Verliert Italien eine seiner faszinierendsten Landschaften? Ilona Riehl und Günther Bludszuweit zeigen in ihrem Film die Naturschätze des Po-Deltas, die den Touristen in der Regel verborgen bleiben. Die Dokumentation schildert aber auch die Ursachen, die dazu führen, dass sich diese wunderbare Natur- und Kulturlandschaft tiefgreifend verändert. Der Po ist mit seinen 652 Kilometern Länge der längste Fluss Italiens. An seiner Mündung liegt eines der größten Flussdeltas in Europa und gleichzeitig eine großartige Naturlandschaft Italiens. Aber dort, wo Fluss und Meer aufeinandertreffen, findet ein ständiger Kampf statt, denn das Meer arbeitet mit Wellenkraft gegen das neue Land. Lange konnte sich der Fluss behaupten und schob seine Fracht aus Sand und Schlamm ins Meer hinaus, aber nun scheint das Delta zu schrumpfen. Der Fluss hat an Kraft und Einfluss verloren. Das Meer droht das Land zu erobern. Im Inneren des Deltas hat der Fluss wilde Sümpfe geschaffen, während er draußen im Meer Sandbänke und Inseln rund um das Land aufschüttete. An der Küste ziehen sich ursprüngliche Wälder dahin und riesige Brackwasserlagunen bedecken das Land. So unterschiedlich die Landschaft des Deltas ist, so vielfältig sind auch ihre Bewohner. Die Sümpfe sind wahre Vogelparadiese. Alle europäischen Reiherarten brüten hier, neben den seltenen Sichlern, Löfflern und Zwergscharben. Ihre Brutkolonien bieten einen spektakulären Anblick. Kaum zu glauben, aber in den Küstenwäldern des Po-Deltas röhren Hirsche. Es sind Dünenhirsche, Verwandte der Rothirsche, die nur hier überlebt haben. Die Rosa Flamingos hingegen tauchten erst 1993 im Podelta auf. Jetzt versammeln sie sich zu Tausenden in den Lagunen, gemeinsam mit zahllosen Enten und Watvögeln. Seit ein paar Jahren sind neue Tierarten ins Delta eingewandert. Bienenfresser, Nutria oder auch der Sumpfkrebs haben das Flussland erobert. Sie sind Zeichen des Wandels, denn das Delta erlebt gewaltige Veränderungen. Vor etwa 500 Jahren hat der Mensch begonnen, das unwirtliche Sumpfland zu besiedeln. Erst seit dem Fluss mit Dämmen Einhalt geboten wurde, konnten die Sümpfe trockengelegt und großflächig Landwirtschaft betrieben werden. Aber Pumpen, Dämme und Deiche haben gravierende Folgen für das Flussland. Die Strände werden von den Wellen weggefressen, weil der Fluss zu wenig Sand nachliefert. Das Meer dringt unterirdisch ins Land und versalzt Sümpfe und Felder. Zudem ist das Land teilweise um mehrere Meter abgesunken und liegt nun unter dem Meeresspiegel. Wird das Meer das Po-Delta endgültig zurückerobern? So erstaunlich es klingt, aber gerade der Fluss selbst könnte die Rettung für sein Land bringen.
(arte)
Länge: ca. 45 min.
Deutscher Kinostart: 30.05.2007
Deutsche TV-Premiere: 12.02.2009 (arte)
gezeigt bei: Abenteuer Wildnis (D, 2014)
Cast & Crew
- Drehbuch: Günther Bludszuweit, Ilona Riehl
- Produktionsauftrag: ORF