Der Journalist Joe Frady (Warren Beatty) geht einem politischen Attentat nach und stößt dabei auf eine undurchsichtige Organisation, die scheinbar gezielt Attentäter rekrutiert. Je näher Frady der Wahrheit kommt, desto klarer wird: In dieser Welt ist Wissen gefährlich - und Kontrolle unsichtbar. Nach der Ermordung eines US-Senators von der Spitze der Space Needle in Seattle sterben mehrere Augenzeugen unter mysteriösen Umständen. Der unbequeme Journalist Joe Frady beginnt, die Todesfälle zu untersuchen. Seine Recherchen führen ihn zu der geheimnisvollen Parallax Corporation, einer Organisation, die behauptet, Persönlichkeitsprofile für staatliche Zwecke zu erstellen. Frady schleust sich undercover in das System ein und durchläuft ein verstörendes psychologisches Screening - eine audiovisuelle Testsequenz, die Loyalität, Gewaltbereitschaft und Manipulierbarkeit prüft. Schritt für Schritt erkennt er, dass Parallax nicht nur analysiert, sondern Menschen formt: zu perfekten Werkzeugen politischer Gewalt. Während Frady versucht, die Verschwörung öffentlich zu machen, wird er selbst Teil eines tödlichen Plans. Am Ende steht kein Triumph der Aufklärung, sondern ein bitteres Fazit: Die Wahrheit existiert - aber sie setzt sich nicht durch. Der Film entstand in einer Zeit tiefen politischen Misstrauens in den USA. Nach Vietnamkrieg, Watergate und der Offenlegung geheimdienstlicher Machenschaften wurde der Glaube an transparente staatliche Strukturen nachhaltig erschüttert. Regisseur Alan J. Pakula übersetzte dieses gesellschaftliche Klima in einen Politthriller, der weniger auf Handlung als auf Atmosphäre und Struktur setzt. Im Zentrum steht nicht eine einzelne Verschwörung, sondern ein anonymes System, das Macht organisiert, Verantwortung verschleiert und Individuen austauschbar macht. Besonders verstörend wirkt dabei die Vorstellung, politische Gewalt sei nicht ideologisch motiviert, sondern das Ergebnis gezielter psychologischer Formung. Pakulas distanzierte Inszenierung, die kühle Bildsprache und die konsequente Verweigerung eines befriedigenden Endes machen "Zeuge einer Verschwörung" zu einem Schlüsselwerk des amerikanischen Paranoia-Kinos. Der Film entwirft ein Weltbild, in dem Wahrheit existiert, sich jedoch nicht durchsetzt - eine Perspektive, die auch Jahrzehnte später nichts von ihrer Aktualität verloren hat.
(BR)
Daten
Länge: ca. 102 min.
| Original-Kinostart | Mi, 19.06.1974 (USA) |
| Deutscher Kinostart | Fr, 16.05.1975 |
FSK 16
| Originalsprache: | Englisch |
Neue Version als: The Parallax View (USA, 2022 – )
Kostenlose Start- und Streambenachrichtigung:
Cast & Crew
![Warren Beatty]()
![Paula Prentiss]()
![William Daniels]()
![Walter McGinn]()
![Hume Cronyn]()
![Kelly Thordsen]()
![Chuck Waters]()
![William Joyce]()
![Jo Ann Harris]()
![Ted Gehring]()
![Doria Cook-Nelson]()
![Jim Davis]()
![Earl Hindman]()
![Betty Murray]()
![Bill McKinney]()
![Lee Pulford]()
![Joan Lemmo]()
![Kenneth Mars]()
![William Jordan]()
![Edward Winter]()
![Alma Beltran]()
![Richard Bull]()
![Suzanne Cohane]()
![Stacy Keach]()
![Ford Rainey]()
![Ronda Copland]()
![Joe Di Reda]()
![Patsy Garrett]()
![Penelope Gillette]()
![Robert P. Lieb]()
- Regie: Alan J. Pakula
- Drehbuch: David Giler, Lorenzo Semple Jr.
- Produktion: Charles H. Maguire, Doubleday Productions, Gus, Harbor Productions, Alan J. Pakula, Gabriel Katzka
- Produktionsfirma: Paramount Pictures
- Musik: Michael Small
- Kamera: Gordon Willis
- Schnitt: John W. Wheeler
- Szenenbild: Reg Allen
- Maske: William Turner
- Kostüme: Frank L. Thompson
- Regieassistenz: Hawk Koch, John M. Poer
- Ton: David Dockendorf, Charles Grenzbach, Tom Overton
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