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TV-Kritik/Review: "Arthurs Gesetz": "Fargo" in Klein Biddenbach

von Marcus Kirzynowski (31.08.2018)
Deutschlandpremiere der herrlich bitterböse und tiefschwarzen Comedy
Arthur Ahnepol (Jan Josef Liefers, r.) mit Ehefrau (Martina Gedeck) in "Arthurs Gesetz"
Bild: Turner Broadcasting System Europe Limited & Goodfriends/ Hendrik Heiden
TV-Kritik/Review: "Arthurs Gesetz": "Fargo" in Klein Biddenbach/Bild: Turner Broadcasting System Europe Limited & Goodfriends/ Hendrik Heiden

Murphys Gesetz kennt inzwischen fast jeder. "Arthurs Gesetz" besagt genau das Gleiche, lediglich bezogen auf die Hauptfigur der neuen TNT Comedy-Miniserie, Arthur Arnepohl: Alles, was der anfasst, geht garantiert schief. Jan Josef Liefers spielt den Arbeitslosen, der keinen Job lange behält, seit er (selbstverschuldet) seine rechte Hand verloren hat. Sein 50. Geburtstag beginnt zunächst so deprimierend wie der Rest seines bisherigen Lebens: Nachdem seine Ehefrau Martha (Martina Gedeck) ihn beim Frühstück bevormundet hat, fährt er mit dem Rad zu einem Termin beim Jobcenter des Städtchens. Dort demütigt ihn seine unglaublich empathiefreie Betreuerin (Nora Tschirner mal herrlich unsympathisch) gleich weiter. Statt ihm bei der Jobsuche zu helfen, stellt sie fest, dass sein kleines Häuschen, das er mit Gattin bewohnt, viel zu groß für einen Hartz-IV-Empfänger sei, dem ja nur 45 Quadratmeter zustünden. "Alleine der Schuppen hat ja schon 44!" Konsequenz: Sie gibt ihm zwei Wochen Zeit umzuziehen.

Kein Wunder, dass es Arthur daraufhin erstmal und erstmals in die Kneipe gegenüber des Jobcenters zieht, um seinen Ärger runterzuspülen. Dort lernt er die junge Jesse (Cristina do Rego, "Pastewka") kennen, die überraschend nett zu ihm ist. Dass die hübsche Frau, die von einer Karriere als Sängerin träumt, eine Prostituierte ist, wird ihm erst klar, nachdem er mit ihr Sex hatte. Statt der ohnehin schon ermäßigten 60 Euro ("weil du Geburtstag hast") hat der dauerverschuldete Arthur jedoch nur zehn Euro dabei. Noch in der Nacht taucht der Zuhälter bei den Arnepohls auf und fordert mit gezogener Pistole das fehlende Geld. Bald darauf haben sie die erste Leiche am Hals. Damit beginnt eine unglaubliche Kette negativer Ereignisse, die Arthur in den sechs rund 45-minütigen Folgen immer tiefer in den Abgrund ziehen werden.

Nach den Kritikererfolgen "Add a Friend", "Weinberg" und "4 Blocks" für den Schwestersender TNT Serie hat die deutsche Dependance des TV-Konzerns Turner jetzt zum ersten Mal eine Originalserie für TNT Comedy produzieren lassen (die vorab schon beim Telekom-Dienst EntertainTV zu sehen ist). Wie schon bei den vorangegangenen Eigenproduktionen hat man dabei auch diesmal wieder viel Wert darauf gelegt, dass das Ergebnis möglichst wenig so aussieht wie eine typische deutsche Fernsehserie - auch wenn diesmal gleich zwei aktuelle "Tatort"-Ermittler in tragenden Rollen dabei sind.
Arthur (Jan Josef Liefers) schöpft in trostloser Kneipenatmosphäre dank Jessie (Cristina do Rego) neuen Liebens- und Lebensmut
Der glücklose Arthur ist jedoch das Gegenteil von Liefers' wohlhabendem, hochintelligenten und selbstbewussten Gerichtsmediziner Börne in der ARD-Krimireihe. Seit Jahren steht Arthur unter der Fuchtel seiner ungerechten Ehefrau, die selbst nur Geld verschleudert und letztlich sogar die Schuld an seiner Behinderung trägt. Obwohl auch die Münsteraner Tatorte ja im Kern pure Komödien sind, bemüht sich Liefers, in dieser Rolle ganz anders zu agieren. Den Pechvogel, der von einem anderen Leben träumt, nimmt man ihm ohne Weiteres ab. Eher weniger aus komischen Rollen bekannt und zum ersten Mal überhaupt in einer Serienhauptrolle zu sehen ist Liefers' Partnerin Martina Gedeck - oder besser in zweien, denn sie hat eine Doppelrolle. Neben der herrischen Gattin spielt sie auch noch deren Schwester Muriel, die ausgerechnet Polizistin ist und die örtliche Wache leitet. Gedeck überzeugt in beiden sehr unterschiedlichen Rollen.

