Serieninfos & News

Deutsche Erstausstrahlung: 03.09.1999 (RTL)

Sender: RTL

Welchen dieser Vögel gibt es wirklich?

A) Klunkerkranich

B) Strasswachtel

C) Opalsumpfhuhn

oder D) Brillantschnepfe?

Mit dieser Frage hätte einst ein Kandidat bei "Wer wird Millionär" tatsächlich Millionär werden können. Mittlerweile haben es vier Kandidaten (Stand Juli 2004) geschafft, wobei zwei von Ihnen "nur" eine Million DM (!) gewonnen haben.

"Wer wird Millionär" ist eine der erfolgreichsten Quizsendungen; nicht nur in Deutschland.

Zugegeben: Ohne Günther Jauch wäre diese Show vermutlich nicht so erfolgreich geworden (auch wenn er mittlerweile etwas überdrüssig wird). Aber die heimlichen Stars der Sendung sind eigentlich die Fragen.

Clevere Fragestellungen und man hat an jedem "Wer wird Millionär"-Abend das Gefühl etwas dazugelernt zu haben - RTL sei dank. Übrigens, die richtige Antwort auf die obige Frage lautet...?

(Michael Anders)

Moderation: Günther Jauch

Bild: RTL/Gregorowius

Adaption von Who Wants to Be a Millionaire (GB, 1998)
siehe auch Die Millionenshow (A, 2000)
siehe auch Wer wird Millionär? (CH, 2000)

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Überaus erfolgreiche einstündige Quizshow mit Günther Jauch, in der Kandidaten Millionäre werden können.

Moderator Günther Jauch stellt Wissensfragen mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad. Zunächst wird aus zehn potenziellen Mitspielern ein Kandidat ermittelt, indem Jauch die Aufgabe stellt, vier Begriffe in die richtige Reihenfolge zu bringen. Wer das am schnellsten schafft, ist dabei. Er spielt nun allein und sitzt Jauch gegenüber in der Mitte der Studio-Arena, beide haben je einen Bildschirm vor sich.

15 Fragen trennen den Kandidaten von der Million. Die zugeordneten Gewinnbeträge sind für die ersten fünf Fragen wie folgt gestaffelt: 50 - 100 - 200 - 300 - 500 €, verdoppeln sich dann bis 64 000 € für Frage 12 und steigern sich danach auf 125 000, dann auf 500 000 und schließlich 1 Million €. (Bis Ende 2001 hatte das Quiz bei 100 DM begonnen, sich im gleichen Rhythmus gesteigert und zusätzlich eine 250 000-DM-Stufe beinhaltet, die mit der Währungsumstellung gestrichen wurde, damit der Hauptgewinn weiterhin bei einer Million lag.) Der Kandidat kann pro Frage aus vier Antwortmöglichkeiten wählen. Ein Zeitlimit gibt es nicht. Drei Joker stehen ihm zur Verfügung: Er kann einen Bekannten anrufen, das Studiopublikum abstimmen lassen und zwei falsche Antworten wegfallen lassen. Es dürfen auch zwei oder alle drei Joker für eine einzige Frage eingesetzt werden.

Wer will, kann jederzeit mit dem bis dahin gewonnenen Geld aussteigen, auch nachdem er die nächste Frage bereits kennt und es daher vorzieht zu passen. Nur wer eine falsche Antwort gibt, fliegt raus und verliert einen Teil des Geldes. Wer fünf Fragen geschafft hat, darf die erspielten 500 € auf jeden Fall behalten, wer zehn Fragen geschafft hat, nimmt 16 000 € mit nach Hause. Wer alle 15 Fragen richtig beantwortet, ist Millionär. Hat ein Kandidat zu Ende gespielt, wird aus den verbliebenen potenziellen Mitspielern ein neuer ermittelt. Ist die Sendezeit um (was eine laute Hupe signalisiert), aber ein Kandidat noch im Spiel, macht er in der nächsten Sendung weiter.

Wer wird Millionär? war in jeder Hinsicht eine Sensation. Zunächst mal war es ein Quiz, und das Quiz hatte doch (zumindest im Hauptabendprogramm) seit vielen, vielen Jahren ausgedient. Und dann brach es auch noch alle bekannten Regeln: Es gab keine Zeitbegrenzung! Und die Kandidaten konnten tatsächlich noch aussteigen, wenn sie schon sahen, dass sie von der nächsten Frage keine Ahnung hatten!

