Serieninfos & News

Miniserie in 12 Teilen

Deutsche Erstausstrahlung: 12.10.1999 (Das Erste)

Sender: Das Erste, mdr, SWR Fernsehen, 3sat

Dresden 1933. Das Straßenbild der Stadt wird zunehmend bestimmt von Boykott-Aufrufen gegen jüdische Geschäfte. Dennoch verfolgen Victor und Eva Klemperer hartnäckig ihren Traum vom Haus im Grünen und lassen sich davon auch nicht abbringen, als Victor Klemperer zunehmend Repressalien an der Hochschule ausgesetzt wird. Außerdem wird der für den Hausbau dringend benötigte Kredit nicht bewilligt. In der Not helfen Freunde. Ellen und Heinrich Feller bieten den Klemperers ein privates Darlehen. An ihrem Hochzeitstag wird den Klemperers die Summe überreicht. In die Freude mischt sich jedoch Trauer: Harry und Agnes Dember, enge Freunde von Fellers und Klemperers, werden Deutschland verlassen. Victor Klemperer jedoch denkt nicht daran zu emigrieren.

Er baut das Häuschen fertig und macht sogar den Führerschein. Er kauft ein Auto und erfreut sich, trotz der Allgegenwart der Nazis, seiner neuen Mobilität. Sonja, eine junge Frau mit feuerrotem Haar, wird Dienstmädchen bei den Klemperers. Aber all dies täuscht nicht darüber hinweg, dass es einsam wird um Victor und Eva, denn weitere jüdische Familien aus ihrem Bekanntenkreis verlassen Deutschland.

(ARD)

mit Matthias Habich (Victor Klemperer), Dagmar Manzel (Eva Klemperer), Esther Esche (Fräulein Sonja), Kevin Leisner (Benno), Nicole Heesters (Dr. Annemarie Euler), Rudolf Wessely (Professor Abendroth), Hans-Peter Korff (Professor Feller), Helmut Stauss (Professor Harry Dember), Teresa Harder (Agnes Dember), Ignaz Kirchner (Herr Libeskind), Kathrin Angerer (Lore Libeskind), Hildegard Alex (Frau Libeskind), Anian Zoller (Eberhard Klingler), Günter Schubert (Fabritius), Tilo Prückner (Weinstein), Gerhard Olschewski (Pfarrer Dost)

Buchvorlage: Victor Klemperer

Fernsehlexikon

12 tlg. dt. Historiendrama von Peter Steinbach nach den Tagebüchern von Victor Klemperer, Regie: Kai Wessel, ab Folge 7: Andreas Kleinert.

Der jüdische Romanistikprofessor Victor Klemperer (Matthias Habich) lehrt an der Technischen Hochschule in Dresden. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 leidet er unter der Judenverfolgung, bleibt aber im Land, weil er Deutscher ist. Mit seiner nichtjüdischen Frau Eva (Dagmar Manzel) baut er sich mit Hilfe eines Darlehens des Freundes Heinrich Feller (Hans Peter Korff) ein Häuschen im Grünen und findet familiäres Glück, während die Zustände im Land immer schlimmer werden. Die Menschen wenden sich von ihm ab oder flüchten - wie das befreundete Ehepaar Harry (Helmut Stauss) und Agnes Dember (Teresa Harder) - aus dem Land. Die junge Sonja (Esther Esche) wird Dienstmädchen bei den Klemperers, sie hat einen Sohn Benno (Roman Remer).

Klemperer wird schließlich entlassen. Die Klemperers helfen Lore Libeskind (Kathrin Angerer), einer Studentin Victors und Tochter seines Zahnarzts, die sich in den Volksschullehrer Eberhard Klingler (Anian Zollner) verliebt hat und von ihm schwanger ist. Lore muss aus dem Land fliehen. Gefahr droht immer wieder von SS Mann Müller (Michael Kind). Einen Vertrauten finden die Klemperers in Dorfpfarrer Dost (Gerhard Olschewski). Kurz vor Ausbruch des Kriegs bricht Victor zusammen, die Ärztin Dr. Annemarie Euler (Nicole Heesters) versteckt ihn im Krankenhaus. Später kommt er ins Gefängnis, seine Frau verliert das Haus, gemeinsam gehen sie in das "Judenhaus", das Hermine Kraithaim (Katrin Saß) und ihrem Mann (Peter Prager) gehört.

