 angesiedelten Haupthandlung, aus der die Serie in "True Detective"-Manier nach Bedarf zurück- und in unsere Gegenwart vorspringt, geht es um einen Kriminalfall, genauer: um vier tote Fremde, die eines Abends auf dem Highschool-Footballfeld einer Kleinstadt in Nebraska liegen. Hal vermutet einen außerirdischen Hintergrund und nur ein solcher wäre es auch, der sein Mitermitteln im Revier der von Green Lantern überaus genervten Sheriff Kerry legitim erscheinen ließe (faszinierend in der Rolle: Kelly Macdonald aus
Während in Vorwärtsrichtung weiterermittelt wird, einem mysteriösen "Manhunter" hinterher, skippt die Serie zurück in die Vergangenheit, wobei unter anderem zu erfahren ist, dass John von seinen Eltern bereits als Kind für die Bewerbungsrunden um den Green-Lantern-Posten fit gemacht wurde - mit traumatisierenden Übungen, die John dazu nötigten, seiner Mutter in Wilhelm-Tell-Manier den Apfel vom Kopf zu schießen. Die wichtigste Frage des Wächterrats lautet schließlich: "Hast Du Angst?" Eine Bejahung macht einen Kandidaten ungeeignet für den Laternenjob.

Um das Selbstverständnis von Superhelden, um Angst und Mut und um die Tatsache, dass Angst für schwarze Menschen in weißen Mehrheitsgesellschaften anders definiert ist als für Hal (der Johns Familie in Anlehnung an die Familie aus der
Überwiegend aber ist "Lanterns" weder Space-Oper noch Comic-Spektakel, sondern ein Thrillerdrama mit einiger Erdenschwere, das Action eher über Verfolgungsjagden auf Schulgeländen und Highways generiert als über Weltall-Getöse und die Insignien seiner Hauptfigur zugleich feiert und dekonstruiert: Das "Green" in "Green Lanterns" ist dem Serientitel bezeichnenderweise abhanden gekommen und den grünen Superheldendress trägt Hal nur noch selten, schon weil sich ihm die gerade in Comic-Verfilmungen selten aufgeworfene Frage stellt, wie die Helden denn darin aufs Klo gehen sollen. Der grüne Ring wiederum, mit dem die Lanterns aus sich selbst heraus Objekte "manifestieren" und Kräfte aller Art auslösen können, sieht aus wie ein Klunker vom Garagenflohmarkt. Er wird nebenher schon mal als postkoitaler Zigarettenanzünder oder Flaschenöffner verwendet, bleibt dem Style der Comics aber treu - wie die Handlung überhaupt gepflastert ist mit Verweisen, Zitaten und Easter Eggs.
Das Gemisch der Stillagen in "Lanterns" geht denn auch aufs Konto von drei sehr unterschiedlichen Künstlern, die die Serie gemeinsam konzipierten. Showrunner Chris Mundy war zuvor an "True Detective" (letzte Staffel) und
Ganz weit hoch in diese Sphären schaffen es die "Lanterns" (noch) nicht - und doch fühlt sich diese kühne Genre-Melange mit Thriller- und Neowestern-Elementen so an, als habe das DC Universe endlich zu einer eigenen Stimme gefunden.
Die Serie "Lanterns" wird in Deutschland bei HBO Max ab den frühen Morgenstunden des 17. August veröffentlicht, wöchentlich bis zum 5. Oktober gibt es eine neue Folge.
Über den Autor
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Leserkommentare
Teleprompter schrieb am 17.08.2026, 23.33 Uhr:
Noch jemand das Problem mit den nicht abschaltbaren deutschen Subs unter der deutschen Fassung?
Ansonsten: Ja, erste Folge schon mal ganz vielversprechend.SerienFan_92 schrieb am 16.08.2026, 16.42 Uhr:
Die Reviews überschlagen sich ja gerade alle mit Lob.
Den Trailer fand ich zumindest sehr ansprechend und die beiden Hauptdarsteller wirken sehr sympathisch.
Da werde ich mal einen Blick riskieren.Kanrei schrieb am 16.08.2026, 15.57 Uhr:
Die "Watchmen Serie als Meisterwerk des Genres". Rotten Tomatoes Audience Score 57%. Das sagt alles über den Autor und erklärt warum als wichtige Antipode zu Hal Jorden John Steward als "Schwarz" beschrieben werden musste, obwohl er echte und wichtige Eigenschaften mitbringt.
Einfach mal ein Review ohne Pseudopolitik, Entertainment einfach mal unterhalten lassen, um Alan Bradley (Bruce Boxleitner) zu zitieren: "Das wäre doch mal was..."Neb schrieb am 16.08.2026, 23.46 Uhr:
PS: Der (Audience) Score von IMDb zeigt bei "Watchmen" eine 8,2.
Und da haben insgesamt 147.000 User abgestimmt und nicht wie bei RT etwas mehr als 5000 oder bei Metacritic leicht über 1100.Die durchschnittliche Bewertung der Episoden liegt bei IMDb sogar bei 8,6, wobei die Episode mit den wenigsten Stimmen bei 7500, die mit den meisten bei 11.000 Stimmen liegt.Bernd Krannich schrieb am 16.08.2026, 21.45 Uhr:
Hm, neben dem Audience Score steht halt auch ein Kritiker Score von 96 Prozent (eine ähnliche Aufteilung der Meinungen zwischen Kritikern und Zuschauern liefert auch Metacritic). Dass du nur einen der beiden Scores wertvoll findest, sagt dann halt auch sehr viel über deine Meinungsbildung aus.
Wenn man sich die Mühe macht, die komplette Kritik zu lesen, sollte eigentlich auch klar sein, dass John Stewarts Hautfarbe für seine Erlebnisse in der Handlung erwähnenswert ist.
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