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Fischmehl - ein schmutziges Business

D, 2026

Fischmehl - ein schmutziges Business
ZDF und Saba Bussmann
  • 2 Fans
  • Wertung0 175289noch keine Wertungeigene: -

Filminfos

Fischmehl, ein Stoff, der in Deutschland kaum bekannt ist. Dank ihm haben wir Lachs & Co.auf dem Teller. Doch die Folgen der Fischmehl-Produktion sind dramatisch für Mensch und Umwelt. Die Nachfrage nach Fisch aus Aquakulturen - wie Lachs - wächst. Deshalb wird immer mehr Fisch aus dem Meer nicht gegessen, sondern zu Mehl verarbeitet. Weltweit landen so jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Wildfisch in Tierfutter.
Die Bestände gehen zurück. Millionen Menschen in Westafrika können sich den Fisch vor ihrer Haustür nicht mehr leisten. Dabei ist er hier ein Grundnahrungsmittel. Doch das Angebot auf den Märkten wird immer knapper. "Früher gab es so viel Fisch, dass meine Kinder ihn nicht mehr sehen konnten.", sagt Kumba Camara. Die alleinerziehende Mutter aus Gambia hat sieben Kinder.
Sie macht sich Sorgen um deren Ernährung. Mittlerweile muss ich Prioritäten setzen - wenn ich meine Kinder unter der Woche in die Schule schicke, habe ich nicht genug Geld für Proteine - dann gibt es nur noch Reis." Eine der Ursachen: der wachsende Hunger nach Fischmehl. Das braune Pulver reist um die halbe Welt, um unter anderem in europäischen Aquakulturen verfüttert zu werden. Der Film verfolgt diesen Weg vom Strand in Gambia bis nach Europa und stellt die Frage: Welchen Preis zahlen wir wirklich für gezüchtete Speisefische? Für den Biologen Werner Kloas ist der Fall klar. Für ihn sind die meisten Aquakulturen alles andere als nachhaltig: "Die Aquakulturen benötigen Fischmehl vor allem für Fische wie Lachs. Ohne Fischmehl hätten sie große Probleme diese großzuziehen.
Und frisch gefangenen Fisch zur Futterproduktion zu nutzen, ist natürlich nicht ökologisch sinnvoll. Frischer Fisch ist eine endliche Ressource." In Ländern wie Gambia, Senegal und Mauretanien hat sich die Anzahl der Fischmehlfabriken innerhalb weniger Jahre vervielfacht. Ständig brauchen sie neuen Fisch, damit die Produktion weiter läuft. Vieles davon stammt von industriellen Trawlern, die vor der westafrikanischen Küste unterwegs sind. Und es häufen sich die Hinweise, dass auch illegale Fänge in den Fabriken landen. Der gambische Umweltjournalist Mustapha Manneh recherchiert schon seit Jahren in Westafrika zum Thema Fischmehl und stößt regelmäßig auf neue Hindernisse: "Die Fischmehlindustrie ist unheimlich verschwiegen - kaum jemand versteht so richtig, was hinter den verschlossenen Türen passiert.
Eins steht fest, die Menschen hier in Afrika leiden unter den Folgen. In meinen Augen ist Fischmehl mittlerweile eine Art Blutfisch. Früher gab es hier Blutdiamanten, nun aber haben wir Blutfisch." Und damit nicht genug. Auch die Umwelt leidet unter den Fabriken. Abwässer aus der Produktion sind mit giftigen Schwermetallen wie Arsen belastet, die ungefiltert ins Meer gelangen. Vor Ort sprechen wir mit lokalen Fischern, Aktivisten und Insidern über das Big Business Fischmehl.
Die Dokumentation ist eine Spurensuche zwischen Westafrika und Europa, zwischen Fischmarkt und Kühltheke und ein Film über ein System, das viele von uns mit jedem Bissen unbewusst mittragen.
(ZDF)
Daten
Länge: ca. 45 min.
Deutsche Stream-PremiereFr, 07.08.2026 (ZDFmediathek)
Deutsche TV-PremiereSo, 09.08.2026 (ZDF)
Originalsprache:Deutsch
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Bilder

  • Journalist und Umweltreporter Mustapha Manneh aus Gambia
    Journalist und Umweltreporter Mustapha Manneh aus Gambia
    Bild: © ZDF
  • Bonga-Fische liegen aufeinander auf dem Markt in Tanji.
    Bonga-Fische liegen aufeinander auf dem Markt in Tanji.
    Bild: © ZDF
  • Die gambische Marine nähert sich dem Trawler für eine Kontrolle.
    Die gambische Marine nähert sich dem Trawler für eine Kontrolle.
    Bild: © ZDF
  • Der größte Fischmarkt des Landes im Ort Tanji
    Der größte Fischmarkt des Landes im Ort Tanji
    Bild: © ZDF
  • Die Hände eines Fischers, der sein Fischernetz repariert
    Die Hände eines Fischers, der sein Fischernetz repariert
    Bild: © ZDF
  • Eine chinesisch geführte Fischmehlfabrik an der Küste Westafrikas
    Eine chinesisch geführte Fischmehlfabrik an der Küste Westafrikas
    Bild: © ZDF
  • Geräucherter Bonga-Fisch wird auf dem Markt in Tanji angeboten
    Geräucherter Bonga-Fisch wird auf dem Markt in Tanji angeboten
    Bild: © ZDF
  • Ein Haufen voller Bonga-Fische ausgebreitet auf dem Markt in Tanji.
    Ein Haufen voller Bonga-Fische ausgebreitet auf dem Markt in Tanji.
    Bild: © ZDF
  • Die größte Fischmehlfabrik des Landes "Golden Lead" ist ebenfalls in chinesischer Hand.
    Die größte Fischmehlfabrik des Landes "Golden Lead" ist ebenfalls in chinesischer Hand.
    Bild: © ZDF
  • Die Marine patrouilliert vor der Küste Westafrikas. Vor allem im Fokus: illegale Fischerei sogenannter "Trawler".
    Die Marine patrouilliert vor der Küste Westafrikas. Vor allem im Fokus: illegale Fischerei sogenannter "Trawler".
    Bild: © ZDF
  • Geöffnete Hände, in denen ein Bonga-Fisch liegt
    Geöffnete Hände, in denen ein Bonga-Fisch liegt
    Bild: © ZDF und Saba Bussmann

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