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Hollywood-Streik: Produzenten werden mit Regisseuren einig - Autoren weiterhin im Ausstand

Das nächste Kapitel in der Saga um den Streik der Hollywood-Autoren wurde am Wochenende aufgeschlagen: Die Regisseure der Directory Guild of America und die Produzenten der Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) haben sich am Wochenende im Wesentlichen auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die Drehbuchautoren hingegen streiken weiter.
Ausgangslage
Alle drei Jahren verhandelt die AMPTP (vertritt knapp 350 Film- und Fernsehproduzenten) mit den drei großen Kreativen-Gewerkschaften (Autoren, Regisseure, Schauspieler) um jeweils neue Tarifverträge für das, was einst als Primetime-Produktionen bezeichnet wurden: Filme sowie Serien mit gehobenem Budget. Dabei kommen die Produzenten in der Regel mit den Regisseuren am besten klar. Gerne verhandeln sie daher auch mit den Regisseuren als erstes, um durch einen zügigen Tarifvertragsabschluss der Öffentlichkeit zu "beweisen", dass man verhandlungsbereit ist.
In diesem Jahr war aber die WGA die Gewerkschaft, deren Tarifvertrag deutlich früher auslief (2. Mai) und die daher als erstes an den Verhandlungstisch ging. Die Verhandlungen scheiterten deutlich, die Autoren sind in den Streik getreten. Seitdem haben Produzenten und Autoren nicht wieder verhandelt.
Die aktuellen Tarifverträge der Regisseure (DGA) und Schauspieler (SAG-AFTRA) laufen noch jeweils bis zum 30. Juni. Nachdem die AMPTP mit den Regisseuren seit dem 12. Mai verhandelt hatten, stehen ab Mittwoch die Verhandlungen mit der Schauspielervertretung an.
Während die erfolgreichen Verhandlungen mit den Regisseuren der AMPTP einen "Optik-Bonus" in der Öffentlichkeit verschaffen, wollen Autoren und Schauspieler in ihren Forderungen nicht nachgeben.
Beide Gewerkschaften betonen, dass ihre Forderungen und die Bedürfnisse ihres jeweiligen Berufsstandes sich in vielen Details deutlich von denen der Regisseure unterscheiden und daher deren Abschluss nicht als Schablone für ihre Tarifverträge verwendet werden könne.
Das haben die Regisseure erhandelt
In zwei Themen überschneiden sich bei den diesjährigen Tarifverhandlungen die Ziele aller drei Kreativgewerkschaften. Einerseits eine Beteiligung der jeweiligen Berufsgruppe an den Erträgen aus dem "internationalen Streaming" (also außerhalb der USA) - auch als Ersatz für wegfallende Einnahmen/Tantiemen ("Residuals") aus TV-Wiederholungen in den USA. Andererseits geht es darum festzuschreiben, dass die aktuellen AI-Technologien nicht die Arbeit von Menschen ersetzt.
Der am Verhandlungstisch erzielte Kompromiss (der noch in einer Urabstimmung von der Gewerkschaftsbasis angenommen werden muss) führt laut DGA zu einer Steigerung der SVoD-Tantiemen von 76 Prozent bei den "großen Plattformen" (etwa Netflix, Disney+) für die Auswertung im Ausland - dadurch dürften für einstündige Drama-Folgen in den ersten drei Jahren 90.000 US-Dollar anfallen. Zudem gibt es Erhöhungen der Mindestbezüge in allen drei Jahren, für die der neue Tarifvertrag gelten soll (5 Prozent im ersten Jahr, 4 Prozent im zweiten Jahr und weitere 3,5 Prozent im dritten Jahr).
Daneben erhalten Episoden-Regisseure im Pay-TV und SVoD einen zusätzlichen Drehtag für einstündige Formate zugesichert - zum ersten Mal seit 40 Jahren wurde damit die Mindest-Produktionsdauer aufgestockt. Wie belastbar die Aussage AI kann nicht die Aufgaben eines Gewerkschaftsmitglieds ersetzen
sein wird, ist in Hollywoodkreisen noch umstritten.
Einordnung
Der zunächst erfolgreiche Abschluss der DGA mit der AMPTP bringt die Autoren ein bisschen in Zugzwang - deren Streik sorgt nämlich dafür, dass auch andere Berufsgruppen nicht arbeiten können. So hatte der Streikbeginn direkt die Late-Night-Talkshows lahm gelegt, deren andere Angestellten nun ebenfalls ohne Verdienst sind.
Daneben hat die AMPTP die Einigkeit der drei großen Gewerkschaft zerschlagen können. Viele Autoren werfen der DGA nun vor, eiskalt von deren Arbeitskampf und Streik profitiert zu haben. Und einige Regisseure und DGA-Mitglieder, die gleichzeitig auch WGA-Mitglieder sind, haben schon angekündigt, dass sie gegen die Annahme des ausgehandelten Kompromisses stimmen werden.
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