Der überaus populäre deutsch-jüdische Schauspieler, Regisseur und Kabarettstar der 20er und 30er Jahre Kurt Gerron war der erste "Mackie Messer" in Bert Brechts und Kurt Weills Sensationserfolg "Die Dreigroschenoper" (1928). Er spielte den Magier im Welterfolg "Der blaue Engel", inszenierte im leichtfüßigen Stil eines Reinhold Schünzel "Ein toller Einfall" und war der Partner von Hans Albers und Heinz Rühmann in "Bomben auf Monte Carlo". Doch ehe er auch in der Kinoszene so groß werden konnte wie auf der Kleinkunstbühne, jagte man ihn von der Leinwand. Mit seiner Frau und seinen Eltern floh er nach Paris, von da über Österreich und Italien ins holländische Amsterdam. 1941 fielen er und seine Familie der Gestapo in die Hände und wurden zunächst in das holländische Durchgangslager "Westernbork", dann nach Theresienstadt deportiert. In das "Vorzeigelager" Theresienstadt wurden die bekanntesten jüdischen Musiker, Sänger, Schauspieler, Maler, Intellektuellen gebracht, Menschen, deren Verschwinden der Außenwelt aufgefallen wäre. Joseph Goebbels zwang Kurt Gerron, einen Propagandafilm über Theresienstadt zu drehen. Den moralischen Konflikt, in den Gerron, aber auch diejenigen, die in diesem Film mitwirkten, gerieten, dokumentieren die Filmemacher auf eindringliche Weise. Unmittelbar nach Fertigstellung des Filmes wurden Kurt Gerron und die meisten der Mitwirkenden nach Auschwitz verschleppt und in die Gaskammer geschickt. Für Gerron wurde der 28. Oktober 1944 als Todestag aktenkundig. Am nächsten Tag ließ Himmler die Gaskammern für immer schließen.
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