Ingrid Bentrup ist Unternehmerin im Gaststättengewerbe. Das könnte man sagen - würde man aber nicht. Denn in Wahrheit hat die 41-Jährige die Nase voll von der Arbeitslosigkeit, hat eine Ich-AG gegründet, sich einen Pommes-Buden-Wagen zugelegt und verkauft nun bei Wind und Wetter neun Stunden am Tag Pommes mit Majo oder Ketschup. In ihrer Kasse zählt sie am Abend rund 50 Euro. "Ich wusste, dass ich damit keine Millionärin werde, aber das muss doch deutlich mehr werden", meint sie lakonisch. Der 20-jährige Adrian Gratzke ist dagegen noch ganz im Überschwang des Jungunternehmers. Als Zwischenhändler für Szene-Getränke klappert er - auch wenn es Überwindung kostet - Bochumer Kneipen ab und bietet seine Dienste an. Sein Konzept überzeugt weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick so ganz. Doch er glaubt fest an sich und seine Überzeugungskraft - und das wiederum scheint aufzugehen. Ganz anders geht der 32-jährige Mike an die Sache: Realistisch, vorsichtig. Getreu dem Motto "Geteilte Kosten, geteilte Sorgen" steigt er als Piercer und Teilhaber in den Tattoo-Shop eines Freundes ein. Alles ist allen möglich: Der spektakuläre Durchbruch, der endlose Drahtseilakt oder das endgültige Aus. Ein Jahr lang hat MENSCHEN HAUTNAH drei "Ich-AG-ler" durch die Unwägbarkeiten ihrer neuen Unternehmerschaft begleitet.
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