Ein dokumentarischer Essay über die USA, betrachtet durch das Brennglas eines Schauspielers: Henry Fonda und seine Rollen verschmelzen zu einer schillernden und konfliktreichen Figur. Fondas Stimme und die Charaktere, die er spielte, führen durch den Film - auf einen Roadtrip quer durch die USA und durch die Geschichte des Landes, von 1651 bis in die 1980er-Jahre, als mit Ronald Reagan ein anderer Filmschauspieler US-Präsident wurde. Kaum jemand verkörperte den durchschnittlichen, aber ehrbaren US-Bürger so gut wie Henry Fonda, der im Lauf seiner Karriere auch immer wieder Präsidenten spielt - echte und fiktive. In seinem ebenso detailreichen wie unterhaltsamen Essay folgt der österreichische Filmhistoriker Alexander Horvath Fondas Figuren hinein in eine imaginäre Republik - den "United States of Fonda". Der Dokumentarfilm beginnt mit einer persönlichen Erinnerung: Paris im Sommer 1980. Zur selben Zeit finden in Moskau die Olympischen Spiele statt; in Detroit wird Ronald Reagan zum Kandidaten der Republikanischen Partei für das Amt des US-Präsidenten gekürt; in New Hampshire dreht Henry Fonda seinen letzten Film. Zwei Schauspieler skizzieren zwei verschiedene Weisen, die Vereinigten Staaten von Amerika ins Visier zu nehmen: als God's Own Country oder als Schauplatz sozialer Kämpfe. Es folgt ein Rücksprung nach Holland ins Jahr 1651. Eine doppelte Migrationsgeschichte nimmt ihren Lauf: die Geschichte eines Mannes und seiner Familie - und die Geschichte einer Nation in Bewegung. Die Reise des Films führt an die Ufer des Mohawk River und in die Jahre der Amerikanischen Revolution, in den "Wilden Westen" und zu den rassistischen Ausschreitungen des frühen 20. Jahrhunderts, nach New York zur Zeit der Großen Depression, entlang der Route 66 - von der "Dust Bowl" nach Kalifornien - und nach Hiroshima, an die Pazifikfront im Zweiten Weltkrieg. Dann in die Nachkriegsära und ihre neuen Arten der Depression, den Kalten Krieg und seine apokalyptischen Anmutungen. Henry Fonda ist der Politikerrolle nun näher denn je. Alle Stationen der Reise durchs Land und dessen Zeiten sind mit Fonda verbunden - mit seinem Leben und dem seiner Vorfahren, mit seiner Arbeit als Schauspieler und seiner öffentlichen Person, mit den Kinofiguren, die er darstellte. In ihnen fokussiert er sich selbst und das Land.
(3sat)
Existiert als dreistündiger Kinofilm (Dt. Kinostart: 30.01.2025, Dt. TV-Premiere auf 3sat am 29.06.2026) und als 55-minütige TV-Fassung (Dt. Premiere auf arte am 03.11.2024).
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