Die ersten fünf Fragen waren im Prinzip Scherzfragen: "Ich wollt' ich wär' ein ...? A: Hund, B: Huhn, C: Hummer, D: Huflattich" (richtig: Huhn); "Wie heißt laut einem Märchen der Brüder Grimm die Schwester von Schneeweißchen? A: Fliederlila, B: Maisgelb, C: Rosenrot, D: Kornblumenblau" (richtig: Rosenrot). Bei den härteren Nüssen konnte es höchst unterhaltsam sein, wie sich Kandidaten minutenlang wanden und nicht auf eine Antwort festlegen wollten, während Jauch mit Pokerface oder Grimassen versuchte, sie aufs Glatteis oder die richtige Fährte zu führen, was man leider an seinem Gesicht nicht unterscheiden konnte (Jauch selbst wusste die richtige Lösung allenfalls aus eigenem Vorwissen. Sein Bildschirm zeigte die korrekte Lösung erst, wenn der Kandidat sich festgelegt hatte).

RTL sendete die erste Staffel im Herbst 1999 an vier aufeinanderfolgenden Tagen. Die Einschaltquote steigerte sich innerhalb dieses Zeitraums auf sieben Millionen Zuschauer. Neue Staffeln im Winter, Frühjahr und Sommer 2000 bestanden bereits aus zehn bis 14 Folgen, die jeweils innerhalb von zwei Wochen zur Primetime liefen. Die Quote stieg weiter, und die Show erreichte jetzt bis zu zwölf Millionen Zuschauer. Ab Oktober 2000 änderte RTL den Senderhythmus und ließ Jauch seitdem regelmäßig jeden Freitag, Samstag und Montag um 20.15 Uhr Fragen stellen. Die Zuschauerzahl pendelte sich bei regelmäßig zwölf Millionen ein und machte die Sendung zur TV-Sensation des Jahres 2000. Die drei wöchentlichen Ausgaben belegten in der Hitliste aller Sendungen meistens die ersten drei Plätze. Es gab kaum eine Zeitschrift, die Jauchs Show nicht irgendwann zum Titelthema erhob.

Inspiriert vom großen Erfolg wurden bald wieder auf vielen Kanälen Wissensfragen gestellt. Die Kopien hießen u. a. Die Quiz Show, Die Chance Deines Lebens, Das Millionenquiz (alle Sat.1) und CA$H - Das Eine Million Mark Quiz (ZDF). Keine der Shows erreichte auch nur annähernd die Faszination, den Erfolg oder die Lebensdauer des Originals. Auch dessen Quoten ließen zwar im Lauf der Zeit nach, doch selbst im sechsten Jahr - bei unverändertem Ausstrahlungsrhythmus und rund 100 Sendungen pro Jahr - schauten noch immer regelmäßig acht Millionen Menschen zu.

Im Oktober 2000 wurde Wer wird Millionär? mit dem Deutschen Fernsehpreis für die beste Unterhaltungssendung ausgezeichnet. Ende November 2000 stellten sich in einem Special erstmals Prominente den Fragen, der erspielte Gewinn kam dem RTL-Spendenmarathon zugute (das Promi-Special wurde nun ein halbjährlicher Standard und erreichte noch höhere Zuschauerzahlen als die regulären Ausgaben). Zwei Tage später wurde die Frage Wer wird Millionär? endlich beantwortet: Millionär wurde Prof. Eckhard Freise aus Münster, der nach mehr als einem Jahr als erster Kandidat die Höchstsumme gewann. Er beantwortete zum Schluss die Frage: "Mit wem stand Edmund Hillary 1953 auf dem Gipfel des Mount Everest? A: Nasreddin Hodscha, B: Nursay Pimsorn, C: Tenzing Norgay, D: Abrindranath Singh". Die richtige Antwort war C. Die "Bild"-Zeitung hatte den meisten Zuschauern jedoch zuvor den Spaß verdorben, weil sie schon morgens vor Ausstrahlung der Aufzeichnung den Millionär mitsamt Frage und Antwort verriet.

