Kann man 190 Kilo wiegen? Man kann - aber es zieht schwerste Gesundheitsstörungen mit sich! Klaus-Peter Pochmann aus Offenbach leidet an der so genannten Adipositas, einer chronischen Gesundheitsstörung, die durch übermäßige Fetteinlagerung im Körper gekennzeichnet ist. Vor 30 Jahren wog er gerade Mal 75 Kilo. Heute hat sich sein Leben völlig verändert. Schuhe zubinden? Geht nicht mehr. Auto fahren? Unmöglich. Jeder Knochen schmerzt und ewig bricht ihm der Schweiß aus. Klaus-Peter Pochmanns einzige Hoffnung ist eine Magenbypass-OP. Bei dieser Magen verkleinernden Methode wird der obere Magen durchtrennt und mit dem oberen Dünndarm verbunden. Dadurch wird einerseits die Nahrungszufuhr eingeschränkt, andererseits wird die aufgenommene Nahrung auch viel später mit Gallen- und Bauchspeicheldrüsensaft durchmischt, d. h. die Nahrungssubstanzen - eben auch das Fett - werden schlechter in das Blut aufgenommen. Ob die OP helfen wird? Auch der 13-jährige Miguel Fidalgo aus Hamburg ist zu dick. Viel zu dick. Und das schon von Kindertagen an. Als die Mitschüler ihn nur noch hänseln, wird seine Mutter aktiv. Sie wendet sich an Moby Dick. Das Modellprojekt des Hamburger Präventionszentrums unter Leitung von Dr. Christiane Petersen kümmert sich um Kinder und Jugendliche mit Gewichtsproblemen. Jede Woche trifft sich Miguel mit seiner Moby Dick-Gruppe und soll lernen, dass Bewegung und gesunde Ernährung Spaß machen können und er mit seinem Problem nicht alleine ist. Ein ähnliches Projekt hat Petra Bastani ins Leben gerufen. "Pfundsweiber" ist ein Stammtisch für übergewichtige Frauen, die sich nicht länger verstecken wollen. Regelmäßig treffen sich die Pfundsweiber in einer Gaststätte in Gelsenkirchen. Die Reportage porträtiert nicht nur die Übergewichtigen und zeigt ihre Alltagsprobleme und ihren Kummer auf. Auch Dünne werden vorgestellt. Etwa die 22-jährige Stefanie Esser aus Köln, die gerne ein paar Kilogramm mehr auf die Waage bringen würde. Als sie schwanger wurde, fing sie an abzunehmen. Jedes Kilo, das sie seitdem verloren hat, kriegt sie kaum wieder auf die Rippen. Jetzt ist sie 1,74 m groß und wiegt gerade mal 53 kg. Ganz anders sieht es für Alexander Czerwinski aus. Er lebt von seinen 198 Kilo Körpergewicht. Er ist das Schwergewicht unter den deutschen Sumoringern. Mit seinem Gewicht wuchtet er fast jeden Gegner aus dem Ring, dem so genannten Dohyo. Um sein Kampfgewicht zu halten, muss der Sumoringer jeden Tag bis zu 8000 Kalorien verdrücken. Doch Unmengen zu essen ist nicht nur Spaß, sondern erfordert vor allem Disziplin. Alexander kann sich ein Leben ohne den Sumo-Sport nicht mehr vorstellen, auch wenn er mit seiner Figur nicht gerade dem deutschen Schönheitsideal entspricht.
(Super RTL)
Daten
Länge: ca. 50 min.
| Deutsche TV-Premiere | So, 12.01.2003 (RTL) |
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