Hollywood ist die größte und mächtigste Geschichtenfabrik, die es gibt. Was hier an konservativen Geschlechterrollen entwickelt wird, beeinflusst Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf der ganzen Welt. Vieles von dem, was nicht nur Männer bis heute unter Männlichkeit verstehen, geht auf die Vorbilder des Kinos zurück. Von Bogart über Bond bis zu Rocky und Rambo: Sie alle verkörpern Stärke, Durchsetzungsvermögen und Selbstsicherheit - Attribute dessen, was ein Großteil der Gesellschaft noch immer unter einem "echten Kerl" versteht. "Real Men" nimmt dieses Männlichkeitsbild unter die Lupe. Der Dokumentarfilm zeigt, wie sich das maskuline Image über die Jahre entwickelt hat und hinterfragt den Einfluss auf das Publikum sowie auf gesellschaftliche und politische Strukturen. Ist ein Männerbild, wie es über so viele Jahrzehnte prägend war, in Zeiten von #metoo noch vertretbar? Repräsentiert der große weiße Held nicht nur einen Bruchteil des Publikums? Und wie werden diese Vorbilder konstruiert und aufgebaut? Der Film wirft einerseits einen Blick auf die Imagebildung in Hollywood, ist andererseits aber auch eine Liebeserklärung an die toughen Helden des Kinos. Klassische Männerikonen wie Cowboys und Polizisten kommen dabei genauso zu Wort wie Schauspieler, die einst eine Ära geprägt haben. "Real Men" ist ein Wiedersehen mit dem einmaligen James-Bond-Darsteller George Lazenby, dem Blaxploitation-Star Fred Williamson oder dem untypischen 80er-Actionstar Michael Dudikoff. Mit einem Augenzwinkern blickt der Film auf alternde Stars, alte Werte und das Machotum - ein humorvoller, anderer Beitrag zur derzeit so hitzig geführten Diskussion um Männlichkeit.
(arte)
Länge: ca. 90 min.
Deutsche TV-Premiere: 29.12.2019 (arte)
gezeigt bei: Sternstunde Kunst (CH, 1998)
Cast & Crew
- Regie: Hasko Baumann, Edda Baumann-von Broen
- Drehbuch: Hasko Baumann
- Produktion: Edda Baumann-von Broen, Katharina Schaar
- Produktionsfirma: Avanti Media Plus GmbH
- Musik: Afterhere