Sowjetdiktator Josef Stalin soll 1952 ein Erfrischungsgetränk in Auftrag gegeben haben, das besser sein sollte als die amerikanische Coca-Cola. Der vielfach ausgezeichnete Filmemacher Stefan Tolz hat sich auf die Suche nach dem Rezept dieser kommunistischen Superbrause gemacht und ist über mehrere Jahre den Spuren von "Stalins Cola" gefolgt. Zentrale Figur in seinem spannend erzählten Dokumentarfilm ist der georgische Limonadenfabrikant Mitrofan Lagidze, der über Jahrzehnte den Geschmackssinn der Sowjetbürger prägte. Seine Rezepturen finden sich bis heute in vielen Erfrischungsgetränken in den Nachfolgestaaten der UdSSR. Doch wie schon der Erfinder von Coca-Cola kein reicher Mann wurde, so schöpften auch aus Lagidzes Kreationen den Profit andere ab: Oligarchen und Großkonzerne für Lebensmittelaromen kämpfen um sein Erbe und haben selbst in den USA versucht, Coca-Cola, Pepsi & Co. Konkurrenz zu machen. Der Schöpfer von "Stalins Cola" war in vielen Dingen seiner Zeit voraus: Mitrofan Lagidze legte schon früh Wert auf ausschließlich natürliche Zutaten und verzichtete auf Konservierungsstoffe. Die dadurch bedingte geringe Haltbarkeit und die Realität der sozialistischen Planwirtschaft verhinderten aber eine Verbreitung über die Grenzen der UdSSR hinaus. Den "Kalten Krieg" der Erfrischungsgetränke entschieden folglich die Amerikaner für sich: Coca-Cola wurde auf der ganzen Welt zum Begriff. Dagegen kennen die meisten Menschen bis heute weder den Namen noch den Geschmack von Lagidzes Limonaden.
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Daten
Weiterer Titel: Stalins Cola - Die unglaubliche Geschichte der sowjetischen Coca-Cola
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MDR FERNSEHEN STALINS COLA, "Das süße Geheimnis der Sowjetunion", Film von Stefan Tolz, am Sonntag (05.04.26) um 22:25 Uhr. Doppel-Verschluss: Manche Sowjet-Limonaden hatten sowohl Korken als auch Metallkappe, damit sich die Kohlensäure länger hält.
Von der Sowjet-Limo zu Coca-Cola: der georgische Coca-Cola-Chef Temur Chkonia hält Estragon-Geschmack in Erfrischungsgetränken für das Symbol einer autoritären Zeit, die es zu überwinden gilt.
Rund um die Geburtsstadt Stalins sorgten Kolchosen für den Nachschub an Äpfeln und Birnen für die Getränke-Fabriken – Ivane und Kristine Eliaschwili haben dafür Orden bekommen.
Der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid Breschnew verhinderte durch einen Deal mit Pepsi die Expansion von Coca-Cola in die Sowjetunion. Pepsi wurde ab den 1970er Jahren in der UdSSR abgefüllt – teilweise in den gleichen Fabriken wie die Sowjet Limonaden.
Filmemacher Stefan Tolz folgte über mehrere Jahre der Spur von „Stalins Cola“ – und lernte bei der Suche nach dem „süßen Geheimnis der Sowjetunion“ die Aromen eines untergegangenen Weltreiches kennen.
Der Botaniker Zura Schewardnadze ist ein großer Verehrer von Mitrofan Lagidze: der Vater von „Stalins Cola“ hatte mit seinen Estragon- und Birnen-Limonaden die beliebtesten Geschmacksrichtungen der Sowjetunion geschaffen.