Eva beginnt ein Verhältnis mit Eberhard Klingler, Victors einziger Freund im Haus wird Friedhelm Pichelott (Fabian Busch). Klemperer wird zur Zwangsarbeit im Stellwerk des Dresdener Güterbahnhofs verpflichtet, wo er mit Leidensgenossen wie Weinstein (Tilo Prückner) und Treuhänder (Karl Kranzkowski) die nächtlichen Transporte in den Osten beobachtet. Robert Stauffer (Gerd Preusche) und seine Frau Carlotta (Julia Jäger) sind die Ersten aus dem "Judenhaus", die auf einen solchen Transport verbracht werden. Das Haus wird 1944 für Ostflüchtlinge beschlagnahmt. Eva und schließlich auch Victor kommen in ein Lager, bis im Februar 1945 die Bomben auf Dresden fallen. Beide schaffen es, sich bis zum Kriegsende durchzuschlagen, Victor findet sogar seine Tagebücher unversehrt, die er seit 1933 geschrieben und bei Dr. Euler versteckt hatte.

Peter Steinbach schrieb das Drehbuch sehr frei nach den Tagebüchern von Klemperer, was für viel Kritik an den oft banalen, klischeehaften oder auch schlicht unnötig erfundenen Episoden sorgte. Die prestigeträchtige Verfilmung, die die ARD als "Jahrhundertbilanz" und "High-Quality-Fernsehen" anpries, kostete rund 20 Millionen DM. Die Zuschauerresonanz blieb hinter den Erwartungen zurück: 2,7 Millionen Menschen schauten im Schnitt zu, was nicht ganz schlecht ist; die ARD aber hatte ausdrücklich ein Massenpublikum mit der Serie erreichen wollen. Sie zeigte die zwölf Folgen, die, abgesehen von der spielfilmlangen Pilotfolge, 50 Minuten dauerten, dienstags und donnerstags um 20.15 Uhr.

Dagmar Manzel erhielt für ihre Darstellung der Eva Klemperer den Deutschen Fernsehpreis 2000 in der Kategorie Beste Schauspielerin/Serie.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.

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Kommentare, Erinnerungen und Forum
  • RaftemanRafteman(geb. 1979)schrieb am 11.09.2010:

    Ich habe 1999 auch das erste mal die Serie geschaut und war einfach begeistert, endlich hat es das öffentlich Rechtliche geschafft die Serie zu wiederholen.

    Der HDD-Receiver ist schon programmiert.

    antwortenantworten

  • HeleneHelene(geb. 1966)schrieb am 12.10.2009:

    Ich habe die Serie vor Jahren gesehen und danach die Tagebücher auf Wunsch geschenkt bekommen. Ich würde die Serie gern wieder sehen bzw. suche auch schon lange nach DVD´s. Es stimmt schon, jeden Serienschrott kann man kaufen. Für hochwertige Sachen scheint die Nachfrage zu klein zu sein. Wirklich schade.

    antwortenantworten

  • HanseatensittichHanseatensittich(geb. 1964)schrieb am 07.04.2010:

    Jauchzet, frohlocket! Ab 6.8.2010 endlich auf DVD. Das wurde auch mal Zeit ...

    antwortenantworten

  • Fabian B.Fabian B.schrieb am 31.08.2009:

    Ich würde diese Serie gern auf DVD sehen oder zumindest nach langer Zeit mal wieder im Fernsehen als Wiederholung (ARD oder Dritte). Allerdings sei beides auf Anfrage bei der ARD in nächster Zeit nicht geplant.

    Tja, stattdessen verhökern sie unsere Rundfunkgebühren für irgendeinen Schrott

    antwortenantworten

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