Was die Miniserie vor allem vom deutschen TV-Einheitsbrei abhebt, ist aber ihr bitterböser und tiefschwarzer Humor, der auch vor blutigsten Bildern nicht zurückschreckt (Regie: Christian Zübert, Kamera: Ngo The Chau). Da werden Gließmaßen abgesägt, Menschen mit Bauschaum erstickt oder von Kronleuchtern aufgespießt. Das erinnert manchmal schon deutlich an "Fargo" - mehr den Film als die Serie -, ebenso wie die düster-entsättigte Bildgestaltung.

Arthur (Jan Josef Liefers) mit Ehefrau Martha und deren Zwillingsschwester (beides Martina Gedecke) in einer fahlen Mondnacht beim Versuch, Beweise zu zerstören
Auch verbal geht es mehr zur Sache, als man das aus ZDF- oder RTL-Serien gewohnt ist. So berichtet etwa Tschirners Sachbearbeiterin ihrem Gatten am Telefon sehr freizügig von Sexualpraktiken. Man merkt, dass die Drehbuchautoren Benjamin Gutsche, Ceylan Yildirim und Sebastian Bleyl Spaß dabei hatten, beim Schreiben der Dialoge einmal weniger Rücksicht auf Mainstream-Zuschauer und ängstliche Redakteure nehmen zu müssen. Etwas schade ist jedoch, dass sie sich nicht in einem anderen Genre austoben durften. Die Geschichte vom kleinen Trottel und Pechvogel, der sein Schicksal endlich in die eigene Hand nehmen will und dabei in kriminelle Abgründe gerät, ist wenig originell. Die ZDF-Serie "Morgen hör ich auf" hat vor nicht allzu langer Zeit schon etwas ganz Ähnliches erzählt. "Arthurs Gesetz" ist sicher inhaltlich radikaler, lakonischer und böser. Ohne Morde und Polizisten scheint es im deutschen Fernsehen dann aber irgendwie doch nicht zu gehen. Einige Szenen wie etwa die, in der Martha versucht, ein Auto in einem See zu versenken, hat man zudem schon Dutzende Male so ähnlich gesehen.
Martha (Martina Gedecke) durchlebt ihre Feuertaufe
Handwerklich gibt es an Arthurs Gesetz insgesamt wenig zu kritisieren. Die Serie ist kurzweilig, hat einige gute Pointen und Momente, in denen sich die Zuschauer ungläubig an den Kopf packen dürften. Dennoch wäre es schön, wenn sich ein deutscher Pay-TV-Sender in Zukunft auch mal genauso ambitioniert etwa an eine Science-Fiction- oder Fantasyserie herantrauen würde. Das Know-How ist jedenfalls da.


Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten beiden Episoden der Miniserie "Arthurs Gesetz".

Meine Wertung: 3.5/5
Marcus Kirzynowski
© Alle Bilder: Turner Broadcasting System Europe Limited & Goodfriends/ Hendrik Heiden

Die sechsteilige Miniserie "Arthurs Gesetz" wird ab dem heutigen Freitag (31. August) bei Entertain TV Serie veröffentlicht. Der Ausstrahlungsstart bei TNT Comedy wird im Dezember erfolgen.

Trailer zu "Arthurs Gesetz"


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Über den Autor

  • Marcus Kirzynowski
Marcus Kirzynowski ist Düsseldorfer Journalist und Serienfreund; wuchs mit "Ein Colt für alle Fälle", "Dallas" und "L.A. Law" auf; Traumarbeitgeber: Fisher & Sons, County General Notaufnahme; die Jobs auf dem Battlestar Galactica und im West Wing wären ihm hingegen zu stressig; Wunschwohnort: Cicely, Alaska. Schreibt über amerikanische und europäische TV-Serien sowie andere Kultur- und Medienthemen, u.a. für TV Wunschliste und sein eigenes Online-Magazin Fortsetzung.tv.