Gewaltige Hochplateaus, Karstlandschaften, tiefe Schluchten und ausgedehnte Wälder: Im Süden Frankreichs erstrecken sich die Cevennen über die Departements Lozère, Gard und Hérault. 1970 wurde der Cevennen-Nationalpark gegründet, einer der größten Nationalparks Frankreichs. 2011 erklärte die UNESCO die Region zum Welterbe. Der Film geht auf eine Entdeckungsreise in eine einmalige Landschaft mit einzigartiger Tier- und Pflanzenwelt. Auf dem Mont Aigoual, dem zweithöchsten Berg der Cevennen, befindet sich die letzte ganzjährig bewohnte Wetterstation Frankreichs. Die Meteorologinnen und Meteorologen müssen im Winter bei Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern hinaus, um die empfindlichen Messinstrumente zu kontrollieren. Im Mai und Juni riskieren Vogelschützerinnen und Vogelschützer alles, um junge Gänsegeierküken in den Steilwänden der Schluchten der Flüsse Jonte und Dourbie zu beringen. In schwindelerregender Höhe lassen sie sich zu den Nestern herab und beringen so bis zu 50 Küken pro Saison. Seit 1981 wurden Geier in den Cevennen wiederangesiedelt. Ihr Bestand hat sich inzwischen mit über 600 Gänsegeiern erholt. Auch Biber wurden wiederangesiedelt und leben vor allem an den Flüssen Tarn und Tarnon. Die Cevennen leben mit ihrer großen Vergangenheit. Zeugnis davon sind die alte Dampfeisenbahn, die von April bis Oktober Eisenbahnbegeisterte durch die Täler der Cevennen fährt, und die ehemaligen Seidenspinnereien, die seit dem 18. Jahrhundert Reichtum in die Region brachten. Die Zucht von Seidenraupen erlebt heute ein kleines Comeback.
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Seidenraupen in einer Zucht in den Cevennen. Innerhalb von 30 Tagen vergrößern sie sich um das 10.000-fache bevor sie dann mit dem Spinnen eines bis zu 1500 Meter langen Seidenfadens beginnen.
Die Dampfeisenbahn „Train à Vapeur“ ist eine der bekanntesten Touristen-Attraktionen der Cevennen. Von April bis Oktober fährt der Zug mehrmals täglich zwischen Saint-Jean-du-Gard und Anduze auf einer Strecke, die 1909 eingeweiht wurde um vor allem die in den Cevennen produzierte Seide an die Küste zu transportieren.
Auf der Causse de Méjean im Cevennen-Nationalpark leben 35 Przewalski-Pferde. 1993 schuf die Schweizer Biologin Claudia Feh die Tierschutz-Organisation TAKH, die sich für den Erhalt dieser Wildpferde und die Wiederansiedlung in ihrer ursprünglichen Heimat Mongolei einsetzt.