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Fotografien für Ludwig II

Bayern im Krieg von 1870/71D, 2020
BR/Marcus Winterbauer
  • 2 Fans jüngerälter
  • Wertung0 123088noch keine Wertungeigene Wertung: -

Filminfos

Deutsche Erstausstrahlung: 14.07.2020 (BR Fernsehen)
Eine Fotografie von 1871 zeigt die festlich geschmückte Feldherrnhalle am Münchner Leopoldplatz. Die Menschen freuen sich auf die Rückkehr der bayerischen Soldaten aus Frankreich. Den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 hatte König Ludwig II. jedoch nie gewollt. Die Dokumentation erzählt erstmals anhand bislang gänzlich unbekannter historischer Aufnahmen die konfliktreiche Geschichte des Kriegsgeschehens sowie die spezifische Rolle Bayerns darin. Nur 25 Jahre ist der bayerische Monarch König Ludwig II. alt, als er eine der folgenschwersten Entscheidung seines Lebens treffen muss: Schickt er das Volk in den Krieg oder nicht? Erst vier Jahre zuvor hatte Bayern im Krieg von 1866 gegen Preußen gekämpft. Um die von Otto von Bismarck geplante Reichsgründung zu erreichen, sollten die Bayern nun, verbündet mit den einstigen Feinden - den Preußen - gemeinsam gegen Frankreich ins Feld ziehen? Für König Ludwig II. muss dies eine zutiefst verstörende Situation gewesen sein, ist der Monarch doch zeitlebens ein bekennender Bewunderer der französischen Kunst und Kultur gewesen. Schloss Herrenchiemsee hatte er nach dem Vorbild des Schlosses Versailles in allen Details geplant. Um die größtmögliche Perfektion zu erreichen, hatte der junge Monarch mit französischen Fotografen korrespondiert und sie in zahlreichen Briefen und drängenden Telegrammen um weitere Aufnahmen des französischen Vorbilds gebeten. Die Fotografie ermöglichte aber nicht nur dem bayerischen Monarchen exklusive Einblicke in Frankreichs höfische Kultur, sondern gewann im Laufe des Deutsch-Französischen Kriegs mehr und mehr an Bedeutung. Erstmals konnten Kriegsereignisse abgebildet werden. Auch wurden Geschehnisse an der Front inszeniert, um gezielt Propaganda zu machen. 150 Jahre lang lagerten diese Kriegsfotografien in diversen Archiven in Europa. Der 30-jährige Bildwissenschaftler und Kunsthistoriker Paul Mellenthin hat in jahrelanger Recherche die Bilder aufgespürt. Als einer der ersten Wissenschaftler überhaupt erhielt Paul Mellenthin die Genehmigung, die bislang unveröffentlichte Fotografie-Sammlung König Ludwig II. zu sichten und auszuwerten: Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds gewährte dem Forscher einen einmaligen Blick in das so genannte "Geheime Hausarchiv" und somit auf Fotografien, deren Beauftragung durch den König anhand seiner persönlichen Korrespondenz belegt ist. Formal ist diese Dokumentation als spannendes, vorantreibendes Roadmovie erzählt: Begleitet von spektakulären Landschaftsaufnahmen des Chiemgaus sowie der Insel Herrenchiemsee vermittelt sie so nicht nur neue Erkenntnisse über die spezifische Rolle Bayerns im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, sondern entdeckt zudem erstmals für die Öffentlichkeit die private Fotografie-Sammlung König Ludwig II., die zeitgleich in den 1870er-Jahren entstand. Diese einmaligen Zeugnisse vermitteln dem Zuschauer einen emotionalen Zugang zu dem historischen Ereignis, das sich im Jahr 2020 zum 150. Gedenken jährt.
(BR Fernsehen)

im Fernsehen

In Kürze:
  • BR FernsehenBR14.07.202022:30 hFotografien für Ludwig II
  • BR FernsehenBR15.07.202004:30 hFotografien für Ludwig II
Daten & Zeiten kalendarisch. Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit.
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Kommentare, Erinnerungen und Forum

Bilder

  • Historische Fotografie aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71: Grabmal bei Wörth, August 1870.
    Historische Fotografie aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71: Grabmal bei Wörth, August 1870.
    Bild: © BR/Kinescope Film GmbH/Marcus Winterbauer
  • Chiemgau, Bayern, Deutschland.
    Chiemgau, Bayern, Deutschland.
    Bild: © BR/Kinescope Film GmbH/Marcus Winterbauer
  • Historische Fotografie aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71: Fort Issy, 1. Februar 1871.
    Historische Fotografie aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71: Fort Issy, 1. Februar 1871.
    Bild: © BR/Kinescope Film GmbH/Marcus Winterbauer
  • Paul Mellenthin (links), Bildwissenschaftler und Kunsthistoriker an der Universität Basel und Fotografie-Sammler Christian Kempff (rechts).
    Paul Mellenthin (links), Bildwissenschaftler und Kunsthistoriker an der Universität Basel und Fotografie-Sammler Christian Kempff (rechts).
    Bild: © BR/Kinescope Film GmbH/Marcus Winterbauer
  • Ulrich Pohlmann (links), Leiter der Fotografie-Sammlung des  Stadtmuseums München, und Paul Mellenthin, Bildwissenschaftler und Kunsthistoriker an der Universität Basel, im Geheimen Hausarchiv des Wittelsbacher Ausgleichsfonds in München.
    Ulrich Pohlmann (links), Leiter der Fotografie-Sammlung des Stadtmuseums München, und Paul Mellenthin, Bildwissenschaftler und Kunsthistoriker an der Universität Basel, im Geheimen Hausarchiv des Wittelsbacher Ausgleichsfonds in München.
    Bild: © BR/Kinescope Film GmbH/Marcus Winterbauer
  • Sylvie Aubenas, Leiterin der Fotografie-Sammlung der Nationalbibliothek Frankreich, und Paul Mellenthin, Bildwissenschaftler und Kunsthistoriker an der Universität Basel, im Archiv der Nationalbibliothek Frankreichs. Weiteres Bildmaterial finden Sie unter www.br-foto.de.
    Sylvie Aubenas, Leiterin der Fotografie-Sammlung der Nationalbibliothek Frankreich, und Paul Mellenthin, Bildwissenschaftler und Kunsthistoriker an der Universität Basel, im Archiv der Nationalbibliothek Frankreichs. Weiteres Bildmaterial finden Sie unter www.br-foto.de.
    Bild: © BR/Marcus Winterbauer

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