Die Insassen nennen es Wohngruppenvollzug: 17 Frauen sind auf einer Etage untergebracht. Sie leben in ihren Zellen, essen aber gemeinsam. Eine von ihnen ist Henriette. Sie ist 38 Jahre alt und verbüßt gerade zum wiederholten Male eine Haftstrafe. Und sie ist dreifache Mutter. Die Kinder kommen nur manchmal zu Besuch, wobei die jüngste, ihre dreijährige Tochter, dann kaum zu ihr geht. Ansonsten läuft der Kontakt auf Sparflamme. Alles begann damit, dass Henriette drogensüchtig wurde und auch selbst mit Drogen handelte. Zuletzt kam sie in Haft, weil sie versuchte, in großem Stil Kokain, Marihuana und Ecstasy-Pillen aus den Niederlanden nach Deutschland zu schmuggeln. In der Justizvollzugsanstalt lebt sie in einer inneren Zerrissenheit. Einzige wirkliche Ansprechpartnerin ist die Vollzugsbeamtin. Zu ihr hat sie Vertrauen, mit ihr kann sie sprechen. Die Beamtin merkt, wenn etwas mit "ihren" Gefangenen nicht stimmt - etwa bei der Medikamentenausgabe, wenn plötzlich mehr Psychopharmaka abgefragt werden. Die meisten der im Wohngruppenvollzug lebenden Frauen sind Mütter. Sie alle haben gemeinsam, dass sie unter der Trennung von ihren Kindern leiden. Am schlimmsten ist es, wenn die Kinder zu Besuch kommen und ihre Mütter nicht mehr erkennen. Edgar Verheyen hat die Frauen im Wohngruppenvollzug besucht und einige Tage lang ihren Gefängnisalltag beobachtet.
(3sat)
Daten
Länge: ca. 45 min.
| Deutsche TV-Premiere | Mo, 30.03.2009 (3sat) |
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Cast & Crew
- Drehbuch: Edgar Verheyen