Die arbeitslose Hausfrau Marlene Grabherr aus Gottmadingen war im Mai 2001 die zweite Millionengewinnerin, weil sie die Antwort auf diese Frage richtig tippte: "Welche beiden Gibb-Brüder der Popband The Bee Gees sind Zwillinge? A: Robin und Barry, B: Maurice und Robin, C: Barry und Maurice, D: Andy und Robin". Richtig: B. Bis dahin hatte sie risikofreudig und glücklich mehrfach korrekt geraten. Es dauerte 17 Monate bis zum nächsten Durchmarsch. Der Student Gerhard Krammer aus Ensdorf wurde mit der richtigen Antwort auf die Frage "Welcher berühmte Schriftsteller erbaute als diplomierter Architekt ein Freibad in Zürich?" (Max Frisch) der erste Euro-Millionär, und die Assistenzärztin Maria Wienströer im März 2004 die erste Euro-Millionärin, weil sie beantwortete, wer 1954 den Chemie- und 1962 den Friedensnobelpreis bekam (Linus Pauling).

In England und den USA hieß die auch dort überaus erfolgreiche Show "Who Wants To Be A Millionaire?". Der Engländer David Briggs hatte 1996 die Idee zur Sendung entwickelt und später damit einen Überraschungserfolg in Großbritannien gelandet, wo er zuvor bei mehreren Sendern mit dem Konzept abgeblitzt war. Er schrieb allen ausstrahlenden Sendern Ablauf, Deko, Licht und Musik bis ins Detail vor, weshalb die Show weltweit genau gleich aussah. Ende des Jahres 2000 war sie bereits in 81 Länder verkauft. In kaum einem war sie annähernd so erfolgreich wie in Deutschland, wo sie in Günther Jauch den perfekten Moderator fand.

Stand: 2005
Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

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Kommentare, Erinnerungen und Forum
  • U.RölkeU.Rölke(geb. 1947)schrieb am 06.02.2012:

    So eine 'Flasche' bringt ja die ganze Sendung in Verruf.
    Die Folge war bisher sehr anstrengend anzusehen.

    antwortenantworten

  • MichaelMichael(geb. 1955)schrieb am 06.01.2012:

    Ich habe mich gerade tierisch aufgeregt über die Sonderbehandlung, die Jauch dieser Wedding-Planerin zukommen ließ. Er gibt ihr doch tatsächlich die richtige Antwort vor und lässt ihr noch einen Zusatzjoker zukommen. Das ist ja wohl gegen die Spielregeln und extrem unfair den anderen Kandidaten gegenüber. Ohne diese eindeutige Hilfe wäre die Dame mit 500 Euro nach Hause gegangen. Leider habe ich schon häufiger beobachtet, dass Jauch die Kandidaten sehr ungleich behandelt. Kandidaten, die er nicht so sympathisch findet, lässt er gnadenlos in die Falle laufen.
    Er hat ein faible für brünette Dummschwätzerinnen, die auf eine billige Art mit ihm flirten. Das macht keinen Spaß.

    antwortenantworten

  • rotkehlchenrotkehlchenschrieb am 16.01.2012:

    ja, das ist wirklich immer recht ärgerlich, diese teilweise bevorzugung bestimmter Kandidaten. Andere Kandidaten hat Jauch ja oft sogar im niedrigBereich gnadenlos durchfallen lassen.

    Und genauso ärgerlich sind die oft recht leichten Fragen, dass nicht nur ich, sondern auch andere Leute das Gefühl haben, dass mal wieder ein Kanditat zum Millionär gemacht werden soll. So auch evlt. heute der Marokkaner: was für leichte Fragen- das ist ja schon Betrug an vielen anderen Kanditaten, welche echt schwere Fragen bekommen. Und es ist auch oft vorhersehbar, wann mal wieder ein kanditat Millionär werden solle, weil nämlich schon wieder die Kanditaten der kürzlichen Sendungen alle recht einfache Fragen hatten. Nur waren die zu dusselig, diese Chance, die RTL da geboten hat, zu nutzen.

    antwortenantworten

  • irma körberirma körber(geb. 1940)schrieb am 07.11.2011:

    william shakespeare vererbte seiner frau das zweitbeste bett, was bedeutet, sie bekam das ehebett. das beste bett war zu der zeit das gästebett. bitte nicht mehr diesen schwachsinn von
    schlechter ehe verbreiten. jedenfalls sagt dies nichts über die qualität der ehe aus.

    schöne grüße aus kiel

    antwortenantworten

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Abstimmungsdaten
Diese Serie haben bisher 182 Fans auf ihrer Wunschliste.
Anteil männlicher/weiblicher Fans:   66.15%33.85%
Fan-Durchschnittsalter: 39,1 Jahre

Abstimmungsverlauf

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Gesamtplatzierung
Platz:617. (615.)Absteiger
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