Die Luft ist wieder rein. Mehr als 100 Jahre hatte das Eisenhüttenwerk die Stadt Völklingen in Qualm, Ruß und Gestank gehüllt. Selbst die Ziegen, die manche Hüttenarbeiter in ihren Siedlungen hielten, hatten zuerst den Ruß von den Grashalmen geblasen, bevor sie zubissen. Aber als 1986 die letzten Feuer in den Hochöfen ausgingen, atmete jedoch niemand auf. Ihr 'altes Schätzchen', so nannten die Völklingerinnen und Völklinger liebevoll die Dreckschleuder mitten in der Stadt, ihr altes Schätzchen also hatte den letzten Schnaufer getan und wurde betrauert. Diese Dokumentation erzählt von der hochgefährlichen Arbeit an Hochöfen, in Kokerei und Walzwerk, von Staublungen, Verbrennungen, Todesfällen - aber auch vom Stolz, Hüttenarbeiter zu sein: ein harter, furchtloser Kerl, Teil einer Maschinerie, die einer ganzen Stadt, einem ganzen Land Wohlstand und Arbeit beschert. Aber SR Autor Sven Rech berichtet auch von Verzweiflung und Scham, als die Wirtschaftswunder-Maschine nicht mehr rentabel war und stillgelegt wurde. Und heute? Teil des Welterbes der Menschheit zu sein, als erstes Industriedenkmal 1994 in die Liste der zu schützenden Orte aufgenommen worden zu sein - bringt das den verlorenen Stolz und den Wohlstand zurück?...
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