1988: Armin Glaser, Oberleutnant der Stasi, lebt mit seiner Frau Marie und Tochter Kati in Karl-Marx-Stadt. Als bei Kati die im Kindesalter seltene Krankheit Multiple Sklerose diagnostiziert wird, hoffen sie auf eine neuartige, vielversprechende Behandlung im Bezirkskrankenhaus. In der Annahme, das Richtige zu tun, geben Armin und Marie ihre Tochter in die Obhut von Dr. Sigurd. Schon bald lassen Armin Ungereimtheiten bei der Behandlung misstrauisch werden. Er nutzt seinen Rang bei der Stasi, um an Informationen zu kommen. Doch je mehr er sich der Wahrheit nähert, desto skeptischer wird er. Kann es wirklich sein, dass westdeutsche Pharmakonzerne ihre noch nicht zugelassenen Medikamente an unbescholtenen ostdeutschen Bürgern - und so auch an seiner Tochter - testen? Und welche Rolle spielt dabei die DDR-Regierung, die darin verwickelt zu sein scheint? Weder Marie, die in der westdeutschen Medikamentenstudie eine große Chance für Kati sieht, noch Armins Vorgesetztem Oberst Peterhans oder dem zuständigen Staatssekretär gelingt es, Armins verbissene, investigative Jagd nach der Wahrheit zu stoppen. Ihm geht es längst nicht mehr um Kati allein, sondern um seine bröckelnde Ideologie und um zwei Staaten, die anscheinend den Handel mit kranken Menschen billigen. Selbst vor einem Verhör des westdeutschen Pharmalieferanten Florian Diller, der für die Pharmafirma Necker regelmäßig Studien-Medikamente in die DDR bringt, macht Armin nicht halt. Er deckt die großen Seilschaften und das institutionelle Vorgehen zwischen BRD und DDR auf und schafft es sogar, den Samen eines aufkeimenden Gewissens in Florian Diller zu säen, der vielleicht auch Kati retten könnte - wären da nicht viele weitere Akteure, die eine ganz eigene Agenda verfolgen.
(arte)
"Kranke Geschäfte" ist eine Produktion der Rat Pack Filmproduktion in Koproduktion mit An der Gassen Film. Produzentin Franziska An der Gassen wurde mit "Kranke Geschäfte" für den Produzentenpreis auf dem Filmfest Hamburg 2019 nominiert. Verantwortlicher Redakteur beim ZDF ist Günther van Endert, für ARTE Olaf Grunert. Regie führte Urs Egger, das Drehbuch stammt von Johannes Betz. Den Weltvertrieb übernimmt Beta Film, in Österreich und der Schweiz die Constantin Film. Gedreht wurde in Prag und Umgebung.
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Armin Glaser (Florian Stetter, r.) übermittelt seinem Vorgesetzten Oberst Petershans (Stephan Grossmann, l.) die Beweise für die Arzneimittelstudie. Er wirft der Ärztin seiner Tochter dabei Hochverrat vor.
Marie Glaser (Felicitas Woll) will – trotz der Zweifel ihres Mannes Armin Glaser (Florian Stetter) –, dass ihre Tochter weiterhin mit den Medikamenten behandelt wird.
Marie Glaser (Felicitas Woll, M.) und Armin Glaser (Florian Stetter, r.) hoffen auf eine Besserung im Krankheitsverlauf ihrer Tochter Kati Glaser (Lena Urzendowsky, 2.v.r.). Dr. Sigurd (Corinna Harfouch, 2.v.l.) steht zwischen Patientin und Doppelblindstudie. Für wen wird sie sich entscheiden?
Günther Jungclausen (Matthias Matschke, l.), der Staatssekretär (Jörg Schüttauf, r.) und Reto Crivelli (Martin Rapold, M.) gehen ein Geschäft ein, das das Leben vieler Patienten aufs Spiel setzen könnte.
Florian Diller (Johannes Allmayer, r.), Günther Jungclausen (Matthias Matschke, l.) und Rainald Necker (Udo Samel, M.) befürchten den Verlust einer weiteren Medikamentenstudie. Ein solcher könnte den Untergang der Necker Pharmaceuticals AG bedeuten.
Florian Diller (Johannes Allmayer, l.) und Günther Jungclausen (Matthias Matschke, M.) haben ihre Konkurrenz genau im Auge. Sie wollen das Geschäft mit der Doppelblindstudie für sich gewinnen.
Marie Glaser (Felicitas Woll, 2.v.r.) und Armin Glaser (Florian Stetter, M.) wissen nicht, warum es ihrer Tochter Kati (Lena Urzendowsky, r.) trotz verabreichter Medikamente immer schlechter geht.
Dr. Sigurd (Corinna Harfouch) überbringt den Eltern Marie Glaser (Felicitas Woll) und Armin Glaser (Florian Stetter) die Schreckensnachricht über die chronische Erkrankung der Tochter.